Aus Restwärme, Nebenprodukten und Biomasse werden Licht, Energie und Materialien. Von ETH-Labormüll bis Hundekot-Laternen – diese Projekte denken Kreisläufe neu.
Aus Restwärme, Nebenprodukten und Biomasse werden Licht, Energie und Materialien. Von ETH-Labormüll bis Hundekot-Laternen – diese Projekte denken Kreisläufe neu.
Chaleur résiduelle, sous-produits et biomasse deviennent lumière, énergie et matériaux. Des déchets de laboratoire de l’EPF aux lampadaires méthaniseurs – ces projets repensent les circuits.
Was passiert eigentlich mit Nebenprodukten aus Forschung, Industrie und Alltag? Noch immer gehen grosse Mengen an Wärme und Material ungenutzt verloren, werden aufwendig entsorgt oder sammeln sich als schier unbewältigbare Masse an Abfall an.
Einige Projekte zeigen aber, dass es auch anders geht und demonstrieren Kreislaufdenken in Aktion. Wir stellen vor, wie aus Laborabfall, Hundekot und Bakterien Licht wird.
Es werde Licht … aus Laborabfall
Im Hauptgebäude der ETH Zürich hing im Dezember 2025 ein Kronleuchter, dessen Materialien aus dem wissenschaftlichen Alltag stammen: Reagenzflaschen, Zentrifugenröhrchen und Pipettenspitzen, gesammelt aus Laboren und in einer Live-Performance der Künstlerin und ehemaligen Molekularbiologin Saki The Artist neu zusammengesetzt.
Die Installation ist Teil der Initiative Art of Transformation und macht sichtbar, dass selbst scheinbar kurzlebige Einwegmaterialien Teil von Stoffkreisläufen sein können. Laborabfälle werden als Ressource wahrgenommen und dienen als Ausgangspunkt für Diskussionen über Reduktion, Wiederverwendung und die ökologische Bilanz der Forschung – auch wenn, streng genommen, der Abfall nicht das Licht per se produziert, sondern nur den passenden Leuchtkörper.
Kronleuchter aus Laborabfall. (Bild: Nicola Pitaro/ETH Zürich)
Es werde Licht … aus Hundekot
Als Spaziergängerin oder Spaziergänger in den Malvern Hills in England sieht man abends eine ganz normale Strassenlaterne, die warm über den Hügeln leuchtet. Nichts Ungewöhnliches – bis man erfährt, was sie antreibt. Denn hier wird Hundekot in einem kleinen Behälter gesammelt und von Mikroorganismen zersetzt; dabei entsteht Gas, das die Lampe zum Leuchten bringt. So wird aus dem täglichen Gassigehen nicht nur ein Beitrag zur Sauberkeit der Wege, sondern auch zur lokalen Energieversorgung.
Die Installation ist technische Demonstration und augenzwinkernde Umweltpädagogik zugleich. Sie zeigt, dass selbst die unliebsamsten Reste des Alltags Teil eines funktionierenden Stoffkreislaufs sein können. Wie die Briten es trocken formulieren: From stools to fuels.
Strassenlaterne angetrieben mit Hundekot. (Bild: theguardian)
Es werde Licht … aus Bakterien
Das Pariser Start-up Glowee nutzt biotechnologisch veränderte Mikroorganismen, die von Natur aus Licht erzeugen, um Leuchtsysteme ohne Strom zu schaffen. In transparenten Behältern wachsen Bakterien, die mithilfe von Leuchtgenen aus Meeresorganismen selbst Licht erzeugen. Sie strahlen ein sanftes, grünliches Licht aus, das für dekorative Beleuchtung, Fassaden oder urbane Installationen genutzt werden kann.
Diese Form von Biolumineszenz macht sichtbar, dass Licht auch ohne Strom entstehen kann und zwar durch Organismen, deren chemische Prozesse von Natur aus Licht erzeugen. Das Konzept steht zwar noch vor Herausforderungen wie Lebensdauer und Helligkeit, eröffnet aber einen radikal neuen Zugang zu ressourcenschonender Beleuchtung, die ganz ohne Strom auskommt.
Licht aus Mikroorganismen. (Bild: glowee)
Vom Wegwerfen zum Weiterdenken
Ob künstlerisch, biologisch oder chemisch: Die drei Beispiele zeigen unterschiedliche Wege, wie Nebenprodukte in neue Wertschöpfungsketten integriert werden können. Sie stellen alle die Vorstellung infrage, dass Dinge nach deren Nutzung zu unbrauchbarem Abfall werden oder per se unbrauchbar sind. Stattdessen treten Stoffe und Energie in neue Kontexte, übernehmen neue Funktionen und machen sichtbar, dass Kreislaufwirtschaft nicht nur eine technische, sondern auch eine kreative Transformation ist.
Was passiert eigentlich mit Nebenprodukten aus Forschung, Industrie und Alltag? Noch immer gehen grosse Mengen an Wärme und Material ungenutzt verloren, werden aufwendig entsorgt oder sammeln sich als schier unbewältigbare Masse an Abfall an.
Einige Projekte zeigen aber, dass es auch anders geht und demonstrieren Kreislaufdenken in Aktion. Wir stellen vor, wie aus Laborabfall, Hundekot und Bakterien Licht wird.
Es werde Licht … aus Laborabfall
Im Hauptgebäude der ETH Zürich hing im Dezember 2025 ein Kronleuchter, dessen Materialien aus dem wissenschaftlichen Alltag stammen: Reagenzflaschen, Zentrifugenröhrchen und Pipettenspitzen, gesammelt aus Laboren und in einer Live-Performance der Künstlerin und ehemaligen Molekularbiologin Saki The Artist neu zusammengesetzt.
Die Installation ist Teil der Initiative Art of Transformation und macht sichtbar, dass selbst scheinbar kurzlebige Einwegmaterialien Teil von Stoffkreisläufen sein können. Laborabfälle werden als Ressource wahrgenommen und dienen als Ausgangspunkt für Diskussionen über Reduktion, Wiederverwendung und die ökologische Bilanz der Forschung – auch wenn, streng genommen, der Abfall nicht das Licht per se produziert, sondern nur den passenden Leuchtkörper.
Kronleuchter aus Laborabfall. (Bild: Nicola Pitaro/ETH Zürich)
Es werde Licht … aus Hundekot
Als Spaziergängerin oder Spaziergänger in den Malvern Hills in England sieht man abends eine ganz normale Strassenlaterne, die warm über den Hügeln leuchtet. Nichts Ungewöhnliches – bis man erfährt, was sie antreibt. Denn hier wird Hundekot in einem kleinen Behälter gesammelt und von Mikroorganismen zersetzt; dabei entsteht Gas, das die Lampe zum Leuchten bringt. So wird aus dem täglichen Gassigehen nicht nur ein Beitrag zur Sauberkeit der Wege, sondern auch zur lokalen Energieversorgung.
Die Installation ist technische Demonstration und augenzwinkernde Umweltpädagogik zugleich. Sie zeigt, dass selbst die unliebsamsten Reste des Alltags Teil eines funktionierenden Stoffkreislaufs sein können. Wie die Briten es trocken formulieren: From stools to fuels.
Strassenlaterne angetrieben mit Hundekot. (Bild: theguardian)
Es werde Licht … aus Bakterien
Das Pariser Start-up Glowee nutzt biotechnologisch veränderte Mikroorganismen, die von Natur aus Licht erzeugen, um Leuchtsysteme ohne Strom zu schaffen. In transparenten Behältern wachsen Bakterien, die mithilfe von Leuchtgenen aus Meeresorganismen selbst Licht erzeugen. Sie strahlen ein sanftes, grünliches Licht aus, das für dekorative Beleuchtung, Fassaden oder urbane Installationen genutzt werden kann.
Diese Form von Biolumineszenz macht sichtbar, dass Licht auch ohne Strom entstehen kann und zwar durch Organismen, deren chemische Prozesse von Natur aus Licht erzeugen. Das Konzept steht zwar noch vor Herausforderungen wie Lebensdauer und Helligkeit, eröffnet aber einen radikal neuen Zugang zu ressourcenschonender Beleuchtung, die ganz ohne Strom auskommt.
Licht aus Mikroorganismen. (Bild: glowee)
Vom Wegwerfen zum Weiterdenken
Ob künstlerisch, biologisch oder chemisch: Die drei Beispiele zeigen unterschiedliche Wege, wie Nebenprodukte in neue Wertschöpfungsketten integriert werden können. Sie stellen alle die Vorstellung infrage, dass Dinge nach deren Nutzung zu unbrauchbarem Abfall werden oder per se unbrauchbar sind. Stattdessen treten Stoffe und Energie in neue Kontexte, übernehmen neue Funktionen und machen sichtbar, dass Kreislaufwirtschaft nicht nur eine technische, sondern auch eine kreative Transformation ist.
Qu’advient-il, au juste, des sous-produits issus de la recherche, de l’industrie et du quotidien? De grandes quantités de chaleur et de matériaux sont encore perdues sans être utilisées, éliminées à grands frais ou accumulées sous forme de montagnes de déchets ingérables.
Certains projets démontrent toutefois qu’il peut en aller autrement et illustrent l’approche circulaire en action. Nous vous présentons comment les déchets de laboratoire, les excréments de chiens et les bactéries sont transformés en lumière.
Que la lumière soit... à partir de déchets de laboratoire
En décembre, un lustre composé de matériaux issus du quotidien scientifique était suspendu dans le bâtiment principal de l’EPFZ: des flacons de réactifs, des tubes de centrifugation et des embouts de pipettes, collectés dans des laboratoires et réassemblés dans le cadre d’une performance en live de l’artiste et ancienne biologiste moléculaire Saki The Artist.
L’installation fait partie intégrante de l’initiative Art of Transformation et illustre que même les matériaux jetables, a priori éphémères, peuvent être intégrés aux cycles des matières. Les déchets de laboratoire sont perçus comme une ressource et servent de point de départ à des discussions portant sur la réduction, la réutilisation et le bilan écologique de la recherche – même si, à proprement parler, ce ne sont pas les déchets qui génèrent la lumière en soi, mais seulement le luminaire adéquat.
Chandelier fabriqué à base de déchets de laboratoire. (Photo : Nicola Pitaro/ETH Zurich)
Que la lumière soit... à partir d’excréments de chiens
Au gré d’une promenade dans les Malvern Hills, en Angleterre, on aperçoit, le soir venu, un lampadaire usuel qui éclaire les collines de sa lumière chaleureuse. Rien d’inhabituel, en somme – jusqu’à ce que l’on apprenne, en tant que propriétaire de chien, ce qui l’alimente. En effet, les excréments de chiens sont collectés dans un petit conteneur et décomposés par des micro-organismes, ce qui produit du gaz qui alimente la lampe. Ainsi, la promenade quotidienne du chien contribue non seulement à l’approvisionnement énergétique local, mais également à la propreté de la voie publique.
Cette installation constitue en même temps une démonstration technique et une leçon d’écologie cocasse. Elle prouve que même les déchets les plus répudiés du quotidien peuvent faire partie d’un cycle des matières fonctionnel. Comme le formulent, à point nommé, les Britanniques: from stools to fuels (des excréments aux carburants).
Un lampadaire alimenté par des excréments de chien. (Photo : theguardian)
Que la lumière soit... à partir de bactéries
La start-up parisienne Glowee utilise des micro-organismes biotechnologiquement modifiés qui produisent naturellement de la lumière afin de créer des systèmes d’éclairage sans électricité conventionnelle. Dans des récipients transparents, des bactéries produisent elles-mêmes de la lumière par l’intermédiaire de gènes lumineux issus d’organismes marins. Elles émettent une douce lueur verdâtre qui peut être utilisée pour l’éclairage décoratif, les façades ou les installations urbaines.
Cette forme de bioluminescence démontre que la lumière peut également être générée sans électricité, grâce à des organismes dont les processus chimiques sont naturellement photogènes. Bien que ce concept soit encore confronté à des défis tels que la durée de vie et la luminosité, il ouvre une voie radicalement inédite vers un éclairage respectueux des ressources et se passant entièrement de courant du secteur.
Lumière issue de micro-organismes. (Image : glowee)
De l’élimination à la réflexion
Qu’ils soient de nature artistique, biologique ou physique, ces trois exemples traduisent plusieurs façons d’intégrer les sous-produits dans de nouvelles chaînes de création de valeur. Ils remettent tous en question l’idée que les objets deviennent des déchets inutilisables après leur usage ou sont inutiles en eux-mêmes. Au contraire, les matériaux et l’énergie intègrent de nouveaux contextes, assument des fonctions sortant de l’ordinaire et révèlent que l’économie circulaire constitue non seulement une transformation technologique, mais également créative.