Das Einmachen von Saisonfrüchten oder -gemüse ist längst nicht mehr nur bei Grosis beliebt: Auf Tiktok werden Videos mit Schritt-für-Schritt-Anleitungen, wie man fruchtige Konfitüren herstellt oder Gurken, Weisskohl und andere Gemüsesorten einmacht, millionenfach angeschaut. Auf Instagram gibt es im September 2025 über 190'000 Beiträge zum Thema Einmachen. Dabei fällt auf, dass besonders viele Einmachtipps und Bilder eingemachter Früchte oder Gemüse von jungen Menschen stammen. Dieser Trend generiert nicht nur attraktive Inhalte für Social-Media-Likes, sondern kann auch zu einer bewussten und nachhaltigen Ernährung beitragen.
Einmachen ist eine Möglichkeit, saisonale Produkte – wie zum Beispiel im September Zwetschgen, Brombeeren und Kürbis – länger verfügbar und haltbar zu machen. Indem du jetzt Saisonfrüchte oder -gemüse einmachst, kannst du sie für den Winter bewahren, wenn das Angebot an regionalen Früchten und Gemüsen kleiner ist. Früchte und Gemüse aus der Region sind vor allem dann besonders umwelt- und klimafreundlich, wenn sie während ihrer Saison geerntet werden. Wachsen sie ausserhalb der Saison in beheizten Gewächshäusern heran, steckt deutlich mehr graue Energie drin (siehe Box).
Graue Energie?
Dabei handelt es sich um die gesamte Energie, die entlang der Wertschöpfungskette der Produkte benötigt wird. Sie umfasst unter anderem den Strom- und Wärmebedarf bei Anbau, Herstellung und Verarbeitung, den Treibstoffverbrauch beim Transport, die Energie für Verpackung, Lagerung und Verkauf sowie für die Zubereitung.
Wenn du im Winter vermehrt auf selbst eingemachte Früchte und Gemüse zurückgreifst, kann dies bedeuten, dass du eher auf Produkte aus beheizten Gewächshäusern verzichtest und somit die Umweltbilanz deiner Ernährung verbesserst.
Was gilt es beim Einmachen von Früchten und Gemüse zu beachten?
Beim Einmachen hat Sauberkeit oberstes Gebot. Reinige Gläser, Deckel und alle Arbeitsutensilien gründlich, damit keine Keime das Eingemachte verderben. Wasche dazu die Einmachgläser und Deckel unmittelbar vor dem Gebrauch mit heissem Wasser und Spülmittel. Die Arbeitsutensilien wie Trichter, Kellen oder Zangen solltest du ebenfalls mit kochendem Wasser übergiessen. Wichtig ist auch, die Innenflächen der Gläser und Deckel nicht mit den Händen zu berühren. Nutze stattdessen sauberes Besteck oder eine Zange.
- Viele Früchte und Gemüse müssen ausreichend erhitzt werden, um Bakterien, Hefen oder Schimmel abzutöten. Aber Achtung: Nicht jedes Lebensmittel erfordert die gleiche Einmachmethode.
- Säurearme Gemüse wie Gurken, Zucchetti und Rüebli brauchen beispielsweise oft zusätzliche Säure in Form von Essig oder Zitronensaft, damit die Haltbarkeit gesichert ist.
- Wenn du auf die Säure verzichtest, musst du diese Gemüse im Druck-Einkochtopf verarbeiten. Nur dort werden Temperaturen über 116 Grad Celsius erreicht, die gefährliche Bakterien zuverlässig abtöten.
- Früchte mit hohem Säuregehalt wie Brombeeren, Johannisbeeren und Quitten kannst du dagegen bei 85 bis 100 Grad Celsius einkochen. Die Säure hemmt das Wachstum gefährlicher Bakterien. Du benötigst darum keinen Druck-Einkochtopf, um stark säurehaltige Früchte einzumachen. Ein grosser Kochtopf reicht dafür.
In wenigen Minuten kannst du mit saisonalem Chinakohl Kimchi machen
Ganz ohne Kochen kommen die meisten Kimchi-Rezepte aus: Dafür schneidest du Chinakohl und wahlweise Rüebli in feine Streifen, salzt das Gemüse und legst es in einem Mix aus Reiswein und Wasser und je nach Rezept etwas Sojasauce ein. Verfeinern kannst du das Kimchi ganz nach deinem Geschmack mit Chiliflocken, Ingwer und Knoblauchzehen. Es gibt Tausende Kimchi-Rezepte und solange du die oben beschriebenen Sauberkeitsregeln einhältst, kannst du in wenigen Minuten leckeres und gesundes Kimchi mit Schweizer Chinakohl – der gerade Hauptsaison hat – herstellen.
So halten deine eingemachten Produkte länger
Verschliesse die gefüllten Gläser luftdicht. Die Deckel sollten nach dem Abkühlen ein Vakuum bilden. Ob dies geklappt hat, erkennst du am leichten Plopp-Geräusch beim Öffnen. Beschrifte die Gläser mit Inhalt und Datum. So behältst du den Überblick und kannst ältere Vorräte zuerst verbrauchen. Lagere das Eingemachte kühl, trocken und dunkel, damit die Qualität möglichst lange erhalten bleibt. Einige Einmachprodukte wie Essiggürkchen, Randen oder Kimchi erhalten ihren vollen Geschmack oftmals erst nach einigen Wochen.