Sommerzeit ist Badezeit! Und wer sich einen neuen Bikini kaufen möchte, trifft immer öfter auf Begriffe wie «nachhaltig», «fair produziert» oder «aus recyceltem Material». Doch was steckt dahinter? Kann Bademode überhaupt nachhaltig sein?
Ganz ohne Plastik gehts (noch) nicht
«Bademode lässt sich leider noch nicht vollständig mit nachhaltigen Materialien umsetzen», sagt das Zürcher Label Pura Clothing. Stoffe aus Holzfasern wie Tencel wären zwar ökologischer, aber zu empfindlich für Sonne, Salz und Chlor. Stattdessen setzt das Label auf recyceltes Polyamid oder biobasierte Kunstfasern aus Rizinusöl, «aktuell die besten Optionen, ohne bei der Haltbarkeit Abstriche zu machen».
Auch Palmar Swimwear verwendet für die meisten Modelle einen Stoff aus alten Fischernetzen und Teppichen. Die Gründerin Delaia Tschannen trägt ihre ersten Bikinis von 2019 immer noch: «Sie sind sehr langlebig und bei guter Pflege halten sie mehrere Sommer.»
Das Mutter-Tochter-Gespann Mira und Ivon Blazevic vom Label Volans Swimwear setzt auf ein Material aus Norditalien, das besonders formstabil, schnell trocknend und umweltfreundlich ist. «Der Stoff trägt sogar das PEF-Zertifikat, das für Qualitäts- und Nachhaltigkeitsmerkmale steht», so die Gründerinnen.
«Ausserdem bietet er UV-Schutz. Das ist ideal für Bademode, die sich gut anfühlt und lange hält», so das Mutter-Tochter-Duo.
So fair produzieren Schweizer Labels
Alle drei Labels lassen ihre Kollektionen unter fairen Bedingungen und in kleinen Betrieben herstellen. Volans produziert etwa in einer Familien-Manufaktur in Kroatien, Pura arbeitet nur mit Partnern in sogenannten «Nicht-Risiko-Ländern». Subunternehmer oder Dumpinglöhne? Kommen für sie nicht infrage. Mutter Mira fertigt jeden Schnitt mit über 40 Jahren Erfahrung von Hand an.
Sara Zbinden, Gründerin von Pura, achtet vor allem auf Nachhaltigkeit bei der Planung: «Durch Vorbestellungen wissen wir genau, wie viel wir produzieren müssen, und so bleibt kaum etwas übrig.»
Bademode für viele Jahre
Ein nachhaltiger Bikini soll lange halten – das ist bei allen drei Labels der Anspruch. Sara Zbinden von Pura sagt: «Unsere Bikinis halten bei guter Pflege vier bis fünf Jahre oder länger.» Falls doch mal eine Naht aufgeht, wird sie repariert.
Die Gründerinnen von Volans setzen auf besonders langlebige Materialien. Kleinere Reparaturen werden direkt im Atelier in Zürich von Mira umgesetzt, um die Lebensdauer der Stücke zu verlängern. Und auch die Gründerin Delaia Tschannen von Palmar Swimwear betont: «Die exakte Verarbeitung sorgt dafür, dass die Teile viele Saisons überstehen.»
Bedeutet nachhaltiger auch teurer?
Doch das hat seinen Preis. Und da sind sich alle Gründerinnen einig: «Ja, nachhaltige Bademode kostet meist mehr.» Das liegt an fairen Löhnen, besseren Stoffen und kleinerer Stückzahlen. Für das Mutter-Tochter-Team ist klar: «Wer nachhaltig kauft, kauft weniger – aber besser.» Auch Sara Zbinden will keine Massenware produzieren: «Wir bleiben unabhängig von Rabattaktionen und setzen auf Qualität statt Quantität.»
