Wenn man zu den kleinsten Materieteilchen vordringt, tritt man in eine Welt mit eigenen Regeln ein. Es ist wie ein eigenes Universum aus Seifenblasen, die vielfarbig schimmern, synchron tanzen und rasch wieder in sich zusammenfallen. Bloss nicht berühren. Und doch könnte diese flüchtige, instabile Welt prädestiniert sein, die komplexesten Aufgaben zu lösen.
Lukas Bischof hat an der ZHAW in Winterthur Informatik studiert und sich in der Quantenwelt Schritt für Schritt vorangetastet. In seiner Masterarbeit, die er diesen Sommer abgeschlossen hat, konnte er mit eigenen Mitteln nachweisen, woran grosse Tech-Unternehmen schon länger forschen: Quantencomputer können bei gewissen Rechenaufgaben traditionelle Supercomputer bereits jetzt ausstechen.
In der Praxis angekommen
«Bei der Mustererkennung war der Quantencomputer nicht nur schneller, sondern benötigte auch weniger Daten», erklärt Lukas. Gleichzeitig räumt er ein: «Quantencomputer sind noch nicht so weit, dass sie ein breites Themenfeld verlässlich alleine lösen können.» Er ist überzeugt, dass auch in Zukunft eine Arbeitsteilung zwischen traditionellen und Quanten-Computern gefragt sein wird.
Doch was führt dazu, dass Quantencomputer schneller sind? Anstelle von Bits arbeiten Quantencomputer mit Quantenbits, sogenannten Qubits. Während Bits den Wert 0 oder 1 annehmen können, können Qubits auch alle Werte dazwischen annehmen. Diesen Zustand nennt man auch Superposition. Er erlaubt es, dass Quantencomputer verschiedene Rechenoperation gleichzeitig ausführen können, während traditionelle Computer Schritt für Schritt vorgehen.

