Die grössten Irrtümer zur Energie – Teil 2

Die grössten Irrtümer zur Energie – Teil 2

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Die Diskussion zum Klimawandel und den erneuerbaren Energien ist geprägt von Mythen und Halbwissen. Im zweiten Teil räumen wir mit fünf weiteren Missverständnissen auf.

Brauchen Solaranlagen wirklich mehr Strom als sie jemals produzieren? Haben Elektroautos einen höheren CO2-Fussabdruck als Verbrenner? Fehlt in der Schweiz die elektrische Energie, wenn alle fossilen Heizungen durch Wärmepumpen ersetzt würden? Im ersten Teil unserer Miniserie haben wir mit diesen und weiteren Mythen aufgeräumt.

Im zweiten Teil der Miniserie entkräftet Jules «Dr. Energy» Pikali fünf weitere Irrtümer.

Brauchen Solaranlagen wirklich mehr Strom als sie jemals produzieren? Haben Elektroautos einen höheren CO2-Fussabdruck als Verbrenner? Fehlt in der Schweiz die elektrische Energie, wenn alle fossilen Heizungen durch Wärmepumpen ersetzt würden? Im ersten Teil unserer Miniserie haben wir mit diesen und weiteren Mythen aufgeräumt.

Im zweiten Teil der Miniserie entkräftet Jules «Dr. Energy» Pikali fünf weitere Irrtümer.

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#6 – Strom vom eigenen Dach ist teurer als Strom aus der Steckdose.

«Rechnet man mit einer Lebensdauer von zwanzig Jahren für eine Solaranlage, betragen die Kosten für den Strom vom eigenen Dach 0,10 bis 0,15 Franken pro kWh – was deutlich billiger ist als der Strom des Elektrizitätswerks. Die effektive Lebensdauer einer PV-Anlage ist in der Regel aber höher, was den Strom noch günstiger macht. Damit die Rechnung stimmt, sollte jedoch ein grosser Anteil der Produktion im Haus selbst verbraucht werden. Die Rücklieferung ist meist nicht kostendeckend.»

#7 – Mit erneuerbaren Energien heizen ist viel teurer, als mit einer fossilen Heizung.

«Die Investition für eine erneuerbare Heizung (zum Beispiel eine Wärmepumpenheizung) liegt meist höher als für eine Öl- oder Gasheizung. Die Mehrkosten dieser Heizung werden aber durch die Einsparungen bei der Energie und im Service kompensiert. Über die gesamte Lebensdauer der Heizung rechnet sich also meistens der Einsatz erneuerbarer Energien

#8 – Auch Ökostrom führt zu CO2-Emissionen.

«Die Elektrizitätserzeugung in der Schweiz erfolgt ohne CO2-Ausstoss. Das gilt aber nicht für das europäisches Stromnetz, mit dem auch die Schweiz verbunden ist. Strenge Herkunftsnachweise stellen aber sicher, dass importierter Ökostrom auch ökologisch erzeugt wurde. In die Bilanzierung nicht eingerechnet ist jedoch der Bau der Kraftwerke. In der Bilanz – der Einsparung an CO2-Emissionen gegenüber dem Aufwand für den Bau der Anlagen - stehen erneuerbare Energien im Vergleich zu fossilen Anlagen deutlich besser da.»

#9 – Die Raumtemperatur nachts und in den Ferien abzusenken, lohnt sich nicht.

«Die richtige Einstellung der Steuerung kostet nichts und mindestens eine kleine Einsparung erfolgt immer. Jede Heizungssteuerung ist mit einer Zeitschaltuhr und einem Wochenprogramm ausgerüstet. Hier können die gewünschte Raumtemperatur und die Nutzungszeiten eingestellt werden, so dass die Raumtemperatur nachts oder in Abwesenheit abgesenkt wird. Die Einsparung lohnt sich besonders in schlecht gedämmten Bauten mit Radiatoren-Heizungen.»

#10 – Energiesparen bedingt eine Komforteinbusse und kostet viel.

«In den letzten zwanzig Jahren sind die Geräte um einiges effizienter geworden. Zudem ist der Verkauf ineffizienter elektrischer Geräte per Gesetz verboten. Eine LED-Lampe als Beispiel verbraucht sechs bis acht Mal weniger Elektrizität als eine Halogenlampe. Sie hat zudem eine mehrfach längere Lebensdauer. Der Komfort wird durch die stetig verbesserte Technologie nicht mehr eingeschränkt – im Gegenteil. Moderne Wassersparbrausen halbieren zum Beispiel den Wasser- und damit den Energieverbrauch. So braucht man auch in Zukunft nicht kalt zu duschen.»

#6 – Strom vom eigenen Dach ist teurer als Strom aus der Steckdose.

«Rechnet man mit einer Lebensdauer von zwanzig Jahren für eine Solaranlage, betragen die Kosten für den Strom vom eigenen Dach 0,10 bis 0,15 Franken pro kWh – was deutlich billiger ist als der Strom des Elektrizitätswerks. Die effektive Lebensdauer einer PV-Anlage ist in der Regel aber höher, was den Strom noch günstiger macht. Damit die Rechnung stimmt, sollte jedoch ein grosser Anteil der Produktion im Haus selbst verbraucht werden. Die Rücklieferung ist meist nicht kostendeckend.»

#7 – Mit erneuerbaren Energien heizen ist viel teurer, als mit einer fossilen Heizung.

«Die Investition für eine erneuerbare Heizung (zum Beispiel eine Wärmepumpenheizung) liegt meist höher als für eine Öl- oder Gasheizung. Die Mehrkosten dieser Heizung werden aber durch die Einsparungen bei der Energie und im Service kompensiert. Über die gesamte Lebensdauer der Heizung rechnet sich also meistens der Einsatz erneuerbarer Energien

#8 – Auch Ökostrom führt zu CO2-Emissionen.

«Die Elektrizitätserzeugung in der Schweiz erfolgt ohne CO2-Ausstoss. Das gilt aber nicht für das europäisches Stromnetz, mit dem auch die Schweiz verbunden ist. Strenge Herkunftsnachweise stellen aber sicher, dass importierter Ökostrom auch ökologisch erzeugt wurde. In die Bilanzierung nicht eingerechnet ist jedoch der Bau der Kraftwerke. In der Bilanz – der Einsparung an CO2-Emissionen gegenüber dem Aufwand für den Bau der Anlagen - stehen erneuerbare Energien im Vergleich zu fossilen Anlagen deutlich besser da.»

#9 – Die Raumtemperatur nachts und in den Ferien abzusenken, lohnt sich nicht.

«Die richtige Einstellung der Steuerung kostet nichts und mindestens eine kleine Einsparung erfolgt immer. Jede Heizungssteuerung ist mit einer Zeitschaltuhr und einem Wochenprogramm ausgerüstet. Hier können die gewünschte Raumtemperatur und die Nutzungszeiten eingestellt werden, so dass die Raumtemperatur nachts oder in Abwesenheit abgesenkt wird. Die Einsparung lohnt sich besonders in schlecht gedämmten Bauten mit Radiatoren-Heizungen.»

#10 – Energiesparen bedingt eine Komforteinbusse und kostet viel.

«In den letzten zwanzig Jahren sind die Geräte um einiges effizienter geworden. Zudem ist der Verkauf ineffizienter elektrischer Geräte per Gesetz verboten. Eine LED-Lampe als Beispiel verbraucht sechs bis acht Mal weniger Elektrizität als eine Halogenlampe. Sie hat zudem eine mehrfach längere Lebensdauer. Der Komfort wird durch die stetig verbesserte Technologie nicht mehr eingeschränkt – im Gegenteil. Moderne Wassersparbrausen halbieren zum Beispiel den Wasser- und damit den Energieverbrauch. So braucht man auch in Zukunft nicht kalt zu duschen.»

Erste Veröffentlichung: 
25.6.2021
  |  Letztes Update: 
24.4.2024

Jules «Dr. Energy» Pikali

Jules Pikali ist Energieberater und Mitinhaber der Oekowatt GmbH. Ausserdem ist der dipl. Masch.-Ing. ETH/SIA Sekretär der Konferenz kantonaler Energiefachstellen. Als «Dr. Energy» beantwortet Pikali in unregelmässigen Abständen Fragen rund ums Thema Energie.

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