Durch Genossenschaften wie die E-Wende wird der Bau von Photovoltaikanlagen auch für Privatpersonen wirtschaftlich attraktiv. Foto: E-Wende
Durch Genossenschaften wie die E-Wende wird der Bau von Photovoltaikanlagen auch für Privatpersonen wirtschaftlich attraktiv. Foto: E-Wende
Grâce à des coopératives comme E-Wende, la construction d’installations photovoltaïques devient économiquement attractive pour les particuliers. Photo: E-Wende
Genossenschaften machen Photovoltaikanlagen im Selbstbau möglich
Genossenschaften machen Photovoltaikanlagen im Selbstbau möglich
L’autoconstruction photovoltaïque gagne du terrain grâce aux coopératives

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Spielte früher Idealismus die Hauptrolle, zählt heute vor allem die Wirtschaftlichkeit: Die Nachfrage nach Photovoltaikanlagen wächst wieder leicht – das spüren auch Anbieter von Selbstbauprojekten.
Spielte früher Idealismus die Hauptrolle, zählt heute vor allem die Wirtschaftlichkeit: Die Nachfrage nach Photovoltaikanlagen wächst wieder leicht – das spüren auch Anbieter von Selbstbauprojekten.
Hier par idéalisme, aujourd’hui par rentabilité, les installations solaires connaissent un nouveau printemps. Un engouement qui profite aussi aux prestataires d’autoconstruction.
Mit dem klaren Ja zum Stromgesetz am 9. Juni 2024 hat sich die Schweizer Stimmbevölkerung klar für die Energiewende ausgesprochen. Nach einer starken Abkühlung im letzten Jahr gewinnt die Solarenergie seit Anfang Jahr wieder an Fahrt.
Die Installation von Photovoltaikanlagen zur Stromerzeugung ist aber auch wirtschaftlich attraktiv. «Netzstrom kostet im Schnitt rund 25 Rappen pro Kilowattstunde – im Selbstbau sind sogar Gestehungskosten von etwa 5 Rappen oder darunter möglich», erklärt Syril Eberhart. Der Solarplaner hat 2013 die Energiewendegenossenschaft in Spiez als erste Selbstbaugenossenschaft schweizweit im Photovoltaikbereich mitgegründet und arbeitet heute als Netzwerkpartner bei der Energiewendegenossenschaft E-Wende in Interlaken.
Drei Fragen an Syril Eberhart, Netzwerkpartner bei E-Wende
Syril Eberhart, was macht E-Wende genau?
Die Genossenschaft E‑Wende plant und installiert Photovoltaikanlagen mit Schwerpunkt Selbstbau – rund zwei Drittel der Projekte werden so realisiert. Als Kompetenzzentrum für Photovoltaik bieten wir Grundkurse für Hausbesitzende sowie Fachkurse für Quereinsteiger und Installateure an. Die Besonderheit: Unser Open-Source-Ansatz stellt Wissen frei zur Verfügung und ermutigt andere, unser Modell zu übernehmen, um den PV-Ausbau zu fördern.
Was bedeutet Anlagenbau in Selbstbauweise?
In Selbstbauweise errichtet ein Mitglied einer Energiewendegenossenschaft seine Solaranlage eigenhändig – unterstützt von anderen Mitgliedern und einem Anlagenplaner. Dadurch entfallen die hohen Arbeitskosten: Die geleisteten Stunden werden als Gegenleistung auf dem Dach eines anderen Genossenschaftsmitglieds erbracht und so gegenseitig angerechnet.
Wie hat sich E-Wende seit der Gründung entwickelt?
Seit der Gründung 2013 haben wir im Kanton Bern – wo wir ausschliesslich tätig sind – rund 1500 PV-Anlagen realisiert. Das entspricht einer installierten Leistung von knapp 40 Megawatt-Peak. Der Ukrainekrieg beeinflusste uns stark. Während wir in den Jahren zuvor rund 100 Anlagen jährlich installierten, erhielten wir nach Kriegsausbruch Anfragen für bis zu 700 Anlagen pro Jahr – ein Ausmass, das wir nicht stemmen konnten. Mittlerweile konnten wir die Warteliste abbauen und könnten mehr Projekte umsetzen, als momentan nachgefragt werden.
Selbstbau in der Praxis
Ueli Wegmann, Mitglied einer Energiewendegenossenschaft in der Region Winterthur, hat bei der Installation seiner eigenen PV-Anlage mitgearbeitet. Neben weiteren Mitgliedern der EWG Winterthur halfen auch Freunde und Familie mit – allesamt Laien bis auf den Bauleiter. Für die vergleichsweise grosse Anlage waren rund 170 Arbeitsstunden erforderlich, davon 70 Stunden durch ihn und Helfende ausserhalb der EWG. Effektiv musste er noch 100 Stunden auf anderen EWG-Baustellen «abarbeiten» (seine Geschichte kann man in der Story von EnergieSchweiz nachlesen).
Neben der E-Wende in Interlaken und der EWG Winterthur gibt es in der Deutschschweiz und in der Westschweiz zahlreiche weitere Selbstbaugenossenschaften.
Mit dem klaren Ja zum Stromgesetz am 9. Juni 2024 hat sich die Schweizer Stimmbevölkerung klar für die Energiewende ausgesprochen. Nach einer starken Abkühlung im letzten Jahr gewinnt die Solarenergie seit Anfang Jahr wieder an Fahrt.
Die Installation von Photovoltaikanlagen zur Stromerzeugung ist aber auch wirtschaftlich attraktiv. «Netzstrom kostet im Schnitt rund 25 Rappen pro Kilowattstunde – im Selbstbau sind sogar Gestehungskosten von etwa 5 Rappen oder darunter möglich», erklärt Syril Eberhart. Der Solarplaner hat 2013 die Energiewendegenossenschaft in Spiez als erste Selbstbaugenossenschaft schweizweit im Photovoltaikbereich mitgegründet und arbeitet heute als Netzwerkpartner bei der Energiewendegenossenschaft E-Wende in Interlaken.
Drei Fragen an Syril Eberhart, Netzwerkpartner bei E-Wende
Syril Eberhart, was macht E-Wende genau?
Die Genossenschaft E‑Wende plant und installiert Photovoltaikanlagen mit Schwerpunkt Selbstbau – rund zwei Drittel der Projekte werden so realisiert. Als Kompetenzzentrum für Photovoltaik bieten wir Grundkurse für Hausbesitzende sowie Fachkurse für Quereinsteiger und Installateure an. Die Besonderheit: Unser Open-Source-Ansatz stellt Wissen frei zur Verfügung und ermutigt andere, unser Modell zu übernehmen, um den PV-Ausbau zu fördern.
Was bedeutet Anlagenbau in Selbstbauweise?
In Selbstbauweise errichtet ein Mitglied einer Energiewendegenossenschaft seine Solaranlage eigenhändig – unterstützt von anderen Mitgliedern und einem Anlagenplaner. Dadurch entfallen die hohen Arbeitskosten: Die geleisteten Stunden werden als Gegenleistung auf dem Dach eines anderen Genossenschaftsmitglieds erbracht und so gegenseitig angerechnet.
Wie hat sich E-Wende seit der Gründung entwickelt?
Seit der Gründung 2013 haben wir im Kanton Bern – wo wir ausschliesslich tätig sind – rund 1500 PV-Anlagen realisiert. Das entspricht einer installierten Leistung von knapp 40 Megawatt-Peak. Der Ukrainekrieg beeinflusste uns stark. Während wir in den Jahren zuvor rund 100 Anlagen jährlich installierten, erhielten wir nach Kriegsausbruch Anfragen für bis zu 700 Anlagen pro Jahr – ein Ausmass, das wir nicht stemmen konnten. Mittlerweile konnten wir die Warteliste abbauen und könnten mehr Projekte umsetzen, als momentan nachgefragt werden.
Selbstbau in der Praxis
Ueli Wegmann, Mitglied einer Energiewendegenossenschaft in der Region Winterthur, hat bei der Installation seiner eigenen PV-Anlage mitgearbeitet. Neben weiteren Mitgliedern der EWG Winterthur halfen auch Freunde und Familie mit – allesamt Laien bis auf den Bauleiter. Für die vergleichsweise grosse Anlage waren rund 170 Arbeitsstunden erforderlich, davon 70 Stunden durch ihn und Helfende ausserhalb der EWG. Effektiv musste er noch 100 Stunden auf anderen EWG-Baustellen «abarbeiten» (seine Geschichte kann man in der Story von EnergieSchweiz nachlesen).
Neben der E-Wende in Interlaken und der EWG Winterthur gibt es in der Deutschschweiz und in der Westschweiz zahlreiche weitere Selbstbaugenossenschaften.
En approuvant massivement la loi sur l’électricité le 9 juin 2024, les électeurs suisses se sont clairement prononcés en faveur de la transition énergétique. Après un net ralentissement l’année dernière, l’énergie solaire reprend de la vigueur depuis le début de l’année.
L’installation de panneaux photovoltaïques pour la production d’électricité s’avère également être une solution économiquement intéressante. «L’électricité du réseau coûte en moyenne environ 25 centimes par kilowattheure – en autoconstruction, il est même possible d’obtenir un prix de revient d’environ 5 centimes, voire moins», explique Syril Eberhart. Ce planificateur solaire a cofondé en 2013 la coopérative énergétique de Spiez (BE), première coopérative d’autoconstruction de Suisse dans le domaine du photovoltaïque. Il travaille aujourd’hui comme partenaire de réseau auprès de la coopérative E-Wende à Interlaken (BE).
Interview de Syril Eberhart, partenaire du réseau E-Wende
Syril Eberhart, en quoi consiste le travail de E-Wende?
La coopérative E-Wende planifie et installe des systèmes photovoltaïques en misant sur l’autoconstruction. Environ deux tiers des projets sont réalisés selon ce principe. En tant que centre de compétences pour le photovoltaïque, elle propose des cours de base pour les propriétaires ainsi que des formations spécialisées pour les personnes en reconversion et les installateurs. La particularité: une approche open source, qui met le savoir à disposition gratuitement et encourage d’autres acteurs à adopter ce modèle pour promouvoir le développement du photovoltaïque.
Qu’implique la construction d’installations en autoconstruction?
Les membres de coopératives solaires installent eux-mêmes leurs panneaux photovoltaïques, épaulées par d’autres membres et d’un planificateur. Cette approche permet de réduire les coûts de main-d’œuvre. Les heures de travail sont ensuite compensées en participant à la construction sur le toit d’un autre membre, ce qui crée un système d’entraide.
Comment E-Wende s’est-elle développée depuis sa création?
Depuis notre fondation en 2013, nous avons réalisé quelque 1500 installations photovoltaïques dans le canton de Berne, notre unique rayon d’action. Cela représente une puissance totale de pratiquement 40 mégawatts crête. La guerre en Ukraine a profondément modifié notre activité. Les années précédentes, nous installions une centaine de panneaux solaires par an. Après le début du conflit, les demandes ont grimpé jusqu’à 700 installations annuelles – un volume que nous ne pouvions pas gérer. Depuis, nous avons réussi à résorber la liste d’attente. Aujourd’hui, nous serions même en mesure de réaliser plus de projets que ne l’exige la demande actuelle.
L’autoconstruction en pratique
Ueli Wegmann, membre d’une coopérative solaire dans la région de Winterthour (ZH), a participé à l’installation de son propre système photovoltaïque. D’autres membres, ainsi que ses amis et sa famille, lui ont prêté main-forte – tous amateurs, à l’exception du chef de chantier. L’installation, relativement importante, a nécessité environ 170 heures de travail. Ueli Wegmann a lui-même effectué 70 heures avec des aides extérieures à la coopérative. En contrepartie, il a travaillé 100 heures sur d’autres chantiers de la coopérative (lire aussi son histoire dans le reportage de SuisseEnergie).
Outre celles d’Interlaken et de Winterthour, il existe de nombreuses coopératives d’autoconstruction en Suisse alémanique et en Suisse romande.