Was bedeuten eigentlich die Begriffe «nachhaltig», «öko» oder «grün» in der Welt der Shampoos, Haarfarben und -sprays? Nachhaltige Alternativen sind jedenfalls gefragt. Das zeigt ein Blick in die Verkaufsregale. Feste Shampoos gehören mittlerweile vielerorts zum Grundsortiment – und «natürliche» Inhaltsstoffe werden fleissig beworben.
Aber ist auch wirklich Natur drin, wenn «natürlich» draufsteht? Und was macht die Haarpflege nachhaltig? Hier einige Tipps:
1. Haarwasch-Frequenz reduzieren
Beginnen wir bei der Haarroutine. Wie oft wäschst du deine Haare? Und wie lange? Wie viele Produkte setzt du wie oft ein? Hier wäre schon ein guter Einstieg, um Ressourcen einzusparen. Sagen wir, jemand wäscht seine oder ihre Haare bis anhin dreimal die Woche, aus reiner Gewohnheit. Reduziert diese Person das Haarewaschen auf zweimal pro Woche, so spart sie jährlich 52 Haarwäschen ein. Sie spart einerseits Wasser, andererseits Energie zur Erhitzung dieses Wassers – und sie wird eine grosse Menge an Haarprodukten und damit Abfall einsparen. Wie immer, wenn es um nachhaltiges Handeln geht, gilt auch hier: Weniger ist mehr!
2. Silikone im Shampoo meiden
Hast du dir schon einmal die Inhaltsstoffe deines Shampoos genauer angeschaut? Ein Check lohnt sich – und das leider auch bei Produkten, die sich als «natürlich» oder «bio» bezeichnen. Oftmals sind diese Begriffe nicht viel mehr als kluges Marketing, das sich den allgemeinen Trend zu mehr Natürlichkeit und Nachhaltigkeit zunutze macht.
Gerade in Haarpflege-, aber auch in anderen Produkten, sind beispielsweise oft Silikone zu finden. Diese sind sowohl aus ökologischer wie auch aus Haarpflege-Sicht nicht unbedingt empfehlenswert. Der «Ökotest» beschreibt es so: «Silikone legen sich um das Haar, es wirkt dadurch zunächst geschmeidig. Auf Dauer können sie sich aber am Haar ablagern und es lascher machen. In Shampoos kritisieren wir Silikone vor allem deshalb, weil sie über das Abwasser die Umwelt belasten.»
Silikone sind Kunststoffverbindungen, die lange im Umlauf bleiben und biologisch nur sehr schwer abbaubar sind. Entdeckst du in den Inhaltsstoffen deines Shampoos die Endungen -on(e) oder -xan(e), dann hast du Silikone entdeckt. Ein Hinweis: Je weiter vorne die Silikone in der Liste der Inhaltsstoffe aufgeführt sind, desto höher ist deren Konzentration im Produkt. Ökotest empfiehlt deshalb, Pflegeprodukte mit Silikonanteil eher zu meiden und stattdessen auf zertifizierte Naturkosmetik zu setzen.
3. Verpackungen recyceln oder nachfüllen
Alltagsprodukte wie Shampoos oder Duschgel finden sich auch zum Nachfüllen, etwa im Zero-Waste-Laden. Da diese Produkte zudem meist Naturkosmetik sind, erledigst du somit gleich zwei Nachhaltigkeits-Schritte in einem. Aber natürlich gibt es Alternativen: Achte bereits beim Kauf darauf, ob die Flasche deines Haarpflegeprodukts recycelbar ist – und ob es allenfalls bereits aus recyceltem Kunststoff hergestellt ist. Gerade feste Shampoos sind oft in Karton verpackt, was das Recycling sehr praktisch macht.
4. Das langsame Aufkommen von Zero-Waste-Coiffeursalons
Apropos Abfall und Recycling: In Coiffeursalons fallen ziemlich viele Einwegprodukte an. Zudem wird mit vielen künstlichen und chemischen Stoffen gearbeitet. Aber auch in dieser Branche scheint sich ein Trendwechsel abzuzeichnen. In Zürich hat gerade der erste Zero-Waste-Coiffeur der Schweiz seine Türen geöffnet. Auf Tsüri.ch sagt die Inhaberin Juliette Beke, dass sie dafür auch auf manche Dienstleistungen verzichtet, die nicht ohne Einweg oder viel Chemie auskommen. Aber sie sei sicher, dass es in Zürich eine Nachfrage für nachhaltiges Haareschneiden gibt. Ob sie damit einen allgemeinen Trend anführt, wird sich zeigen.
