Vom Verkehr befreien
Anfänglich ist lediglich ein Artikel auf der Onlineplattform Naratek.com geplant, in dem sie ihre Ideen zur Transformation Biels darlegen. Ihr wichtigstes Anliegen: Die chronisch verstopfte Stadt vom Verkehr zu befreien.
Zentraler Hauptdarsteller soll eine fast sieben Kilometer lange urbane Seilbahn vom See ins Industriequartier Bözingen sein. «Sie braucht am wenigsten Energie und ist effizient», sagt Jermann. Und wenn erst einmal der Verkehr aus dem Weg ist, eröffnen sich neue Möglichkeiten des Zusammenlebens, die Stadt kann aufatmen und aufblühen.
Bloesch und Jermann beginnen mit der Arbeit an «Urban Zéro», so der Name des Projekts. Bloesch ist bestens vernetzt und besitzt Transformationserfahrung: Mit der Veranstaltungsreihe «First Friday» hat er die Altstadt Biels aus ihrer Lethargie erweckt und geholfen, sie in einen lebendigen Treffpunkt für Bieler und Bielerinnen zu verwandeln.
Mithilfe von Expertinnen und Experten
Die beiden erkennen, dass die Idee mehr hergibt als nur einen Online-Artikel.
Seilbahnexperten entwickeln die Linienführung. Für eine Brache direkt am See entwerfen Jermann und Bloesch einen Park mit einem Skywalk. Hinzu kommt eine Hochbahn über den See.
Unter Mitwirkung von Architekten, eines Kulturmanagers, der Direktorin der Verkehrsbetriebe Biel und anderen entsteht ein White Paper. Zur ursprünglich geplanten «Green City» entwerfen sie eine «Smart City» für die Vernetzung der Menschen und eine «Social City» für bezahlbaren Wohnraum und Integration.
Die Seilbahn soll ebenso ein Transportmittel für die Bevölkerung wie ein Magnet für Touristen und Touristinnen sein. Jermann und Bloesch denken Biel neu – die Stadt soll nicht nur auf dem Papier, sondern auch in der Realität lebendig und klimafreundlich werden.
Interesse der Uhrenindustrie
Ein Hirngespinst? Nicht gemäss den ersten Reaktionen auf «Urban Zéro». So habe zum Beispiel die Uhrenindustrie, die in Biel für Tausende Jobs sorgt, Interesse an der Seilbahn gezeigt. Sogar der Stadtpräsident Biels habe das Projekt spannend gefunden.
«Urban Zéro ist vor allem eine Diskussionsgrundlage», sagt Jermann. Mit einer eigenen Website ist der nächste Schritt getan. Als nächstes sollen ein Beratergremium und Machbarkeitsstudien entstehen. «Wir wollen die Politik und Wirtschaft an einen Tisch bringen», sagt Jermann. Immer mit einem Ziel im Blick: der Rückkehr Biels zu einer Zukunftsstadt.