Nun wollen Sie aber kein neues Fahrzeug bauen, sondern ein altes umbauen.
Es braucht neue Lösungen für den Automobilsektor. Stichwort: Kreislaufwirtschaft. Es ergibt keinen Sinn, alte Autos zu verschrotten und durch neue Elektrofahrzeuge zu ersetzen. Deshalb wollen wir einen alten Van umbauen. Damit zeigen wir, dass das möglich ist und dass so über 80 Prozent des Fussabdrucks reduziert werden können, im Vergleich zum Weiterfahren mit einem Dieselvan. Wir verwenden viele Komponenten des Fahrzeugs weiter und verdoppeln so die Lebensdauer des Fahrzeugs. Längerfristig wollen wir solche Umbau-Systeme grossflächig und bezahlbar an den Markt bringen. Etablierte Autobauer denken natürlich nicht an diese Möglichkeit, weil das von der markttechnischen Seite weniger attraktiv ist.
Wo steht das Umbau-Projekt momentan?
Der erste Schritt ist, die gesamte Dieselkomponente – Motor, Gastank, Auspuff – auszubauen und den Elektromotor und die Batterie einzubauen. Genau daran sind wir jetzt. Das Konzept ist vollendet und nun testen wir alle Komponenten. Der Umbau zum Elektrofahrzeug soll in den nächsten Monaten fertiggestellt sein. Im zweiten Schritt kommen die Solarelemente dazu. Dann kommt das Innenleben, denn wir möchten ein Innenkonzept entwickeln, das möglichst ausschliesslich aus rezyklierten Materialien besteht und natürlich nur mit erneuerbarem Strom angetrieben wird. Anfang 2024 sind wir hoffentlich bereit für die Schweiztour.
Das klingt ziemlich easy. Aber wahrscheinlich ist es komplexer, als man meint?
Die grösste Herausforderung ist die Flexibilität des Fahrzeugs, weil wir vieles einbauen und demonstrieren möchten. Dass alles zusammen gut funktioniert, ist eine Ingenieur-Challenge. Wir möchten als Hauptenergiequelle ausfaltbare Solarpaneele haben, die die Solarausrichtung, also den Winkel, automatisch finden können. Wir haben eine Windmessung, die sagen kann, wann es kritisch für die Struktur wird. Ausserdem braucht es die Möglichkeit, bei schlechtem Wetter eine Ladestation aufsuchen zu können.