Der Parkplatz der Kronbergbahnen in Jakobsbad, Appenzell, ist mit einer faltbaren Solarinstallation überdacht. Foto: dhp technology

Lohnen sich Solaranlagen auf Staumauern und anderen Bauwerken?

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Zwei Studien des Bundes haben untersucht, ob und wann sich Solaranlagen auf Staumauern, Lawinenverbauungen und anderen Infrastrukturflächen lohnen. Das Resultat ist ernüchternd. Eine Ausnahme bilden Carports: Solaranlagen über Parkfeldern.

Die Solartechnologie ist im Hoch – geht es doch darum, die Schweiz sowohl klimafreundlicher als auch unabhängiger vom Ausland zu machen. Entsprechend steil ist der Zubau: 2021 wurden 43 Prozent mehr Solarmodule auf Dächern installiert als im Jahr zuvor.

Laut Berechnungsmodellen könnte mit einem forcierten Ausbau der Solarenergie im Zusammenspiel mit Wind- und Wasserkraft die Schweiz im Winter die Stromsorgen weitgehend los sein. Das grösste Potenzial zum Ausbau liefern die bestehenden Dachflächen und Gebäudefassaden.

Dies bedingt jedoch, dass private Eigentümer im grossen Stil in den Solarausbau investieren. Laut Swisssolar müsste der Ausbau der Flächen um das Dreifache höher liegen, um die Klimaziele 2050 zu erreichen. Es braucht also zusätzliche Stellen, an denen Bund, Kantone und Gemeinden den Hebel ansetzen kann.

Wirtschaftlichkeit als Bremsklotz

Das Zauberwort heisst Infrastrukturbauten. Dazu gehören Parkfelder, Autobahnen, Gleisüberdachungen, Böschungen, Kläranlagen, Staumauern oder Lawinenverbauungen. Hinzu kommen sogenannte Konversionsflächen wie Steinbrüche, Deponien oder Schiessplätze der Armee.

Eine im Juli veröffentlichte Studie von Energie Zukunft Schweiz kommt zum Schluss, dass auf Infrastrukturflächen tatsächlich Potenzial bestünde. Theoretisch liessen sich mit Hilfe solcher Ausbauten zwischen neun und elf Gigawattstunden zusätzlicher Solarstrom pro Jahr gewinnen.

Gleichzeitig stellt die Studie aber ernüchternd fest, dass die Erschliessung des Potenzials aktuell stark eingeschränkt ist. Der grösste Bremsklotz ist die Wirtschaftlichkeit. Bei Lawinenverbauungen, auf Staumauern, künstlichen Seen und anderen Anlagen ohne Stromverbrauch vor Ort sind die Investitionskosten oft zu hoch und die Erträge zu gering.

Die Ausnahme: Parkflächen

Eine Infrastrukturfläche bildet indessen die Ausnahme: Die Überdachung von grossen Parkflächen mit Solaranlagen – sogenannten Solarcarports – kann sich auszahlen. Der Grund: die stark wachsende Elektromobilität. Energie Schweiz hat im Mai eine speziell auf Carports fokussierte Studie veröffentlicht.

Der grösste Vorteil von Carports liegt darin, dass der erzeugte Strom direkt vor Ort für das Laden von Elektroautos genutzt werden kann. Aber nicht nur: Carports spenden Schatten für die parkierten Autos und schützen diese vor Witterungseinflüssen.

Spezielle Förderung würde helfen

Laut Bundesamt für Statistik beläuft sich die Fläche von Parkfeldern derzeit auf 64 km² – oder fünf Millionen Parkplätze. Wäre die gesamte Fläche mit Solarmodulen bedeckt, so die Studie von Energie Schweiz, sei eine theoretische Leistung von sechs bis zehn Gigawatt möglich.

Die Studie zeigt aber auch die Herausforderungen auf: So spielen Fundamente, Montagesysteme, Reinigungseinschränkungen und die elektrische Erschliessung entscheidende Rollen. Entscheidend sei aber vor allem die Nutzung des Solarstroms für die Elektromobilität.

Die Studie kommt zum Schluss, dass eine spezielle Förderung zum Bau von Carports in Betracht gezogen werden müsste, um das volle Potenzial zu nutzen.

Die Solartechnologie ist im Hoch – geht es doch darum, die Schweiz sowohl klimafreundlicher als auch unabhängiger vom Ausland zu machen. Entsprechend steil ist der Zubau: 2021 wurden 43 Prozent mehr Solarmodule auf Dächern installiert als im Jahr zuvor.

Laut Berechnungsmodellen könnte mit einem forcierten Ausbau der Solarenergie im Zusammenspiel mit Wind- und Wasserkraft die Schweiz im Winter die Stromsorgen weitgehend los sein. Das grösste Potenzial zum Ausbau liefern die bestehenden Dachflächen und Gebäudefassaden.

Dies bedingt jedoch, dass private Eigentümer im grossen Stil in den Solarausbau investieren. Laut Swisssolar müsste der Ausbau der Flächen um das Dreifache höher liegen, um die Klimaziele 2050 zu erreichen. Es braucht also zusätzliche Stellen, an denen Bund, Kantone und Gemeinden den Hebel ansetzen kann.

Wirtschaftlichkeit als Bremsklotz

Das Zauberwort heisst Infrastrukturbauten. Dazu gehören Parkfelder, Autobahnen, Gleisüberdachungen, Böschungen, Kläranlagen, Staumauern oder Lawinenverbauungen. Hinzu kommen sogenannte Konversionsflächen wie Steinbrüche, Deponien oder Schiessplätze der Armee.

Eine im Juli veröffentlichte Studie von Energie Zukunft Schweiz kommt zum Schluss, dass auf Infrastrukturflächen tatsächlich Potenzial bestünde. Theoretisch liessen sich mit Hilfe solcher Ausbauten zwischen neun und elf Gigawattstunden zusätzlicher Solarstrom pro Jahr gewinnen.

Gleichzeitig stellt die Studie aber ernüchternd fest, dass die Erschliessung des Potenzials aktuell stark eingeschränkt ist. Der grösste Bremsklotz ist die Wirtschaftlichkeit. Bei Lawinenverbauungen, auf Staumauern, künstlichen Seen und anderen Anlagen ohne Stromverbrauch vor Ort sind die Investitionskosten oft zu hoch und die Erträge zu gering.

Die Ausnahme: Parkflächen

Eine Infrastrukturfläche bildet indessen die Ausnahme: Die Überdachung von grossen Parkflächen mit Solaranlagen – sogenannten Solarcarports – kann sich auszahlen. Der Grund: die stark wachsende Elektromobilität. Energie Schweiz hat im Mai eine speziell auf Carports fokussierte Studie veröffentlicht.

Der grösste Vorteil von Carports liegt darin, dass der erzeugte Strom direkt vor Ort für das Laden von Elektroautos genutzt werden kann. Aber nicht nur: Carports spenden Schatten für die parkierten Autos und schützen diese vor Witterungseinflüssen.

Spezielle Förderung würde helfen

Laut Bundesamt für Statistik beläuft sich die Fläche von Parkfeldern derzeit auf 64 km² – oder fünf Millionen Parkplätze. Wäre die gesamte Fläche mit Solarmodulen bedeckt, so die Studie von Energie Schweiz, sei eine theoretische Leistung von sechs bis zehn Gigawatt möglich.

Die Studie zeigt aber auch die Herausforderungen auf: So spielen Fundamente, Montagesysteme, Reinigungseinschränkungen und die elektrische Erschliessung entscheidende Rollen. Entscheidend sei aber vor allem die Nutzung des Solarstroms für die Elektromobilität.

Die Studie kommt zum Schluss, dass eine spezielle Förderung zum Bau von Carports in Betracht gezogen werden müsste, um das volle Potenzial zu nutzen.

Wenn die Sonne scheint, produziert der Carport Strom für die E-Auto-Ladestationen und spendet Schatten, damit sich die Autos nicht erhitzen. Foto: zVg/dhp technology
Kyburz fabrique ses véhicules électriques dans son propre atelier de production. Photo: Kyburz
Faltbare Solaranlagen eignen sich für Kläranlagen, da sie sich für Unterhaltsarbeiten einziehen lassen. Foto: zVg/dhp technology
Kyburz fabrique ses véhicules électriques dans son propre atelier de production. Photo: Kyburz
In den Bergregionen scheint im Winter die Sonne öfter als im Mittelland, weshalb Solaranlagen wie diejenige über der Kläranlage in Davos ebenfalls Sinn machen können. Foto: zVg/dhp technology
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Erste Veröffentlichung: 
2.9.2022
  |  Letztes Update: 
2.9.2022
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