Die Verwendung von Holz in modernen Bauten bindet langfristig CO2 und kann gegenüber reinen Betonstrukturen die Emissionen erheblich senken. Foto: Getty Images, iStock
Die Verwendung von Holz in modernen Bauten bindet langfristig CO2 und kann gegenüber reinen Betonstrukturen die Emissionen erheblich senken. Foto: Getty Images, iStock
L’utilisation du bois dans les constructions modernes permet de séquestrer le CO₂ à long terme et peut réduire considérablement les émissions par rapport aux structures entièrement en béton. Photo: Getty Images, iStock
Vom Schweizer Wald ins Hochhaus: Holz wächst in die Höhe
Vom Schweizer Wald ins Hochhaus: Holz wächst in die Höhe
Le bois s’impose dans les gratte-ciel et les aéroports suisses
Punkte
|
3
Min. Lesezeit
Das H1 in Regensdorf gilt derzeit als höchstes Holzhybridhochhaus der Schweiz. Am Flughafen Zürich soll ein neues Dock auf den Passagierebenen grösstenteils aus Holz entstehen. Der Baustoff hat damit die Nische verlassen.
Das H1 in Regensdorf gilt derzeit als höchstes Holzhybridhochhaus der Schweiz. Am Flughafen Zürich soll ein neues Dock auf den Passagierebenen grösstenteils aus Holz entstehen. Der Baustoff hat damit die Nische verlassen.
À Regensdorf, une tour hybride de 75 mètres stocke 1500 tonnes de CO₂. À Zurich, le futur terminal A sera construit en grande partie en bois issu de sources durables.
75 Meter hoch ist das H1 auf dem Zwhatt-Areal in Regensdorf. Im Turm befinden sich 156 Wohnungen, ein doppelgeschossiger Gemeinschaftsraum und ein Waschsalon. Photovoltaikelemente ziehen sich über die Fassade; weitere Module liegen auf dem Dach. Das Bemerkenswerte befindet sich jedoch hinter der Hülle.
Der Erschliessungskern, die drei Sockelgeschosse und die Geschossdecken bestehen aus Beton. Für Stützen und Träger wurde Holz eingesetzt, darunter Buchenholz aus Schweizer Wäldern. Das H1 ist somit kein Holzhaus im klassischen Sinn, sondern ein Hybridbau.
«Es geht nicht darum, Beton zu verteufeln, es geht darum, ihn spezifischer einzusetzen», sagte der Zürcher Architekt Roger Boltshauser in einem Interview für das Magazin des Zwhatt-Areals. Hybride Strukturen, die die Eigenschaften verschiedener Materialien kombinierten, seien aus seiner Sicht ein vielversprechender Ansatz.
Ein Speicher, aber kein Freipass
Während ihres Wachstums entziehen Bäume der Atmosphäre CO2. Wird das Holz später in langlebigen Produkten eingesetzt, kann ein Teil des Kohlenstoffs über längere Zeit gespeichert bleiben. Nach Angaben der Projektverantwortlichen spart der Hybridbau der Wohngeschosse des H1 gegenüber einer reinen Betonstruktur rund 600 Tonnen CO2 ein. Das entspricht etwa einem Viertel. Im verbauten Holz seien weitere 1500 Tonnen CO2 eingelagert.
Das Bundesamt für Umwelt unterscheidet drei Klimaleistungen von Wald und Holz: die Speicherung im Wald, die Speicherung in langlebigen Holzprodukten und den Ersatz emissionsintensiver Materialien. Zugleich hält das Amt fest, dass für die gesamte Klimaleistung die Entwicklung des Waldes selbst entscheidend bleibt. Vitalität, Biodiversität und eine angepasste Bewirtschaftung sind die Voraussetzung dafür.
Holzbau ist keine Nische mehr
Dass ein Hochhaus wie das H1 heute möglich ist, hat auch mit den Brandschutzvorschriften zu tun. Seit ihrer Revision im Jahr 2015 können Holzbauten in allen Gebäudekategorien und Nutzungen errichtet werden. Bei Hochhäusern gelten besondere Rahmenbedingungen.
Ein Vorteil liegt in der Vorfertigung. Beim H1 wuchs der Rohbau um ein Geschoss pro Woche. Für die Träger wurden verleimte Buchenstäbe statt Furniere verwendet. Nach Angaben auf der Projektseite benötigt das Verfahren rund 80 Prozent weniger Leim. Es handelt sich um eine Schweizer Entwicklung.
Nicht jeder Höhenrekord wird allerdings realisiert. In der Winterthurer Lokstadt war mit «Rocket» ein 100 Meter hohes Holz-Hybrid-Wohnhaus geplant. Wie der «Tages-Anzeiger» im vergangenen Oktober berichtete, verzichtete die neue Eigentümerin aus Risikoüberlegungen und wirtschaftlichen Gründen auf die Holz-Hybrid-Bauweise. Der Turm soll nun mit Stahl und Beton entstehen.
Ein Flughafendock aus Holz
Wie weit Holz inzwischen trägt, zeigt ein Projekt an einem unerwarteten Ort. Am Flughafen Zürich soll ab 2030 das neue Dock A entstehen. Das Projekt «Raumfachwerk» wird unter der Federführung des dänischen Architekturbüros BIG geplant. Beteiligt ist auch das Zürcher Büro 10:8 Architekten.
Auf den Passagierebenen soll der Neubau grösstenteils aus nachhaltigem Holz gebaut werden. Das Dach des Docks und der Dockwurzel ist als Photovoltaikfläche vorgesehen und soll rund zwei Drittel des jährlichen Strombedarfs des Docks decken. Die Grössenordnung ist beträchtlich: Das heutige Dock A wird von rund einem Drittel der abfliegenden und ankommenden Passagiere genutzt.
Die Zukunft des Bauens wird nicht aus einem einzigen Material bestehen. Doch Holz übernimmt Aufgaben weit jenseits des klassischen Einfamilienhauses: vom Wohnturm bis zum Flughafendock.
75 Meter hoch ist das H1 auf dem Zwhatt-Areal in Regensdorf. Im Turm befinden sich 156 Wohnungen, ein doppelgeschossiger Gemeinschaftsraum und ein Waschsalon. Photovoltaikelemente ziehen sich über die Fassade; weitere Module liegen auf dem Dach. Das Bemerkenswerte befindet sich jedoch hinter der Hülle.
Der Erschliessungskern, die drei Sockelgeschosse und die Geschossdecken bestehen aus Beton. Für Stützen und Träger wurde Holz eingesetzt, darunter Buchenholz aus Schweizer Wäldern. Das H1 ist somit kein Holzhaus im klassischen Sinn, sondern ein Hybridbau.
«Es geht nicht darum, Beton zu verteufeln, es geht darum, ihn spezifischer einzusetzen», sagte der Zürcher Architekt Roger Boltshauser in einem Interview für das Magazin des Zwhatt-Areals. Hybride Strukturen, die die Eigenschaften verschiedener Materialien kombinierten, seien aus seiner Sicht ein vielversprechender Ansatz.
Ein Speicher, aber kein Freipass
Während ihres Wachstums entziehen Bäume der Atmosphäre CO2. Wird das Holz später in langlebigen Produkten eingesetzt, kann ein Teil des Kohlenstoffs über längere Zeit gespeichert bleiben. Nach Angaben der Projektverantwortlichen spart der Hybridbau der Wohngeschosse des H1 gegenüber einer reinen Betonstruktur rund 600 Tonnen CO2 ein. Das entspricht etwa einem Viertel. Im verbauten Holz seien weitere 1500 Tonnen CO2 eingelagert.
Das Bundesamt für Umwelt unterscheidet drei Klimaleistungen von Wald und Holz: die Speicherung im Wald, die Speicherung in langlebigen Holzprodukten und den Ersatz emissionsintensiver Materialien. Zugleich hält das Amt fest, dass für die gesamte Klimaleistung die Entwicklung des Waldes selbst entscheidend bleibt. Vitalität, Biodiversität und eine angepasste Bewirtschaftung sind die Voraussetzung dafür.
Holzbau ist keine Nische mehr
Dass ein Hochhaus wie das H1 heute möglich ist, hat auch mit den Brandschutzvorschriften zu tun. Seit ihrer Revision im Jahr 2015 können Holzbauten in allen Gebäudekategorien und Nutzungen errichtet werden. Bei Hochhäusern gelten besondere Rahmenbedingungen.
Ein Vorteil liegt in der Vorfertigung. Beim H1 wuchs der Rohbau um ein Geschoss pro Woche. Für die Träger wurden verleimte Buchenstäbe statt Furniere verwendet. Nach Angaben auf der Projektseite benötigt das Verfahren rund 80 Prozent weniger Leim. Es handelt sich um eine Schweizer Entwicklung.
Nicht jeder Höhenrekord wird allerdings realisiert. In der Winterthurer Lokstadt war mit «Rocket» ein 100 Meter hohes Holz-Hybrid-Wohnhaus geplant. Wie der «Tages-Anzeiger» im vergangenen Oktober berichtete, verzichtete die neue Eigentümerin aus Risikoüberlegungen und wirtschaftlichen Gründen auf die Holz-Hybrid-Bauweise. Der Turm soll nun mit Stahl und Beton entstehen.
Ein Flughafendock aus Holz
Wie weit Holz inzwischen trägt, zeigt ein Projekt an einem unerwarteten Ort. Am Flughafen Zürich soll ab 2030 das neue Dock A entstehen. Das Projekt «Raumfachwerk» wird unter der Federführung des dänischen Architekturbüros BIG geplant. Beteiligt ist auch das Zürcher Büro 10:8 Architekten.
Auf den Passagierebenen soll der Neubau grösstenteils aus nachhaltigem Holz gebaut werden. Das Dach des Docks und der Dockwurzel ist als Photovoltaikfläche vorgesehen und soll rund zwei Drittel des jährlichen Strombedarfs des Docks decken. Die Grössenordnung ist beträchtlich: Das heutige Dock A wird von rund einem Drittel der abfliegenden und ankommenden Passagiere genutzt.
Die Zukunft des Bauens wird nicht aus einem einzigen Material bestehen. Doch Holz übernimmt Aufgaben weit jenseits des klassischen Einfamilienhauses: vom Wohnturm bis zum Flughafendock.
La tour H1, située sur le site de Zwhatt à Regensdorf, culmine à 75 mètres. Elle abrite 156 appartements, un espace commun sur deux étages et une laverie, surplombant le site. Des panneaux photovoltaïques recouvrent la façade; d’autres modules sont installés sur le toit. Mais le plus remarquable se trouve derrière cette enveloppe.
Le noyau structurel, les trois niveaux de soubassement et les planchers sont en béton. Le bois, notamment du hêtre issu des forêts suisses, a été utilisé pour les poteaux et les poutres. Le H1 n’est donc pas une maison en bois au sens classique du terme, mais une construction hybride.
«Il ne s’agit pas de diaboliser le béton, mais de l’utiliser de manière plus ciblée», a expliqué l’architecte zurichois Roger Boltshauser dans une interview accordée au magazine du site Zwhatt. Selon lui, les structures hybrides, qui combinent les propriétés de différents matériaux, constituent une approche prometteuse.
Un espace de stockage, mais pas un sésame
Au cours de leur croissance, les arbres absorbent le CO₂ de l’atmosphère. Si le bois est ensuite utilisé dans des produits durables, une partie du carbone peut rester stockée pendant une longue période. Selon les responsables du projet, la construction hybride des étages d’habitation du H1 permet d’économiser environ 600 tonnes de CO₂ par rapport à une structure entièrement en béton. Cela correspond à environ un quart. Le bois utilisé dans la construction stocke quant à lui 1500 tonnes supplémentaires de CO₂.
L’Office fédéral de l’environnement distingue trois contributions des forêts et du bois à la lutte contre le changement climatique: le stockage dans les forêts, le stockage dans les produits en bois à longue durée de vie et le remplacement des matériaux à fortes émissions. Parallèlement, l’Office souligne que l’évolution de la forêt elle-même reste déterminante pour l’ensemble de cette contribution. La vitalité, la biodiversité et une gestion adaptée en sont les conditions préalables.
La construction en bois n’est plus un marché de niche
Le fait qu’un gratte-ciel comme le H1 soit aujourd’hui possible tient également aux règles de sécurité incendie. Depuis leur révision en 2015, les constructions en bois peuvent être érigées dans toutes les catégories de bâtiments et pour toutes les affectations. Des conditions-cadres particulières s’appliquent aux gratte-ciel.
L’un des avantages réside dans la préfabrication. Sur le chantier du H1, le gros œuvre s’est élevé d’un étage par semaine. Pour les poutres, on a utilisé des barres de hêtre collées plutôt que du placage. Selon les informations fournies sur la page du projet, ce procédé nécessite environ 80% de colle en moins. Il s’agit d’une innovation suisse.
Cependant, tous les records de hauteur ne sont pas battus. À Lokstadt, à Winterthour, un immeuble d’habitation hybride en bois de 100 mètres de haut, baptisé «Rocket», était prévu. Comme l’a rapporté le «Tages-Anzeiger» en octobre 2025, la nouvelle propriétaire a renoncé à la construction hybride en bois pour des raisons de risque et d’ordre économique. La tour doit désormais être construite en acier et en béton.
Un terminal d’aéroport en bois
Un projet mené dans un lieu inattendu montre à quel point le bois a désormais le vent en poupe. Le nouveau terminal A doit voir le jour à l’aéroport de Zurich à partir de 2030. Le projet «Raumfachwerk» est conçu sous la houlette du cabinet d’architecture danois BIG. Le cabinet zurichois 10:8 Architekten y participe également.
Au niveau des passagers, le nouveau bâtiment sera en grande partie construit en bois issu de sources durables. Le toit du terminal et de son aile d’embarquement est prévu pour accueillir des panneaux photovoltaïques et devrait couvrir environ les deux tiers des besoins annuels en électricité du terminal. L’ampleur du projet est considérable: le dock A actuel est utilisé par environ un tiers des passagers au départ et à l’arrivée.
L’avenir de la construction ne reposera pas sur un seul matériau. Mais le bois est désormais utilisé pour des projets qui vont bien au-delà de la maison individuelle classique: de la tour d’habitation au terminal d’aéroport.