Denn in Afrika leben 650 Millionen Menschen ohne Strom. Strom aber ist zentral für die Entwicklung eines Landes – sei es für die Arbeit, in der Schule oder im Gesundheitswesen. Als erstes Projekt wollte er Zeitz Farm mit Solar- und Windkraft elektrifizieren.
Stattdessen wurde er – Kuhhändler. Mit dem Leiter der Farm hatte es Probleme gegeben und 350 Kühe warteten auf den Verkauf. Also dealte Medici erst einmal mit Kühen. «Es war ein riesiges Gaudi», erinnert er sich. Und er lernte, mit Afrikanern Geschäfte abzuschliessen.
Komplizierte Solartechnologie in einer Kiste
Nach dem Kuhhandel konnte er sich endlich seinem Projekt widmen. «Die komplexe Solartechnologie ist jedoch nicht kompatibel mit Afrika», sagt Medici. Es mangle an Ingenieuren, die die Anlagen bauen und betreuen können. Medici hatte aber eine Idee: Die ganze Solartechnologie sollte in einer Box verschwinden. Mit wenigen Handgriffen sollte die Solarstromanlage installiert werden können. Zudem sollten mehrere Boxen für mehr Leistung gekoppelt werden können.
Auf dem Papier war das Konzept schnell geschrieben und prompt gewannen Medici und seine Partner damit den Axpo Energy Award – ohne eine funktionierende Technologie zu haben. «Jetzt wirds ernst», dachte Medici. Das war 2014, er gründete die Firma Power Blox.
Offen war, ob die Idee überhaupt funktionieren würde. «Das Zusammenspiel der Komponenten einer Solaranlage ist äusserst komplex», sagt er. Eine Studie beschied ihm sogar, dass es gar nicht möglich wäre. Doch er glaubte an die Idee und fand zusammen mit einem Unternehmen in Zeiningen tatsächlich eine Lösung. Es war die Geburtsstunde der PBX-200, einer knallroten Kiste mit Solarpanel, Speicher und 230-Volt-Stromanschlüssen.
Strom hilft Afrika aus der Armut
«Die Box kann bis zwanzig afrikanische Haushalte mit Strom versorgen», sagt Medici. Werden mehrere Kisten gekoppelt, addiert sich die Leistung. Die Handhabung der Anlage ist so einfach, dass sie auch von Laien in ein paar Minuten installiert werden kann (siehe Infobox).
Allerdings lässt sich die Box in Afrika nicht einfach verkaufen – sie ist für die meisten zu teuer. Deshalb entwickelt Power Blox zusammen mit NGOs wie Caritas oder Life-Line-Fund gleichzeitig Geschäftsmodelle. Sodass ein Dorf die Box zum Beispiel über die Zeit hinweg abzahlen kann.
Zurück zu Medicis Weltreise: «Meine Lust fürs Engagement in Afrika entstand beim Besuch einer Schweizerin in Tansania», sagt er. Dort sei ihm klar geworden, wie wichtig Strom ist, damit Afrika aus der Armut findet. Die grösste Schwierigkeit sei jedoch, wie so oft, die Finanzierung der Projekte.