Für alle Produkte und deren Verpackungen werden Ressourcen wie Wasser, Energie und Rohstoffe benötigt. Wer weniger Abfall produziert, schont diese Ressourcen und trägt zur Reduktion von CO₂-Emissionen bei. Doch die Schweiz gehört im europaweiten Vergleich zu denjenigen Ländern, in denen am meisten Abfall pro Kopf entsteht. Wie können wir im Alltag weniger Abfall verursachen?
Abfallreduktion beginnt beim Einkaufen. Zahlreiche Lebensmittel sind zwar doppelt oder gar dreifach verpackt, es gibt mit Unverpackt-Läden oder -Ecken jedoch immer mehr Alternativen, die weniger Abfall generieren. Beim Kauf von Früchten und Gemüse ist es einfach, auf Plastiksäckchen zu verzichten: Diese Produkte sind durch ihre Schale natürlich verpackt und werden in den meisten Fällen zu Hause ohnehin gewaschen oder geputzt. Auch mit dem Verzicht auf Mineralwasser oder Softgetränke in PET-Flaschen leistest du einen Beitrag zur Abfallreduktion. Taschentücher kannst du statt in Päckchen auch in einer Kartonbox kaufen. Um deine Abfallmenge weiter zu reduzieren, solltest du deine Einkäufe nicht in Plastiksäcken nach Hause bringen, sondern in einer Stofftasche oder deinem Rucksack.
Bei illegaler Abfallentsorgung drohen hohe Bussen
An warmen Tagen ist das Abfallaufkommen im öffentlichen Raum laut Tobias Nussbaum, Mediensprecher von Entsorgung und Recycling der Stadt Zürich, grösser als in den vergangenen Monaten. «Im Frühling und Sommer halten sich die Menschen mehr draussen auf, essen und trinken in Parks und am See. Dadurch fällt auf öffentlichem Grund mehr Abfall an.» Die meisten Abfälle landen korrekt im Abfallbehälter, aber leider nicht alle. Bei grösseren Abfallablagerungen untersucht Entsorgung und Recycling Zürich die illegale Deponie auf Hinweise auf die verursachende Person und erstattet Anzeige. Es drohen Bussen von bis zu 50’000 Franken gemäss kantonalem Abfallgesetz oder Ordnungsbussen von rund 300 Franken. Wer in flagranti beim Littering erwischt wird, riskiert eine Busse von 120 Franken.
Während das falsche Entsorgen von grossen Gegenständen in Bern selten vorkomme und nicht saisonabhängig sei, entstehe auch in und um die Bundesstadt an schönen Tagen und vor allem am Wochenende im Frühling und Sommer deutlich mehr Abfall im öffentlichen Raum. «Wir reinigen daher die Naherholungsgebiete in der warmen Jahreszeit häufiger und leeren die öffentlichen Abfalleimer vermehrt», berichtet Stefan Schärer, Leiter Infra-Reinigung bei Tiefbau Stadt Bern.
Mit hausgemachter Verpflegung braucht es weniger Verpackungsmaterial
«Um Abfälle aus dem Unterwegskonsum zu verringern, empfiehlt es sich, Mehrwegbehälter zu nutzen und Wertstoffe wie Glas, PET und Aluminium getrennt zu entsorgen – genauso wie zu Hause», sagt Tobias Nussbaum von Entsorgung und Recycling Zürich. Viele Snacks und Picknick-Mahlzeiten kannst du selbst zubereiten und in Tupperware-Dosen aufbewahren, um sie danach auf die Wanderung, in den Park oder zum See mitzubringen. So entsteht kein oder nur wenig Abfall.
Unabhängig von der Verpackung solltest du immer nur so viel Essen kaufen, wie du auch konsumieren oder wieder nach Hause mitnehmen kannst. Food Waste hat nämlich weitreichende Auswirkungen auf die Umwelt. Werfen wir Essen in den Abfall, werden knappe Ressourcen wie Wasser, Böden und fossile Energieträger verschwendet. Deshalb solltest du dich vor einem grossen Einkauf fragen, wie oft in der kommenden Woche wie viele Personen zu Hause essen werden, was aktuell im Kühlschrank steht und wie du bereits gekaufte Lebensmittel mit frischen Produkten ergänzen könntest.
Tipp gegen Food Waste: Nicht nur auf das Haltbarkeitsdatum achten
Menüpläne und darauf basierende Einkaufszettel helfen dabei, bewusster einzukaufen. Hast du trotz bedachten Einkaufes doch mal zu viele frische Produkte gekauft, kannst du viele davon problemlos einfrieren. Lebensmittel musst du zudem nicht nur nach dem Mindesthaltbarkeitsdatum beurteilen. Es ist besser, das Produkt genau zu betrachten, daran zu riechen und es zu betasten. Meistens können Lebensmittel auch nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums noch ohne Gesundheitsrisiko oder Geschmackseinbussen konsumiert werden. Aus vielen Essensresten kannst du leckere Suppen zubereiten.
Neben Essensabfällen entstehen in der Schweiz auch grosse Mengen an Textilabfällen. Viele Schweizerinnen und Schweizer kaufen Fast Fashion. Da sich aufgrund des tiefen Einkaufspreises das Weiterverkaufen, Tauschen oder Reparieren finanziell nicht zu lohnen scheinen, werden zahlreiche Kleidungsstücke vorschnell entsorgt. «Textilien sind in der Produktion sehr umweltrelevant. Es ist daher erstrebenswert, wenn die Tendenz zu Fast Fashion gebrochen wird», erklärt Tobias Nussbaum. Um bei der Verwertung von entsorgten Textilien Verbesserungen zu erzielen, will die Stadt Zürich die lokale Wiederverwendung von Altkleidern stärken, Recycling weiter fördern, weniger im Ausland verwerten und mehr Transparenz in die Verwertungsströme bringen.
Bewusster Konsum schont Budget und Umwelt
Als Privatperson kannst du die Menge an Textilabfällen reduzieren, indem du auf Fast Fashion verzichtest, nicht jeden Modetrend mitmachst, beim Kleiderkauf auf die Qualität achtest, in Secondhand- oder Vintage-Läden einkaufst, ausgediente Kleidung ins Brockenhaus bringst oder flicken lässt und vor allem weniger, aber dafür langlebigere Kleidung kaufst. Dies macht – wie die meisten Tipps zur Abfallreduktion hier – nicht nur im Hinblick auf die Abfallmenge Sinn, sondern schont langfristig auch dein Budget.
