Bier trinken und im Alltag etwas zum Umweltschutz beitragen – wenn sich das Leben doch immer so einfach ressourcenschonend gestalten liesse. Beim Bier ist das zumindest keine Utopie. Dominic Hauser, Geschäftsführer der Brauerei Ernst in Aegerten, setzt alles daran, gutes Bier aus regionalen Zutaten herzustellen. Unter anderem setzt er auf selbst angebaute Rohstoffe, die im nächsten Dorf wachsen, kurze Transportwege und einen bewussten Umgang mit Ressourcen. Seiner Einschätzung nach sind kleine Brauereien allerdings bei der Energie- und Wassereffizienz gegenüber Grossbrauereien strukturell benachteiligt.
Dominic Hauser, woher beziehen Sie Gerste, Hopfen und Malz?
Wir setzen auf möglichst lokale Rohstoffe und bauen einen Teil des Malzes (Gerstenmalz) und Hopfens selbst an. Die Gerste und der Hopfen wachsen, genau wie die Braugerste auch, im Nachbardorf. Das Malz lassen wir bei der Genossenschaftsmälzerei Malticulture in Delémont herstellen, von der wir auch den Grossteil unseres übrigen Malzes beziehen. Weitere Rohstoffe stammen aus Lenzburg und Stammheim. Lediglich den Aromahopfen für unser Pale Ale und zwei Spezialmalzsorten beziehen wir aus Deutschland, weil diese in der Schweiz nicht angebaut werden.
Welche Massnahmen haben Sie getroffen, um den Energie- und Wasserverbrauch beim Brauen zu reduzieren?
Wir speichern das anfallende Heisswasser in einem Tank und verwenden es tags darauf zum Brauen. Da wir ausschliesslich unfiltrierte Biere produzieren und Einwegflaschen verwenden, sparen wir ebenfalls Wasser. Verglichen mit ähnlich grossen Brauereien, arbeiten wir unserer Einschätzung nach energieeffizienter, die Effizienz grösserer Betriebe können wir aber kaum erreichen.
Was geschieht mit den Abfall- und Nebenprodukten?
Hier können wir punkten: Der Malztreber kommt zurück zum Bauern, der unsere Gerste pflanzt. Er füttert die Rinder damit, und deren Mist wiederum düngt unsere Gerste. Heisstrub, Hopfentreber, Überschuss- und Gelägerhefe landen bei uns im Abwasser und werden in der lokalen Biogasanlage verwertet. Ansonsten rezyklieren wir alles, was geht. Die Malzsäcke werden von Malticulture wiederbefüllt.