«Es gibt mir ein gutes Gefühl, wenn ich als Teil der Klimabewegung Gutes tun kann», sagt Manfred Knausz (im Bild links aussen) von der Klima-Grosseltern-Sektion Solothurn. Foto: zvg

«Wir wollen kommenden Generationen eine lebenswerte Welt hinterlassen»

«Wir wollen kommenden Generationen eine lebenswerte Welt hinterlassen»

«Nous voulons laisser aux générations futures un monde où il fait bon vivre»

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Aus der Besorgnis der Grosselterngeneration über den Klimawandel entstand der Verein Klima-Grosseltern, der sich für Klimaschutz einsetzt. Zwei Klima-Grosseltern gewähren Einblicke in ihr Engagement.

Der Verein Klima-Grosseltern mit rund 1500 Mitgliedern und 1000 Interessierten in der Schweiz setzt sich für die Zukunft des Planeten und kommender Generationen ein. Thea Rauch von der Klima-Grosseltern-Sektion Zürich und Manfred Knausz von der Sektion Solothurn erzählen, wie dieses Engagement aussieht.

Was sind Klima-Grosseltern, und was bezwecken sie?

Manfred Knausz: Der Verein ist aus der Besorgnis der Grosselterngeneration über den menschengemachten Klimawandel entstanden. Wir organisieren Aufklärungsaktionen im öffentlichen Raum, halten Mahnwachen ab und machen politische Vorstösse. Dabei geht es uns nicht um uns selbst: Wir wollen, dass auch kommende Generationen eine Welt vorfinden, die eine ständige Lebenserneuerung erlaubt.

Thea Rauch: Im Gegensatz zu den Klimaseniorinnen sind wir noch wenig bekannt. Dabei existiert die Bewegung bereits seit 2014, und der Deutschschweizer Ableger wurde 2019 in Zürich gegründet. Man muss übrigens keine Enkelkinder haben, um bei den Klima-Grosseltern mitzumachen.

Was hat Sie persönlich dazu bewegt, sich für den Klimaschutz einzusetzen?

Knausz: Auf politischer Ebene wird zu wenig gegen die Klimakrise unternommen. Darum müssen wir aktiv werden. Seit ich nicht mehr erwerbstätig bin, kann ich freier über meine Zeit verfügen. Ich habe mich entschieden, mich verstärkt für den Schutz unseres Planeten und seiner Bewohnerinnen und Bewohner zu engagieren, weil ich hier den grössten Handlungsbedarf sehe.

Rauch: Ich will dazu beitragen, dass meine drei Enkelinnen in einer lebenswerten Umwelt leben können. Mein Engagement hilft mir, angesichts der Klimakrise nicht in ein Gefühl der Machtlosigkeit zu verfallen. Es gibt mir Hoffnung und Kraft, Veränderungen in unserer Gesellschaft zu ermöglichen.

Was bedeutet Verantwortung gegenüber kommenden Generationen für Sie?

Knausz: Für mich heisst dies, so zu leben, dass ich zu meinem Handeln stehen kann. Es geht dabei um eine persönliche Haltung, die Orientierung gibt – und zwar als Ziel und Vision, nicht als Dogma.

Rauch: Ich betrachte die Erde als eine Art Leihgabe, die wir nur vorübergehend nutzen dürfen. Mein Wunsch ist es, sie kommenden Generationen in einem möglichst intakten Zustand zu hinterlassen. Dafür müssen wir unser Verhalten kritisch hinterfragen und bereit sein, Gewohnheiten zu ändern.

Welche Rolle spielt Ihre Lebenserfahrung für Ihr Engagement?

Rauch: Mit zunehmendem Alter bin ich milder geworden und sehe heute mehr Zwischentöne statt nur Schwarz und Weiss. So muss man beispielsweise nicht komplett auf Fleisch verzichten oder nie mehr mit dem Flugzeug verreisen, schon eine Reduktion entlastet das Klima.

Knausz: Meine Lebenserfahrungen haben mich bescheidener gemacht. Ich habe gelernt, dass ich auf andere Menschen angewiesen bin. Darum finde ich Vereinigungen wie die Klima-Grosseltern so wichtig. Zusammen können wir mehr bewirken als Einzelpersonen.

Was können jüngere Generationen von älteren lernen – und umgekehrt?

Rauch: Auch wenn es meiner Meinung nach «die Jungen» oder «die Alten» so nicht gibt, glaube ich, dass ein nachhaltiger Lebensstil für unsere Generation oft einfacher war. Es gab in meiner Kindheit und Jugend beispielsweise kein Fast Food mit aufwendigen Verpackungen und keine Fast Fashion. Bei Schulbesuchen zeigen wir Klima-Grosseltern, wie wir früher gelebt haben – und dass weniger Konsum nicht zwangsläufig Verzicht bedeutet.

Knausz: Die jüngere Generation kann von uns lernen, innezuhalten und nicht nur im Moment zu leben. Das erfordert Geduld und Vertrauen in die Zukunft, die wir alle mitgestalten können. Umgekehrt besteht die Herausforderung für uns Ältere darin, sich eine gewisse Leichtigkeit zu bewahren. Es gilt, offen zu bleiben, sich immer wieder begeistern zu lassen und nicht zu verbittern. Ich bin überzeugt, dass wir viel voneinander lernen können, und schätze die Zusammenarbeit mit der Klimajugend immer sehr.

Thea Rauch von der Klima-Grosseltern der Sektion Zürich (links im Bild) ist Mitorganisatorin von Info- und Aufklärungsveranstaltungen rund um das Thema Klimaschutz. Foto: zvg

Wie sprechen Sie mit Ihren Enkelkindern über Klimaschutz?

Rauch: Ich möchte, dass meine Enkelinnen die Natur und die Biodiversität später auch noch so erleben können, wie ich es durfte und darf. Deshalb lebe ich ihnen meine Werte im Alltag vor, etwa durch einen bewussten Umgang mit Ressourcen oder durch Zeit in der Natur. Ein schönes Beispiel für ressourcenschonendes Einkaufen erlebte ich, als sich meine jüngste Enkelin neue Schuhe mit Blinklichtern wünschte und ich ihr umweltfreundlichere Alternativen zeigte. Und siehe da: Die anderen Schuhe – ganz ohne Batterie – gefielen ihr am Ende genauso gut. Meine älteste Enkelin wünschte sich einen Schulthek aus Recyclingmaterial, sie hat nachhaltigen Konsum offenbar bereits stärker verinnerlicht.

Knausz: Für mich ist entscheidend, dass solche Gespräche nie belehrend sind. Ich versuche ebenfalls, Klimaschutz im Alltag authentisch vorzuleben und meine Überzeugungen verständlich zu vermitteln. Es geht weniger um Vorschriften, sondern darum, Interesse zu wecken und Handlungsmöglichkeiten zu entdecken.

Welche Klima- und Umweltthemen liegen Ihnen besonders am Herzen?

Knausz: Mir ist wichtig, dass wir uns bewusst machen, dass die Erde ein lebendiger Organismus ist. Wenn es der Erde nicht gut geht, kann es uns Menschen auch nicht gut gehen.

Rauch: In unserer Sektion greifen wir immer wieder konkrete Alltagsthemen auf. Anlässlich des Swiss Overshoot Days organisieren wir jedes Jahr Informationsveranstaltungen in Zürich. An diesem Tag, der 2026 auf den 11. Mai fällt, haben wir in der Schweiz alle uns zur Verfügung stehenden Ressourcen aufgebraucht. Dieses Jahr führen wir Klima-Grosseltern der Sektion Zürich eine Aktion zum Thema klimaverträgliches Reisen durch. Wir gehen der Frage nach, ob nachhaltiger Tourismus überhaupt möglich ist und woran sich Greenwashing erkennen lässt.

Was raten Sie anderen Menschen aus Ihrer Generation, die sich fürs Klima engagieren möchten?

Knausz: Es gibt viele Möglichkeiten, sich in Vereinen oder Organisationen aktiv einzubringen. Wichtig ist, nicht im stillen Kämmerlein zu bleiben und den Kontakt mit Gleichgesinnten zu suchen. Gemeinsames Handeln macht stärker und motiviert, dranzubleiben. Es gibt mir selbst auch ein gutes Gefühl, wenn ich als Teil der Klimabewegung Gutes tun kann.

Rauch: Das kann auch im Kleinen beginnen – zum Beispiel, wenn man sich im Freundeskreis darüber austauscht, wie man sich klimafreundlicher ernähren oder nachhaltig reisen kann.

An welche Erlebnisse als Klima-Grosseltern denken Sie am liebsten zurück?

Rauch: Besonders gerne mag ich unsere Schulbesuche und die Gespräche mit den Kindern. Ein weiterer Höhepunkt waren die Kleidertauschaktionen, die wir als Klima-Grosseltern der Sektion Zürich organisierten. Dutzende Menschen frischten dort ihre Garderobe mit Kleidungsstücken aus zweiter Hand auf, statt Neues zu kaufen. Bei einer dieser Kleidertauschaktionen kam sogar Stadtrat Andreas Hauri vorbei.

Knausz: Wir Klima-Grosseltern der Sektion Solothurn haben bewirkt, dass der Klimanotstand im Kanton Solothurn gesetzlich verankert wurde. Die Annahme dieses Vorstosses durch den Kantonsrat war das Ergebnis intensiver Aufklärungsarbeit, und ich bin dankbar, dass wir dieses Ziel erreichen konnten.

Der Verein Klima-Grosseltern mit rund 1500 Mitgliedern und 1000 Interessierten in der Schweiz setzt sich für die Zukunft des Planeten und kommender Generationen ein. Thea Rauch von der Klima-Grosseltern-Sektion Zürich und Manfred Knausz von der Sektion Solothurn erzählen, wie dieses Engagement aussieht.

Was sind Klima-Grosseltern, und was bezwecken sie?

Manfred Knausz: Der Verein ist aus der Besorgnis der Grosselterngeneration über den menschengemachten Klimawandel entstanden. Wir organisieren Aufklärungsaktionen im öffentlichen Raum, halten Mahnwachen ab und machen politische Vorstösse. Dabei geht es uns nicht um uns selbst: Wir wollen, dass auch kommende Generationen eine Welt vorfinden, die eine ständige Lebenserneuerung erlaubt.

Thea Rauch: Im Gegensatz zu den Klimaseniorinnen sind wir noch wenig bekannt. Dabei existiert die Bewegung bereits seit 2014, und der Deutschschweizer Ableger wurde 2019 in Zürich gegründet. Man muss übrigens keine Enkelkinder haben, um bei den Klima-Grosseltern mitzumachen.

Was hat Sie persönlich dazu bewegt, sich für den Klimaschutz einzusetzen?

Knausz: Auf politischer Ebene wird zu wenig gegen die Klimakrise unternommen. Darum müssen wir aktiv werden. Seit ich nicht mehr erwerbstätig bin, kann ich freier über meine Zeit verfügen. Ich habe mich entschieden, mich verstärkt für den Schutz unseres Planeten und seiner Bewohnerinnen und Bewohner zu engagieren, weil ich hier den grössten Handlungsbedarf sehe.

Rauch: Ich will dazu beitragen, dass meine drei Enkelinnen in einer lebenswerten Umwelt leben können. Mein Engagement hilft mir, angesichts der Klimakrise nicht in ein Gefühl der Machtlosigkeit zu verfallen. Es gibt mir Hoffnung und Kraft, Veränderungen in unserer Gesellschaft zu ermöglichen.

Was bedeutet Verantwortung gegenüber kommenden Generationen für Sie?

Knausz: Für mich heisst dies, so zu leben, dass ich zu meinem Handeln stehen kann. Es geht dabei um eine persönliche Haltung, die Orientierung gibt – und zwar als Ziel und Vision, nicht als Dogma.

Rauch: Ich betrachte die Erde als eine Art Leihgabe, die wir nur vorübergehend nutzen dürfen. Mein Wunsch ist es, sie kommenden Generationen in einem möglichst intakten Zustand zu hinterlassen. Dafür müssen wir unser Verhalten kritisch hinterfragen und bereit sein, Gewohnheiten zu ändern.

Welche Rolle spielt Ihre Lebenserfahrung für Ihr Engagement?

Rauch: Mit zunehmendem Alter bin ich milder geworden und sehe heute mehr Zwischentöne statt nur Schwarz und Weiss. So muss man beispielsweise nicht komplett auf Fleisch verzichten oder nie mehr mit dem Flugzeug verreisen, schon eine Reduktion entlastet das Klima.

Knausz: Meine Lebenserfahrungen haben mich bescheidener gemacht. Ich habe gelernt, dass ich auf andere Menschen angewiesen bin. Darum finde ich Vereinigungen wie die Klima-Grosseltern so wichtig. Zusammen können wir mehr bewirken als Einzelpersonen.

Was können jüngere Generationen von älteren lernen – und umgekehrt?

Rauch: Auch wenn es meiner Meinung nach «die Jungen» oder «die Alten» so nicht gibt, glaube ich, dass ein nachhaltiger Lebensstil für unsere Generation oft einfacher war. Es gab in meiner Kindheit und Jugend beispielsweise kein Fast Food mit aufwendigen Verpackungen und keine Fast Fashion. Bei Schulbesuchen zeigen wir Klima-Grosseltern, wie wir früher gelebt haben – und dass weniger Konsum nicht zwangsläufig Verzicht bedeutet.

Knausz: Die jüngere Generation kann von uns lernen, innezuhalten und nicht nur im Moment zu leben. Das erfordert Geduld und Vertrauen in die Zukunft, die wir alle mitgestalten können. Umgekehrt besteht die Herausforderung für uns Ältere darin, sich eine gewisse Leichtigkeit zu bewahren. Es gilt, offen zu bleiben, sich immer wieder begeistern zu lassen und nicht zu verbittern. Ich bin überzeugt, dass wir viel voneinander lernen können, und schätze die Zusammenarbeit mit der Klimajugend immer sehr.

Thea Rauch von der Klima-Grosseltern der Sektion Zürich (links im Bild) ist Mitorganisatorin von Info- und Aufklärungsveranstaltungen rund um das Thema Klimaschutz. Foto: zvg

Wie sprechen Sie mit Ihren Enkelkindern über Klimaschutz?

Rauch: Ich möchte, dass meine Enkelinnen die Natur und die Biodiversität später auch noch so erleben können, wie ich es durfte und darf. Deshalb lebe ich ihnen meine Werte im Alltag vor, etwa durch einen bewussten Umgang mit Ressourcen oder durch Zeit in der Natur. Ein schönes Beispiel für ressourcenschonendes Einkaufen erlebte ich, als sich meine jüngste Enkelin neue Schuhe mit Blinklichtern wünschte und ich ihr umweltfreundlichere Alternativen zeigte. Und siehe da: Die anderen Schuhe – ganz ohne Batterie – gefielen ihr am Ende genauso gut. Meine älteste Enkelin wünschte sich einen Schulthek aus Recyclingmaterial, sie hat nachhaltigen Konsum offenbar bereits stärker verinnerlicht.

Knausz: Für mich ist entscheidend, dass solche Gespräche nie belehrend sind. Ich versuche ebenfalls, Klimaschutz im Alltag authentisch vorzuleben und meine Überzeugungen verständlich zu vermitteln. Es geht weniger um Vorschriften, sondern darum, Interesse zu wecken und Handlungsmöglichkeiten zu entdecken.

Welche Klima- und Umweltthemen liegen Ihnen besonders am Herzen?

Knausz: Mir ist wichtig, dass wir uns bewusst machen, dass die Erde ein lebendiger Organismus ist. Wenn es der Erde nicht gut geht, kann es uns Menschen auch nicht gut gehen.

Rauch: In unserer Sektion greifen wir immer wieder konkrete Alltagsthemen auf. Anlässlich des Swiss Overshoot Days organisieren wir jedes Jahr Informationsveranstaltungen in Zürich. An diesem Tag, der 2026 auf den 11. Mai fällt, haben wir in der Schweiz alle uns zur Verfügung stehenden Ressourcen aufgebraucht. Dieses Jahr führen wir Klima-Grosseltern der Sektion Zürich eine Aktion zum Thema klimaverträgliches Reisen durch. Wir gehen der Frage nach, ob nachhaltiger Tourismus überhaupt möglich ist und woran sich Greenwashing erkennen lässt.

Was raten Sie anderen Menschen aus Ihrer Generation, die sich fürs Klima engagieren möchten?

Knausz: Es gibt viele Möglichkeiten, sich in Vereinen oder Organisationen aktiv einzubringen. Wichtig ist, nicht im stillen Kämmerlein zu bleiben und den Kontakt mit Gleichgesinnten zu suchen. Gemeinsames Handeln macht stärker und motiviert, dranzubleiben. Es gibt mir selbst auch ein gutes Gefühl, wenn ich als Teil der Klimabewegung Gutes tun kann.

Rauch: Das kann auch im Kleinen beginnen – zum Beispiel, wenn man sich im Freundeskreis darüber austauscht, wie man sich klimafreundlicher ernähren oder nachhaltig reisen kann.

An welche Erlebnisse als Klima-Grosseltern denken Sie am liebsten zurück?

Rauch: Besonders gerne mag ich unsere Schulbesuche und die Gespräche mit den Kindern. Ein weiterer Höhepunkt waren die Kleidertauschaktionen, die wir als Klima-Grosseltern der Sektion Zürich organisierten. Dutzende Menschen frischten dort ihre Garderobe mit Kleidungsstücken aus zweiter Hand auf, statt Neues zu kaufen. Bei einer dieser Kleidertauschaktionen kam sogar Stadtrat Andreas Hauri vorbei.

Knausz: Wir Klima-Grosseltern der Sektion Solothurn haben bewirkt, dass der Klimanotstand im Kanton Solothurn gesetzlich verankert wurde. Die Annahme dieses Vorstosses durch den Kantonsrat war das Ergebnis intensiver Aufklärungsarbeit, und ich bin dankbar, dass wir dieses Ziel erreichen konnten.

L’association Grands-parents pour le climat compte environ 1500 membres et 1000 sympathisants en Suisse. Elle s’engage pour l’avenir de la planète et des générations futures. Thea Rauch, de la section zurichoise, et Manfred Knausz, de la section soleuroise, expliquent leur combat.

Que sont les Grands-parents pour le climat et quel est leur objectif?

Manfred Knausz: L’association est née de l’inquiétude de la génération des grands-parents face au changement climatique causé par l’homme. Nous organisons des actions d’information dans l’espace public, tenons des veillées et menons des interventions politiques. Notre démarche n’est pas égoïste: nous voulons que les générations futures bénéficient elles aussi d’un monde permettant un renouvellement constant de la vie.

Thea Rauch: Contrairement aux Aînées pour le climat, nous sommes encore peu connus. Pourtant, le mouvement existe depuis 2014 déjà et la branche suisse alémanique a été fondée en 2019 à Zurich. Il n’est d’ailleurs pas nécessaire d’avoir des petits-enfants pour rejoindre les Grands-parents pour le climat.

Qu’est-ce qui vous a personnellement incités à vous engager pour la protection du climat?

Manfred Knausz: Sur le plan politique, trop peu de choses sont faites pour lutter contre la crise climatique. C’est pourquoi nous devons agir. Depuis que je n’ai plus d’activité professionnelle, je dispose plus librement de mon temps. J’ai décidé de m’engager davantage pour la protection de notre planète et de ses habitants, car c’est là que je vois le plus grand besoin d’agir.

Thea Rauch: Je veux contribuer à ce que mes trois petites-filles puissent vivre dans un environnement vivable. Mon engagement m’aide à ne pas sombrer dans un sentiment d’impuissance face à la crise climatique. Il me donne l’espoir et la force nécessaires pour faire évoluer notre société.

Que signifie pour vous la responsabilité envers les générations futures?

Manfred Knausz: Pour moi, cela signifie vivre de manière à pouvoir assumer mes actes. Il s’agit d’une attitude personnelle qui donne une orientation – un objectif, une vision, et non un dogme.

Thea Rauch: Je considère la Terre comme une sorte de prêt que nous ne pouvons utiliser que temporairement. Mon souhait est de la transmettre aux générations futures dans le meilleur état possible. Pour cela, nous devons remettre en question notre comportement et être prêts à changer nos habitudes.

Quel rôle joue votre expérience de vie dans votre engagement?

Thea Rauch: Avec l’âge, je me suis adouci et je perçois désormais davantage de nuances plutôt que de tout voir en noir et blanc. Il n’est par exemple pas nécessaire de renoncer complètement à la viande ou de ne plus jamais prendre l’avion, une simple réduction suffit déjà à soulager le climat.

Manfred Knausz: Mes expériences de vie m’ont rendu plus modeste. J’ai appris que je suis tributaire des autres. C’est pourquoi je trouve des associations comme les Grands-parents pour le climat si importantes. Ensemble, nous avons plus d’impact que seuls.

Que peuvent apprendre les jeunes générations de leurs aînés – et inversement?

Thea Rauch: Même si, à mon avis, «les jeunes» ou «les vieux» n’existent pas en tant que tels, je pense qu’un mode de vie durable était souvent plus accessible pour notre génération. Dans mon enfance et mon adolescence, par exemple, il n’y avait ni fast-food avec ses emballages superflus ni fast-fashion. Lors de nos visites dans les écoles, nous, Grands-parents pour le climat, montrons comment nous vivions autrefois – et que consommer moins ne rime pas forcément avec privation.

Manfred Knausz: La jeune génération peut apprendre de nous à s’arrêter et à ne pas vivre uniquement dans l’instant. Cela demande de la patience et de la confiance dans l’avenir, que nous pouvons tous contribuer à façonner. Inversement, le défi pour nous, les plus âgés, est de conserver une certaine légèreté. Il faut rester ouvert, se laisser toujours enthousiasmer et ne pas s’aigrir. Je suis convaincu que nous avons beaucoup à apprendre les uns des autres et j’apprécie toujours beaucoup la collaboration avec les jeunes engagés pour le climat.

Thea Rauch est coorganisatrice de manifestations d’information et de sensibilisation sur le thème de la protection du climat. Photo: DR

Comment parlez-vous de la protection du climat à vos petits-enfants?

Thea Rauch: J’aimerais que mes petites-filles puissent plus tard faire l’expérience de la nature et de la biodiversité comme j’ai eu la chance de le faire. C’est pourquoi je leur transmets mes valeurs au quotidien, que ce soit en utilisant les ressources de manière responsable ou en passant du temps dehors. Un bel exemple: la plus jeune de mes petites-filles voulait des chaussures avec des lumières clignotantes. Je lui ai montré des alternatives plus écologiques et, finalement, les autres chaussures – sans pile – lui ont tout autant plu. Quant à l’aînée, elle souhaitait un cartable en matériaux recyclés. Elle a visiblement déjà bien intégré la notion de consommation durable.

Manfred Knausz: Pour moi, il est essentiel que ces discussions ne soient jamais moralisatrices. J’essaie également de montrer concrètement ce qu’est la protection du climat au quotidien et de partager mes convictions de manière accessible. Il s’agit moins d’imposer des règles que d’éveiller l’intérêt et d’explorer ensemble les possibilités d’action.

Quels sont les thèmes climatiques et environnementaux qui vous tiennent particulièrement à cœur?

Manfred Knausz: Il est important pour moi que nous prenions conscience que la Terre est un organisme vivant. Si la Terre ne va pas bien, nous, les humains, ne pouvons pas aller bien non plus.

Thea Rauch: Dans notre section, nous abordons toujours des thèmes concrets du quotidien. Chaque année, nous organisons des réunions d’information à Zurich à l’occasion du Swiss Overshoot Day. Ce jour-là, qui tombera le 11 mai 2026, nous aurons consommé toutes les ressources dont nous disposons en Suisse pour l’année. Cette année, nous, les Grands-parents pour le climat de la section de Zurich, organisons une action sur le thème des voyages respectueux du climat. Nous nous pencherons sur la question du tourisme durable et sur les moyens d’identifier le greenwashing.

Que conseillez-vous aux personnes de votre génération qui souhaitent s’engager pour le climat?

Manfred Knausz: Il existe de nombreuses possibilités de s’engager activement dans des associations ou des organisations. Il est important de ne pas rester dans son coin et de chercher le contact avec des personnes qui partagent nos convictions. L’action collective donne de la force et motive à persévérer. Je me sens bien lorsque je peux agir positivement en tant que membre du mouvement climatique.

Thea Rauch: On peut aussi commencer à petite échelle, par exemple en discutant entre amis de la manière dont on peut se nourrir de façon plus respectueuse du climat ou voyager de manière durable.

Quelles ont été vos expériences préférées en tant que Grands-parents pour le climat?

Thea Rauch: J’aime particulièrement nos visites dans les écoles et les discussions avec les enfants. Les bourses aux vêtements que nous avons organisées avec la section zurichoise ont été un autre moment fort. Des dizaines de personnes ont renouvelé leur garde-robe avec des habits de seconde main plutôt que d’en acheter des neufs. Lors de l’une de ces bourses, le conseiller municipal Andreas Hauri est même passé nous voir.

Manfred Knausz: Nous, les Grands-parents pour le climat de la section de Soleure, avons œuvré pour que l’état d’urgence climatique soit inscrit dans la loi cantonale. Le Grand Conseil a adopté cette intervention grâce à un intense travail d’information, et je suis reconnaissant que nous ayons pu atteindre cet objectif.

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Erste Veröffentlichung: 
6.5.2026
  |  Letztes Update: 
6.5.2026

Nachhaltigkeit und Klimaschutz haben viele Gesichter

Vom Mitarbeiter auf dem Recyclinghof bis zur freiwilligen Tierschützerin: Es sind Menschen, die durch ihr Handeln einen ökologischen Impact leisten – beruflich oder privat, laut oder leise. In dieser 18-teiligen Serie porträtieren wir Persönlichkeiten, die zeigen, wie vielfältig ein zukunftsfähiger Alltag aussieht. Wir begleiten sie in ihrem Tun, werfen einen Blick hinter die Kulissen ihres Wirkens und lassen sie selbst zu Wort kommen.

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