DIN-Normen statt Labels
Alle Herstellungs-Prozesse seien offiziell zertifiziert, die Herkunft der Rohstoffe ist restlos nachverfolgbar. «Wir halten uns an DIN-Normen statt an Labels», sagt er mit einer Spitze gegen Nachhaltigkeits-Labels, die einem Produkt gegen die Bezahlung den grünen Stempel aufdrücken. Karrer: «Es wird viel Greenwashing betrieben.»
Er habe sich eines Tages überlegt, wie man aus Abfall Produkte gewinnen könnte. Aus Neugierde begann er zu tüfteln und entwickelte erste Prototypen. Er sei ein Autodidakt, seine Methode nennt er «get shit done».
Als er erste gute Resultate hatte, engagierte er die doktorierte Chemikerin Francesca Tancini. Sie machte aus der Idee ein brauchbares Produkt: FluidSolids. Zusammen mit Fachhochschule Ost in Rapperswil entwickelte er daraufhin einen sogenannten Compounder für die Herstellung des Granulats.
Bald feuerfest und fürs Papier-Recycling
Der Compounder ist das Herzstück des Startups: Er kommt bei Unternehmen zu stehen, wo organische Abfälle anfallen und die das Granulat vor Ort produzieren wollen. Je nach Bedarf verkauft das Unternehmen die Ware oder stellt mit einer zusätzlichen Spritzguss-Maschine Produkte für den Eigenbedarf her. «Wir bauen aktuell eine erste Anlage in der Schweiz», sagt Karrer.
Für Karrer hat die Reise damit erst begonnen. Er hat bereits zwei weitere Patente angemeldet: für einen feuerfesten Kunststoffersatz sowie einen, der übers Papier-Recycling entsorgt werden kann. Zusammen mit Swisscom entstehen zudem nachhaltige Gehäuse für Informations- und Kommunikationsprodukte. Er sei der geborene Tüftler, schliesst er, man müsse Dinge «einfach machen».