Ein Klick hier, ein Video da, schnell mal ein Bild hochgeladen, Musik gestreamt, Datei gespeichert. Aber auch wenn du keine Trucks über die Autobahn schickst: auch das digitale Leben das frisst Strom. Und zwar mehr, als du denkst.
Die globale IT-Infrastruktur – Rechenzentren, Netzwerke, Endgeräte – verbraucht inzwischen fast 10 Prozent des weltweiten Stroms. Und es wird immer mehr. Je mehr wir streamen, speichern und senden, desto grösser wird unser digitaler Fussabdruck.
Streaming: dein Serienabend mit Nebenkosten
Netflix, Youtube, Tiktok: Streaming macht mittlerweile rund 60 Prozent des weltweiten Internet-Traffics aus. Eine Stunde HD-Streaming kann bis zu 300 Gramm CO₂ verursachen – je nach Endgerät, Datenleitung und Strommix sogar mehr. Zum Vergleich: Ein Wasserkocher braucht für einen Liter gerade mal rund 20 Gramm CO₂.
→ Vorteil: Wer auf kleinere Bildqualität umstellt (beispielsweise von 4K auf HD), spart bis zu 75 Prozent des Datenvolumens. Und: Serien downloaden und offline schauen? Noch effizienter.
Cloud-Speicher: praktisch, aber datenhungrig
Google Drive, Dropbox, iCloud und Co. speichern Fotos, Dokumente und Videos auf Servern, die rund um die Uhr laufen, gekühlt und gesichert werden. Das frisst Strom – permanent. Je mehr du speicherst, desto mehr Server laufen im Hintergrund. Der Nachteil dabei ist, dass viele Nutzerinnen und Nutzer unnötig doppelt und dreifach ihre Dateien speichern.
→ Tipp: Regelmässig aufräumen, alte Dateien löschen und Anbieter wählen, die auf grüne Rechenzentren setzen wie beispielsweise Infomaniak oder pCloud aus der Schweiz.
Mails, Apps und Dauer-Online: klein, aber summiert sich
20 Newsletter, 50 ungelesene Mails, 12 Push-Nachrichten täglich und jede davon muss gespeichert, übertragen, angezeigt werden. Schon eine einzige E-Mail mit Anhang kann zehn Gramm CO₂ verursachen. Klingt wenig, wird aber bei Millionen Mails schnell gigantisch.
→ Tipp: Newsletter abbestellen, E-Mails gezielter versenden, Apps regelmässig löschen. Und: Push-Benachrichtigungen ausschalten spart nicht nur Strom, sondern auch Nerven.
Energieeffiziente Alternativen
Unser digitales Leben hinterlässt Spuren auf Servern, in Rechenzentren und im Stromverbrauch. Die gute Nachricht: Du musst nicht offline gehen, um effizienter zu werden.
Kleine Umstellungen, bewusste Entscheidungen und ein wenig digitaler Frühjahrsputz machen schon einen Unterschied.
- Dark Mode aktivieren bei OLED-Bildschirmen spart Strom
- Geräte ausschalten statt Standby, vor allem Router, Laptops, TV
- Suchmaschinen wie Ecosia oder Mojeek nutzen, diese setzen auf grüne Server oder pflanzen Bäume
- Lokale Speicherlösungen prüfen, denn oft reicht eine externe Festplatte statt dauerhafte Cloud
