Kaum ein Schweizer Gletscher steht so sinnbildlich für den Klimawandel wie der Morteratschgletscher im Engadin. Einst reichte die gewaltige Eiszunge bis zur Haltestelle des Bahnhofs Morteratsch. Wer den Gletscher heute erreichen will, muss rund drei Kilometer durchs Tal gehen. Diese Entwicklung wollte der Engadiner Glaziologe Dr. Felix Keller nicht einfach hinnehmen. Von 2017 bis 2019 untersuchte er mit dem Projekt «Mort Alive», wie sich der Rückgang des Morteratschgletschers bremsen liesse. Aus diesem Engagement entwickelte sich später Glaciers Alive. Gemeinsam mit Hochschulen, Unternehmen und lokalen Partnern sucht die Stiftung nach Wegen, Gletscher und ihre Funktion als Wasserspeicher zu erhalten.
Ein Ansatz kommt bereits auf der Diavolezza im Engadin zum Einsatz: Dort schützen Vliese Schnee und Eis vor direkter Sonneneinstrahlung. Glaciers Alive entwickelte dafür ein mikroplastikfreies und biologisch abbaubares Vlies als Alternative zu der bisher verwendeten Abdeckung.
«Gerade in der Schweiz nehmen viele Menschen Gletscher vor allem als Teil der Landschaft wahr. Dabei geht es hier auch um immense Süsswasserspeicher», sagt Thomas Spiegelberg, Präsident von Glaciers Alive. Wie sich diese Ressource schützen, speichern und ihre Bedeutung vermitteln lässt, zeigen drei Projekte von Glaciers Alive.

