Positive Signale senden
Zu sehen sind neun Filme, darunter aussergewöhnliche Werke wie beispielsweise die Doku «Cow», die das Leben einer Milchkuh aus ihrer eigenen Perspektive zeigt und auch an den Filmfestspielen in Cannes zu sehen war. Einen Einblick in die Marketingtricks der Modeindustrie und die problematischen Bedingungen der Produktion billiger Massenware bietet «Fast Fashion» von Gilles Bovon und Edouard Perrin.
Die krimiartige Doku «Green Blood» kommt zusammen mit investigativen Journalisten und Journalistinnen den Umweltverbrechen der Bergbauindustrie auf die Schliche und «Pomme de Discorde» («Zankapfel») beleuchtet die hierzulande beliebte Apfelsorte «Pink Lady» und wie wenig wir über das Produkt aus dem fernen Chile wissen.
«Wir wollen mit schlauen Filmen Veränderungen anstossen und die Freude am Umwelt- und Klimaschutz wecken», sagt Barbara Roth, Co-Leiterin von Filme für die Erde Schweiz. Eine professionelle Jury unterstütze die Filmauswahl und achte auf gut gemachte Dokus, die auf Fakten beruhen sowie einen langen Katalog an Kriterien erfüllen. Zum Beispiel dürfen sie keine rassistischen Aspekte oder Diskriminierungen jeglicher Art enthalten. «Wir möchten ohne Angstmacherei und ohne Moralkeule zum Handeln anregen», sagt Roth. Die Besucherinnen und Besucher sollen mit Freude an Umweltthemen herangeführt werden.
Festival ist gratis
Ein besonderes Augenmerk liegt deshalb auf Schulen, Schülerinnen und Schülern. So werden einige Filme im Kino ausschliesslich für Schulklassen gezeigt. «Kinder sind unsere Zukunft. Das Medium Film kann ihnen komplexe Themen besonders gut zugänglich machen», sagt Roth. Es soll ein möglichst breites Publikum angesprochen werden, deshalb seien die Vorführungen gratis. Das Festival werde von Partnern und öffentlichen Stellen unterstützt.
Nach einem Besuchereinbruch 2020 aufgrund der Corona-Pandemie hofft die Festivalleitung nun wieder auf den Zulauf, den das Filmfest 2019 hatte, als 16'900 Schülerinnen und Schüler sowie Erwachsene für die Umweltdokus in die Kinos strömten. Dazu beitragen soll auch ein Rahmenprogramm mit Workshops, Diskussionspanels, Ausstellungsständen sowie Repair Cafés, wo sich Geräte reparieren lassen.