Wir fordern von unseren Computern immer mehr Rechenleistung: Eine einzige Anfrage an ChatGPT verbraucht 2,9 Wattstunden, also zehnmal mehr als eine reguläre Suchanfrage bei Google. Derartige Rechenleistungen können nur grosse Computer und Server leisten.
Dabei produzieren diese sehr viel Abwärme, die bisher ungenutzt blieb. Das Schweizer Start-up K51 reduziert diese Energieverschwendung und beheizt mit dieser Abwärme Gewächshäuser.
Rechenleistung als innovativer «Brennstoff»
Moderne Rechenzentren werden heute bereits mit erneuerbarer Energie betrieben – so verringert sich die CO2-Belastung. Dennoch bleibt ein Problem: Was geschieht mit der Abwärme der Computer?
Ein Grossteil geht ungenutzt in die Atmosphäre. Hier setzt das Start-up K51 mit seiner Lösung an und betreibt Hochleistungscomputer dort, wo fossilfreie Wärme genutzt werden kann – zum Beispiel in Gewächshäusern, Hotels oder Industrieanlagen. Weil die Hochleistungscomputer in Tauchkühltanks untergebracht sind, werden 97 Prozent der Wärme aufgefangen und etwa zu Heizzwecken in Gewächshäuser zurückgeführt.
«Wir liefern fossilfreie Wärme und nutzen Rechenleistung als innovativen ‹Brennstoff›», sagt Benoît Stroelin, Co-Gründer und CEO von K51. «Unser Ziel ist es, die Energieverschwendung im High-Performance-Computing massgeblich zu reduzieren und so einen relevanten Beitrag zur Dekarbonisierung zu leisten.»
Opportunitäten beim Strombezug
Dieser Ansatz hat das Potenzial, den Umgang mit Energie und Rechenleistung grundlegend zu verändern. Durch die Wärmespeicherung werden Rechenleistung und Wärmeabgabe entkoppelt. So entstehen Opportunitäten beim Strombezug sowie Flexibilitäten, die zur Stabilisierung der Stromnetze eingesetzt werden können.
Konkret wird der Bezug von Strom auf die günstigen Stunden verschoben. K51 erhält von der BKW entsprechende Preissignale für den folgenden Tag. Das Energiemanagement-System programmiert damit die Rechner und sendet die erwartete Verbrauchsprognose zurück an die BKW.
Diese beschafft die benötigten Mengen dann am kurzfristigen Strommarkt (Spotmarkt). Zudem setzt die BKW die Rechenzentren am Regelenergiemarkt ein. Damit trägt K51 zur Netzstabilität bei und generiert nebenbei zusätzliche Einnahmen.
Eine Win-win-win!-Situation für alle Beteiligten
Was sich hier am Beispiel zeigt: Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit sind durchaus miteinander zu vereinbaren. Energieversorger und Verbraucher gewinnen dank innovativer Lösungen auf beiden Seiten. Mit der zunehmenden Nachfrage sollen beim Start-up K51 weitere Rechenzentren entstehen und integriert werden. Auch wird laufend daran gearbeitet, das System noch intelligenter werden zu lassen.
Das dritte «Win!» geht an die Schweizer Gemüsebäuerinnen und -bauern. Sie stehen vor der Herausforderung, ihre Gewächshäuser ab 2030 ohne fossile Brennstoffe zu beheizen. Mit ihrer Technologie, Abwärme aufzufangen und zu nutzen, bietet K51 eine Alternative zu fossilen Energiequellen. Es unterstützt somit Schweizer Gärtnerinnen und Gärtner dabei, die Anforderungen an Energieeffizienz und Nachhaltigkeit zu erfüllen.
