Herr Conzelmann, an der FH Graubünden kann man seit letztem Herbst Sustainable Business Development studieren. Was lernt man da?
Wie man das Thema Nachhaltigkeit in Firmen bringt und dort bei der Transformation mitwirkt. Denn wirklich nachhaltig zu wirtschaften, bedeutet einen Transformationsprozess in Gang zu bringen.
Wie ist der Studiengang entstanden?
In Bezug auf Nachhaltigkeit redet man ja immer von drei Dimensionen: Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft. Viele Experten kommen von der Umweltseite. Ich komme selber aus der Wirtschaft, war lange Geschäftsführer und weltweit unterwegs. Deshalb wollte ich hier ein Ausbildungsangebot starten, dass aus der Perspektive der Wirtschaft auf das Thema schaut.
Was bedeutet das konkret?
«Jedes ungelöste gesellschaftliche oder globale Problem ist nichts Anderes als eine grosse unentdeckte Marktchance», sagte der grosse Ökonom Peter Ferdinand Drucker einst. Unternehmungen müssen Nachhaltigkeit als Chance begreifen. Wenn sie dies tun, entstehen neue Geschäftsmodelle, die sich positiv auf Gesellschaft und Umwelt auswirken.
Wer unterrichtet bei Ihnen?
Zum einen Dozierende aus der Praxis, zum anderen aus der Wissenschaft. Wir sind sehr stark praxisorientiert. Wir haben eine ganze Reihe von Partnerunternehmen für diesen Studiengang, die sich aktiv beteiligen – sei dies, indem sie Fallstudien oder Masterarbeiten begleiten.
Zum Beispiel?
Das Schweizer Fernsehen, die Post, Bündner Unternehmen wie Trumpf oder Hamilton, die Migros, Swisscom und viele weiter.
Wie ist das Feedback bis jetzt?
Extrem positiv – gerade wegen dem starken Praxisbezug. Wir sind eine kleine Hochschule. Aus Kapazitätsgründen konnten wir beim Studienstart im Herbst nicht mehr als 25 Studierende aufnehmen. Aber wir hatten weitaus mehr Anmeldungen.
