Erneuerbare Energien sind essenziel zur Eindämmung des Klimawandels. Hartnäckig verwurzelt sind indessen auch viele Mythen dazu. Getty Images/iStockphoto

Die zehn grössten Irrtümer zur Energie – Teil 1

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Die Diskussion zum Klimawandel und zu den erneuerbaren Energien ist geprägt von Mythen, die sich hartnäckig in den Köpfen halten. In einer zweiteiligen Reihe räumen wir mit zehn wichtigen Missverständnissen auf.

«Irren ist menschlich», lautet eines der wohl treffendsten Sprichwörter. Wir machen laufend Fehler, gehen von Annahmen aus, die sich als unrichtig erweisen und manchmal behaupten wir einfach etwas, weil es uns gerade so in den Kram passt.

Besonders wenn es um den Klimawandel und die erneuerbaren Energien geht, halten sich hartnäckig Mythen und Annahmen, die eigentlich längst widerlegt worden sind. Sei es aus Halbwissen oder einer diffusen Angst, den eigenen Lebensstil nicht wie bisher weiterführen zu können. Immer wieder müssen dieselben Fehlschlüsse als Argumente dafür herhalten, dass Änderungen eigentlich gar nicht nötig sind.

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In einer zweiteiligen Serie räumt Jules Pikali alias «Dr. Energy» (siehe Infobox) mit den zehn wichtigsten Irrtümern auf.

#1 – Solaranlagen brauchen in der Herstellung mehr Energie, als sie jemals produzieren.

«Die ‹graue Energie›, die zur Herstellung und Entsorgung einer Solaranlage benötigt wird, muss mit der Elektrizität verglichen werden, die durch die Anlage erzeugt wird. So berechnet beträgt die energetische Amortisationsdauer durchschnittlich 1,2 Jahre. Eine PV-Anlage kann während einer 30-jährigen Betriebsdauer die ‹graue Energie› somit also rund 25-mal einsparen

#2 – Elektroautos haben wegen der Batterieherstellung einen grösseren CO2-Fussabdruck als Verbrenner.

«Je nach Grösse der Batterie führt die Herstellung eines Elektroautos zu CO2-Emissionen von 4,5 bis 13 Tonnen. Wer sein Fahrzeug mit erneuerbarem elektrischen Strom lädt, hat diese Emissionen nach etwa 25'000 km bereits kompensiert. Antriebsbatterien haben zudem ein zweites Leben (‹second life›): Sie können zum Beispiel als Energiespeicher für Photovoltaikanlagen eingesetzt werden.»

#3 – Weltweit gesehen ist die Schweiz beim Energiesparen bedeutungslos.

«Der Brutto-Energieverbrauch in der Schweiz liegt mit 37'500 kWh pro Kopf und pro Jahr doppelt so hoch wie der weltweite Durchschnitt: Potenzial ist also noch einiges vorhanden. Wer beispielsweise eine energieeffiziente Waschmaschine mit dem Label A+++ einsetzt, erzielt einen mehrfachen Nutzen: Die eigene Stromrechnung wird reduziert, die Umwelt wird weniger belastet und gleichzeitig kann die Schweiz als Standort für die Entwicklung und Herstellung solcher Geräte weltweit punkten.»

#4 – Für den Ersatz aller fossilen Heizungen, zum Beispiel durch Wärmepumpen, fehlt die elektrische Energie.

«Bei über zehn Prozent der heute im Einsatz stehenden Heizungen handelt es sich um ineffiziente Elektro-Direktheizungen. Ein Neueinbau solcher Geräte ist gesetzlich verboten, sie werden ersetzt. Jede Elektrodirektheizung, die ersetzt wird, gibt den Strom zum Betrieb von bis zu vier Wärmepumpen frei. Da Wärmepumpen zudem vor allem auf dem Land zum Einsatz kommen (in Städten macht Fernwärme mehr Sinn) und die Wärmeisolation von Gebäuden immer besser wird, ist in Zukunft ausreichend Strom zum Betreiben von Wärmepumpenheizungen vorhanden.»

#5 – Eine Fluoreszenz- oder Stromsparlampe verbraucht wegen des Anschaltens gleich viel Strom, wie eine Viertelstunde Brenndauer einer normalen Glühbirne.

«Beim Einschalten einer Fluoreszenzlampe muss diese «gezündet» werden. Dabei entsteht aber lediglich Blindleistung, die keinen Stromverbrauch zur Folge hat. Also lohnt sich deren Einsatz auch bei einer kurzzeitigen Brenndauer, wie im Keller oder in der Garage.»

Erste Veröffentlichung: 
18.6.2021
  |  Letztes Update: 
23.6.2021

Jules Pikali

Jules Pikali ist Energieberater und Mitinhaber der Oekowatt GmbH. Ausserdem ist der dipl. Masch.-Ing. ETH/SIA Sekretär der Konferenz kantonaler Energiefachstellen. Als «Dr. Energy» beantwortet Pikali in unregelmässigen Abständen Fragen rund ums Thema Energie.

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