Herr Estermann, Sie sind seit dem 1. Februar 2024 neuer Hoteldirektor des Valsana Hotel Arosa. Wie ist es dazu gekommen?
Ich verfolge die Entwicklung der Tschuggen Collection seit einigen Jahren. Nach meiner letzten Funktion in einer dezentralen Führungsrolle wollte ich zurück in die Operations. Die Möglichkeit, ins Valsana Hotel zu kommen, hat mich begeistert – besonders wegen des fantastischen Produkts, der familiären Unternehmensführung und dem familienfreundlichen Standort Arosa.
Was macht Ihren Beruf für Sie besonders?
Kein Tag ist wie der andere und für mich ist es wahnsinnig bereichernd, für unsere Gäste schöne Erlebnisse kreieren zu können. Zudem finde ich es toll, dass wir in unserer Branche in einer zunehmend von Einsamkeit und Digitalisierung geprägten Gesellschaft noch die soziale Kompetenz vermitteln und weitergeben können.
Gibt es auch etwas, das Sie nicht mögen?
Nicht mögen ist vielleicht etwas zu forsch ausgedrückt, aber schwierig finde ich Gäste, die den Wert von Qualität und Leistung nicht erkennen oder keinen Respekt gegenüber meinen Mitarbeitenden aufbringen. Glücklicherweise kommt das bei uns allerdings sehr selten vor.
Das Valsana Hotel trägt seit 2019 die Green-Globe-Zertifizierung. Was bedeutet das genau?
Die Tschuggen Collection ist seit 2019 klimaneutral. Das Valsana Hotel, eines der nachhaltigsten Hotels der Schweiz, verfügt über eine CO₂-neutrale Gebäudeinfrastruktur dank eines Eisspeichers, Geothermie und Wärmerückgewinnung. Der Green Globe wird an Unternehmen verliehen, die ressourcenschonend handeln und kontinuierlich ihre Nachhaltigkeitsleistungen verbessern.
Was musste das Hotel konkret verändern, um diese Zertifizierung zu erhalten?
Das Hotel wurde 2017 bereits energieeffizient und CO₂-neutral geplant und gebaut, da der Eigentümerschaft des Hotels der sorgfältige Umgang mit der Natur sehr am Herzen liegt. Daher waren kaum Änderungen für die Zertifizierung notwendig.
Was konkret macht das Valsana Hotel so ressourcenschonend? Worauf können sich die Gäste guten Gewissens freuen?
Seit der Eröffnung 2017 steht Nachhaltigkeit im Valsana Hotel im Mittelpunkt. Besonders stolz sind wir auf unsere «Greenchamps», wie Küchenchef Steven Tittel, der nachhaltige Produkte verwendet, und Gouvernante Sandra Marques, die umweltfreundliche Reinigungsmittel nutzt.
Das Herzstück unserer nachhaltigen Prozesse ist der Eisspeicher im Keller, ein Temperaturumwandler mit Wärmerückgewinnungssystem. Dadurch sparen wir uns eine Öl- oder Elektroheizung. Wärme wird aus verschiedenen Quellen wie Duschen, dem Spa-Bereich, der Wäscherei und der Küche zurückgewonnen. Auch Abwärme aus Kühlschränken wird dem Eisspeicher zugeführt, der im Sommer zur Kühlung von Restaurant und Küche dient und ein angenehmes Klima schafft.
Weshalb sollten Gäste Ihr Hotel besuchen?
Unsere Gäste können sicher sein, dass wir etwas für ihren ökologischen Fussabdruck tun. Unsere Unternehmensvision beschäftigt sich mit der grössten Herausforderung unserer Zeit, dem Klimawandel. Gleichzeitig können Gäste ihre wertvollste Zeit des Jahres im Valsana Hotel mit gutem Gewissen geniessen.
Wirkt sich das Zertifikat auf die Preise für die Gäste aus?
Die Kosten der Zertifizierung werden nicht auf die Gäste umgelegt. Wir bieten hohen Standard und qualitative Ausstattung. Die Investition in innovative Technologien wie den Eisspeicher muss man sich leisten können.
Welche Ziele haben Sie für die Zukunft – persönlich, aber auch auf die Ressourcenknappheit und Energiewende bezogen?
Mein grösstes Ziel ist es, meinen Söhnen einen nachhaltigen, aber bereichernden Lebensstil zu zeigen. Komfort und Genuss können mit nachhaltigem Reisen vereinbar sein, obwohl der globale Tourismus noch viele Herausforderungen zu bewältigen hat.
Verraten Sie uns, welches Zimmer im Hotel Sie persönlich am schönsten finden?
Unsere wunderbaren Corner-Junior-Suiten mit einem herrlichen Blick ins Dorf, die Berge und den See. Schöner kann man Ferien in den Bergen vom Zimmer aus nicht geniessen!