Digitaler Medienkonsum gehört längst zu unserem Alltag. Ob eine spannende Serie am Abend oder die beste Playlist für unterwegs, Bild und Ton sind jederzeit auf Knopfdruck abrufbar. Doch der ständige Datenstrom hinterlässt Spuren beim Energieverbrauch. Dieser entsteht nicht nur in fernen Rechenzentren, sondern auch an den eigenen Endgeräten.
Wer klimabewusster unterwegs sein möchte, muss das Handy oder den Fernseher aber nicht komplett ausgeschaltet lassen. Denn bei den eigenen Geräten und Gewohnheiten lässt sich direkt ansetzen. Die folgenden acht Tipps zeigen, wie Sie Ihren ökologischen Fussabdruck beim Streamen senken und dabei ganz einfach Energie und Geld sparen können.
1. Auf Energieeffizienzklasse und Bildschirmgrösse achten
Je grösser ein Display, desto mehr Strom verbraucht es. Ein Smartphone oder Tablet benötigt beim Videostreaming somit nur einen Bruchteil der Energie eines TVs. Achten Sie deshalb beim Neukauf von Fernsehern und Monitoren auf die offizielle Energieetikette (Skala A bis G) und wählen Sie ein möglichst effizientes Gerät. Oft reicht ein kleineres Modell für ein tolles Seherlebnis bereits aus.
2. HDR-Modus ausschalten
HDR sorgt zwar für kräftigere Farben und Kontraste, lässt den Strombedarf aber spürbar steigen. Das Deaktivieren in den Bildeinstellungen kann den Energieverbrauch des Geräts um bis zu 70 Prozent senken und ist somit einer der grössten Hebel für energieeffizientes Streamen.
3. Auflösung bewusst wählen
Ob ein Video mit einer Auflösung von 8K oder Standard HD abgespielt wird, lässt sich bei einem normalen Sitzabstand und kleineren Bildschirmen mit blossem Auge kaum erkennen. Eine höhere Auflösung verbraucht somit in der Regel mehr Energie und Datenvolumen, ohne einen erkennbaren Mehrwert zu liefern.
4. Musik und Serien herunterladen statt streamen
Wer seine Lieblingssongs oder -serien immer streamt, belastet jedes Mal die digitale Infrastruktur. Das lokale Herunterladen auf Smartphone, Tablet oder Laptop verbraucht deutlich weniger Energie. Ein positiver Nebeneffekt: Sie können Ihre Serie somit auch problemlos im Funkloch oder offline im Zug schauen.
5. Musik ohne Video geniessen
Viele nutzen Streaming-Plattformen wie YouTube, um Musik zu hören, lassen dabei aber den Fernseher oder Bildschirm durchgehend laufen. Das Bild verbraucht dabei den grössten Anteil der Energie. Hören Sie Musik am besten über reine Audio-Streamingdienste oder schalten Sie den Bildschirm in den Audio-Einstellungen aus.
6. Standby-Falle umgehen und Licht dimmen
Schalten Sie Ihren Fernseher nach der Nutzung immer vollständig aus. Am einfachsten gelingt das mit einer schaltbaren Steckdosenleiste. Aktivieren Sie zudem den Eco-Modus des TVs und dimmen Sie die Raumbeleuchtung. So lässt sich die Bildschirmhelligkeit reduzieren, was sowohl Strom spart, als auch die Augen schont.
7. Reparieren und recyceln
Bei einem Defekt am Fernseher lohnt es sich, eine Reparatur in Betracht zu ziehen, statt ihn sofort zu entsorgen. Ob sich diese Reparatur jedoch lohnt, hängt vom Alter des Geräts, den Reparaturkosten und der technischen Entwicklung von Neugeräten ab. Und wenn das Gerät doch ausgedient hat: In der Schweiz können alte TVs und Monitore kostenlos in jedem Fachgeschäft oder bei einer Swico-Sammelstelle abgegeben werden.
8. Physische Alternativen und gemeinsamer Filmabend
Neben den Geräteeinstellungen gibt es im Alltag auch andere stromsparende Alternativen. So werden einige Medien beim bewussten Konsum schnell zum echten Erlebnis. Greifen Sie zwischendurch zum Beispiel zu einer CD oder Schallplatte oder veranstalten Sie einen gemeinsamen Filmabend. Das senkt einerseits den Energieverbrauch pro Kopf und andererseits schont es die Datennetze.
Kleine Anpassungen mit Wirkung
Bereits wenige Klicks in den Einstellungen und clevere Alternativen im Alltag verkleinern den digitalen Fussabdruck spürbar. Es braucht lediglich ein bewusstes Handhaben der eigenen Geräte und Gewohnheiten und nachhaltiges Streamen gelingt ganz ohne Kompromisse beim Unterhaltungswert.
