Einen guten, regelmässigen Newsletter zu produzieren und zu schreiben, ist ganz schön aufwendig. Vielleicht aufwendiger, als es auf den ersten Blick erscheinen mag. Das könnte einer der Gründe sein, warum Newsletter – ähnlich wie Podcasts – oft nach einer gewissen Zeit zum Stillstand kommen. Oder eingestampft werden müssen. So erst im Juni geschehen beim monatlichen «Klima-Briefing» von Tsüri.ch. Das Zürcher Stadtmagazin leistete sich seit 2022 eine Klima-Redaktorin. Da lag die Idee eines Klima-Newsletters nah. Aber der Aufwand eines Newsletters mit Anspruch überstieg die Kapazitäten der kleinen Redaktion. Und so war im vorerst letzten Klima-Briefing zu lesen: «Jedes Format, das an eine regelmässige Veröffentlichung gebunden ist, nimmt uns die Flexibilität, auf aktuelle Geschehnisse in der Stadt einzugehen und darüber zu schreiben. Dabei wäre genau das unsere Kernaufgabe. Du siehst, es ist ein Dilemma.»
Ein Dilemma in der Tat. Schade noch dazu, denn das «Klima-Briefing» war ein wirklich guter Klima-Newsletter, der nicht zuletzt diesen Artikel inspiriert hat. Die Newsletter-Auswahl in diesem Beitrag soll in keiner Weise abschliessend sein oder gar als Ranking verstanden werden. Vielmehr soll sie einen Anhaltspunkt geben und in der Kommentarspalte hoffentlich das Teilen vieler weiterer Tipps inspirieren.
Was sicherlich auffällt: In der Schweiz gäbe es noch viel Potenzial für Newsletter zum Thema Klima und Nachhaltigkeit. Wohl allgemein in den deutschsprachigen Ländern. Entsprechend finden sich auch einige Newsletter in Englisch in der Auswahl.
Onboarding Klimajournalismus
Sprache: Deutsch
Themen: Klima, Journalismus, Aktuelles
Wie sollen Medien über das Klima berichten? Wie nicht? Worüber sollen sie unbedingt berichten? Welche Rolle spielen dabei die einzelnen Journalisten und Journalistinnen? Das Netzwerk Klimajournalismus teilt in seinem Newsletter Kurz-Interviews zur Rolle des Journalismus in Zeiten der Klimakrise – und das ist nicht nur für Medienleute interessant. Wer sich ab und zu mal fragt, ob und was man den Medien alles glauben soll, findet hier immer wieder interessante Einblicke in die Arbeit von Medien am konkreten Beispiel Klima.
Carbon Brief
Sprache: Englisch
Themen: Klima, Energie, globale Entwicklungen
Auf der Website von «Carbon Brief» wird mit folgendem Satz auf die vier Newsletter hingewiesen: «Sign up to our award-winning email newsletters.» Die Online-Plattform aus Grossbritannien hat sich einem datengestützten Klimajournalismus verschrieben, der sachlich über alles berichtet, was mit dem Klimawandel zu tun hat. «Carbon Brief» bietet vier unterschiedliche Newsletter an: einen wöchentlichen, einen täglichen, einen kurzen und einen China-spezifischen. Sie alle haben gemeinsam, dass sie wahnsinnig reichhaltig sind. Wer diese Newsletter liest, ist wirklich informiert über die aktuelle Lage.
Climate Beat – Covering Climate Now
Sprache: Englisch
Themen: Klima, Aktuelles, Medien
Ähnlich wie «Onboarding Klimajournalismus» ist «The Climate Beat» ein Newsletter, der sich auf die mediale Aufmerksamkeit von Klima-Themen fokussiert. Das Interessante an diesem wöchentlichen Newsletter ist die Aktualität, die nicht nur aufgegriffen, sondern vor dem Hintergrund der Klimakrise beleuchtet wird. Etwa: Was hat der Krieg in Nahost mit dem Klimawandel zu tun? Zusätzlich zu eigenen Geschichten teilt «The Climate Beat» immer viele Links und Artikel aus Medienhäusern und der Industrie – neben einem wöchentlichen Buchtipp und nachhaltigen Job-Inseraten.
Hothouse 2.0
Sprache: Englisch
Themen: Klima, Lösungen, Spezialthemen
Hübsch designt und extrem tiefgehend – das ist der «Hothouse 2.0»-Newsletter. Erst im Juli dieses Jahres hat sich dieser Newsletter einen neuen thematischen Fokus gegeben, weg vom Individuum und hin zu Systemen. Chefredaktorin Cadence Bambenek beschrieb den neuen «Hothouse 2.0»-Newsletter so: «Welche neuen Strukturen, Designs und Möglichkeiten schaffen Anreize oder katalysieren die CO2-ärmere Welt, in der wir leben müssen und leben wollen?» Jeder Newsletter soll Antworten auf diese Frage liefern. Er flattert zwar nur einmal monatlich ins Mail-Postfach, dafür hat er es in sich.
Ihr kennt noch weitere gute Newsletter, die sich mit Nachhaltigkeit, Zukunft und Klimawandel beschäftigen? Teilt sie gern in den Kommentaren!
