Das Smartphone unter dem Weihnachtsbaum bringt aber auch eine Verantwortung für die Eltern mit sich: Der Medienkonsum kann ohne Abmachungen und Regeln rasch aus dem Ruder laufen – hier sind Eltern gefordert, die ersten Schritte ins Internet zu begleiten.
Die positiven Aspekte eines Smartphones sind offensichtlich: Soziale Teilhabe, vereinfachte Kommunikationsmöglichkeiten und das kleine Wunder, das gesammelte Wissen der Welt quasi «in der Hosentasche» zu haben.
Es gilt aber auch, Inhalte und Verhalten wie Cybermobbing, verzerrte Schönheitsideale oder bedenkliche Trends in den sozialen Medien offen anzusprechen. Gerade Eltern werden immer wieder mit der Frage konfrontiert, wie viel Zeit ihr Kind vor dem Bildschirm verbringen darf und welche individuellen Regeln Orientierung bieten.
Die perfekte Lösung gibt es nicht
Doch wie haben diese Regeln auszusehen? Es gibt kein festgeschriebenes Regelwerk, das für alle Kinder und Jugendlichen gleichermassen anwendbar ist – hier braucht es Augenmass.
Michèle Brogle arbeitet als Medienpädagogin für Swisscom und weiss Bescheid über die Herausforderungen, Kinder in die digitale Welt zu begleiten: «Als Mutter spüre ich oft Unsicherheiten – bei Eltern, genau wie bei Schülerinnen und Schülern. Aber die perfekte Lösung gibt es nicht. Es liegt immer in der Verantwortung der Eltern, ihren Kindern einen sicheren Umgang zu ermöglichen.»
Die folgenden Tipps dienen als Orientierungshilfe für Eltern:
Die 3-6-9-12 Regel
Der Psychoanalytiker Serge Tisseron hat vertieft das Verhalten von Kindern und Jugendlichen im digitalen Zeitalter erforscht und dadurch seine bekannte «3-6-9-12 Regel» aufgestellt, die als ungefährer Anhaltspunkt für viele Eltern gilt:
0 bis 3 Jahre: Reduziere die Online-Zeit auf ein Minimum
3 bis 6 Jahre: Setze Zeitlimiten und gehe gemeinsam mit dem Kind online
6 bis 9 Jahre: Nutze gemeinsam mit dem Kind die Geräte als kreatives Instrument
9 bis 12 Jahre: Rede mit deinem Kind über den sinnvollen Einsatz, Online-Pausen und vermehrt auch über manipulierende Inhalte
Vertrauen ist gut, Security ist besser
Die meisten Smartphones besitzen integrierte Sicherheitssysteme, mit denen nicht jugendfreie Seiten blockiert werden können. Swisscom bietet zusätzlich mit «Internet Security» neben vielen weiteren Sicherheitsfunktionen auch die Möglichkeit, Zugriffszeiten und Inhalte zu beschränken.
Sei ein Vorbild!
Eltern sind die wichtigsten Bezugspersonen ihrer Kinder. Hängst du selbst rund um die Uhr am Smartphone, dann wird dein Nachwuchs es dir gleichtun. Was Mama und Papa machen, muss ja gut sein, oder? Deshalb: Behalte deine eigene Bildschirmzeit im Blick. Extra-Tipp: Legt bestimmte Zeitfenster fest, in denen das Smartphone oder Tablet zum Einsatz kommen dürfen. Und diese Zeiten gelten dann für die ganze Familie.
*Name und Ort von der Redaktion geändert