Dr. Fajer Mushtaq, Gründerin des ETH-Spin-off Oxyle. Foto: Yannick Romagnoli

«PFAS-belastetes Wasser sollten wir nicht Wasser nennen – sondern chemische Mischung»

«PFAS-belastetes Wasser sollten wir nicht Wasser nennen – sondern chemische Mischung»

«L’eau contaminée par les PFAS n’est plus de l’eau, c’est un mélange chimique»

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Das ETH-Spin-off Oxyle gewinnt den Green Business Award mit einer innovativen Lösung gegen sogenannte Ewigkeitschemikalien. Gründerin Dr. Fajer Mushtaq im Interview.

Dr. Fajer Mushtaq, mit Ihrem Unternehmen Oxyle bekämpfen Sie Wasserverschmutzung durch PFAS, sogenannte Ewigkeitschemikalien. Dafür haben Sie nun auch den Green Business Award erhalten. Wie kamen Sie zum Thema Wasser?

Das Problem der Wasserverschmutzung ist etwas, das mir persönlich seit meiner Kindheit sehr bewusst ist. Ich bin in Delhi aufgewachsen, wo Wasser nicht immer verfügbar war, vor allem im Sommer. Ich wusste immer, dass ich zu diesem Thema etwas beitragen möchte. Als sich dann im Rahmen meiner Doktorarbeit an der ETH die Möglichkeit bot, ein beliebiges Thema zu wählen, wählte ich Wasser. Was wir heute mit Oxyle machen, basiert auf dieser Arbeit.

Ich kann mir vorstellen, dass Ihre Tätigkeit für manche Menschen abstrakt ist. Was antworten Sie, wenn unbekannte Menschen Sie fragen, was Sie beruflich machen?

Früher war das durchaus abstrakt. Aber ich denke, PFAS, sogenannte Ewigkeitschemikalien, sind heute immer mehr Alltagsthema, weil sie auch oft in den Nachrichten sind. Es ist heute also einfacher, zu erklären, was wir bei Oxyle tun. Meine Antwort ist: Wir entwickeln Aufbereitungslösungen, die PFAS im Wasser vollständig zerstören. Auch die am schwersten zu entfernenden PFAS.

Die Frage, die wahrscheinlich folgt, wäre: Wie machen Sie das genau?

Wir zerstören diese PFAS mittels einer Technologie die UV-Licht und Mediator-Chemikalien kombiniert, die die Bindungen der PFAS aufbrechen. So wandeln wir die PFAS in Nebenprodukte wie Fluorid um. Diese Zerstörungstechnologie gilt in der Branche typischerweise als sehr teuer und nicht skalierbar. Oxyle geht deshalb einen Schritt weiter und bietet nicht nur die Technologie an, sondern eine vollständige Lösung, die für die Kundschaft umsetzbar, kosteneffektiv und skalierbar ist.

Sie machten also den Schritt aus dem Labor ins Unternehmertum. Wie empfanden Sie diesen Rollenwechsel?

Das stimmt: Den ganzen Tag im Keller im Labor zu sein, acht Stunden am Tag, manchmal auch am Wochenende, mit Laborkittel und Schutzbrille – das ist wirklich eine sehr andere Rolle als die, die ich jetzt habe. Ich würde nicht sagen, dass ich das Labor vermisse. Was ich als Wissenschaftlerin geliebt habe, war das Erschaffen von etwas Neuem. Nicht das Experiment an sich, sondern dass man sich etwas ausdenken, es testen und daraus etwas aufbauen kann. Das finde ich aufregend, und dasselbe darf ich als CEO ja auch tun. Ich teste neue Ideen mit der Kundschaft, mit meinem Team, jeden Tag.

PFAS finden sich ja nicht nur im Wasser, sondern auch in unseren Körpern. Das Thema hat dadurch auch etwas sehr Intimes.

Einige PFAS reichern sich im Körper an und verbleiben dort über Jahre, während andere schneller ausgeschieden werden – doch eine anhaltende Exposition kann einen kontinuierlichen Spiegel aufrechterhalten. Was erschreckend ist, wenn man darüber nachdenkt. Doch so sehr ich an das Problem denke und daran, wie unwohl es mich macht, Wasser zu trinken, das PFAS enthält, weiss ich auch, dass ich oft gar keine Alternative habe. Ich muss es einfach nutzen. Deshalb ist es wichtig, dass über systematische Lösungen nachgedacht wird. Die Behandlung von kontaminiertem Wasser, wie wir es tun, ist das eine.

Doris Leuthard, Alt-Bundesrätin und Jurypräsidentin des Green Business Award, sagt über die Wahl: «Sicher ist: Neben politischen Lösungen zur Verhinderung von PFAS braucht es auch Ansätze wie jene von Oxyle, die bereits im Umlauf befindliche Chemikalien dauerhaft abbauen.» Müsste man nicht viel stärker an der Quelle nach Lösungen suchen?

Es ist ein vielschichtiges Problem. Einerseits: Wenn man den Einsatz von PFAS in einem Produkt ersetzen kann – etwa in Teppichbeschichtungen oder in Kosmetika oder in wasserdichten Jacken, die man auch mit Wachs behandeln kann –, dann sollte man das unbedingt tun. Gleichzeitig wissen wir auch, dass es bei medizinischen Produkten, Feuerlöschern oder Halbleiterchips, auf die wir alle angewiesen sind, keine gute Alternative gibt und vielleicht auch in Jahrzehnten keine geben wird. Mit Oxyle versuchen wir deshalb, die Kontamination nah an der Quelle zu behandeln – während der Produktion. Und nicht erst, wenn das Wasser bereits in den Kläranlagen oder im Grundwasser landet. Wobei wir auch dort Altkontaminationen behandeln, bei denen hohe Konzentrationen die Menschen beeinträchtigen können.

Wasser wird wohl eines der grossen Probleme sein, mit dem die Menschheit konfrontiert sein wird. Wie sehen Sie das?

Ich finde, über Wasser wird nicht oft genug gesprochen in Hinblick auf die Klimakrise oder Cleantech. Wir reden meist über CO₂-Emissionen oder steigende Temperaturen, was ebenfalls sehr wichtige Themen sind. Aber Wasser ist ein integraler Bestandteil davon. Wenn man heute PFAS im Wasser hat, ist eine der am häufigsten eingesetzten Techniken die Verbrennung des Wassers. Dies führt zu hohen CO₂-Emissionen. Ganz zu schweigen davon, dass wir diese Chemikalien beim Verbrennen in die Luft freisetzen. Wasser ist nicht von der Klimakrise zu trennen. Es steht im Mittelpunkt der Krise. Wie wir kontaminiertes Wasser behandeln und bewirtschaften, wird ein entscheidender Teil der Lösung sein.

Denken Sie, wir betrachten Wasser, auch sauberes Wasser, als zu selbstverständlich?

Ja. Wasser ist ein Menschenrecht. Genau deshalb denken wir selten über seinen Wert nach. Doch wenn etwas kostenlos und unbegrenzt erscheint, ist es leicht zu übersehen, wie kostbar es wirklich ist. Gleichzeitig sollte man es nicht bepreisen, weil der Zugang so wichtig ist. Wenn ich also sage, Wasser sollte bepreist werden, dann meine ich nicht jedes Wasser. Toxisches Wasser, das für den menschlichen Verzehr ungeeignet ist, sollte absolut bepreist werden, weil jemand dieses Wasser behandeln muss. Es ist kein Wasser mehr, es ist chemisches Wasser. PFAS-belastetes Wasser sollten wir nicht Wasser nennen – sondern chemische Mischung.

Oxyle gewann den Green Business Award. Auf dem Foto zu sehen: Cédric Habermacher (Direktor von Green Business Switzerland), Fajer Mushtaq, Reto Knutti (ETH-Klimaforscher und Jurymitglied) und Doris Leuthard (Jurypräsidentin). Foto: Yannick Romagnoli

Dr. Fajer Mushtaq, mit Ihrem Unternehmen Oxyle bekämpfen Sie Wasserverschmutzung durch PFAS, sogenannte Ewigkeitschemikalien. Dafür haben Sie nun auch den Green Business Award erhalten. Wie kamen Sie zum Thema Wasser?

Das Problem der Wasserverschmutzung ist etwas, das mir persönlich seit meiner Kindheit sehr bewusst ist. Ich bin in Delhi aufgewachsen, wo Wasser nicht immer verfügbar war, vor allem im Sommer. Ich wusste immer, dass ich zu diesem Thema etwas beitragen möchte. Als sich dann im Rahmen meiner Doktorarbeit an der ETH die Möglichkeit bot, ein beliebiges Thema zu wählen, wählte ich Wasser. Was wir heute mit Oxyle machen, basiert auf dieser Arbeit.

Ich kann mir vorstellen, dass Ihre Tätigkeit für manche Menschen abstrakt ist. Was antworten Sie, wenn unbekannte Menschen Sie fragen, was Sie beruflich machen?

Früher war das durchaus abstrakt. Aber ich denke, PFAS, sogenannte Ewigkeitschemikalien, sind heute immer mehr Alltagsthema, weil sie auch oft in den Nachrichten sind. Es ist heute also einfacher, zu erklären, was wir bei Oxyle tun. Meine Antwort ist: Wir entwickeln Aufbereitungslösungen, die PFAS im Wasser vollständig zerstören. Auch die am schwersten zu entfernenden PFAS.

Die Frage, die wahrscheinlich folgt, wäre: Wie machen Sie das genau?

Wir zerstören diese PFAS mittels einer Technologie die UV-Licht und Mediator-Chemikalien kombiniert, die die Bindungen der PFAS aufbrechen. So wandeln wir die PFAS in Nebenprodukte wie Fluorid um. Diese Zerstörungstechnologie gilt in der Branche typischerweise als sehr teuer und nicht skalierbar. Oxyle geht deshalb einen Schritt weiter und bietet nicht nur die Technologie an, sondern eine vollständige Lösung, die für die Kundschaft umsetzbar, kosteneffektiv und skalierbar ist.

Sie machten also den Schritt aus dem Labor ins Unternehmertum. Wie empfanden Sie diesen Rollenwechsel?

Das stimmt: Den ganzen Tag im Keller im Labor zu sein, acht Stunden am Tag, manchmal auch am Wochenende, mit Laborkittel und Schutzbrille – das ist wirklich eine sehr andere Rolle als die, die ich jetzt habe. Ich würde nicht sagen, dass ich das Labor vermisse. Was ich als Wissenschaftlerin geliebt habe, war das Erschaffen von etwas Neuem. Nicht das Experiment an sich, sondern dass man sich etwas ausdenken, es testen und daraus etwas aufbauen kann. Das finde ich aufregend, und dasselbe darf ich als CEO ja auch tun. Ich teste neue Ideen mit der Kundschaft, mit meinem Team, jeden Tag.

PFAS finden sich ja nicht nur im Wasser, sondern auch in unseren Körpern. Das Thema hat dadurch auch etwas sehr Intimes.

Einige PFAS reichern sich im Körper an und verbleiben dort über Jahre, während andere schneller ausgeschieden werden – doch eine anhaltende Exposition kann einen kontinuierlichen Spiegel aufrechterhalten. Was erschreckend ist, wenn man darüber nachdenkt. Doch so sehr ich an das Problem denke und daran, wie unwohl es mich macht, Wasser zu trinken, das PFAS enthält, weiss ich auch, dass ich oft gar keine Alternative habe. Ich muss es einfach nutzen. Deshalb ist es wichtig, dass über systematische Lösungen nachgedacht wird. Die Behandlung von kontaminiertem Wasser, wie wir es tun, ist das eine.

Doris Leuthard, Alt-Bundesrätin und Jurypräsidentin des Green Business Award, sagt über die Wahl: «Sicher ist: Neben politischen Lösungen zur Verhinderung von PFAS braucht es auch Ansätze wie jene von Oxyle, die bereits im Umlauf befindliche Chemikalien dauerhaft abbauen.» Müsste man nicht viel stärker an der Quelle nach Lösungen suchen?

Es ist ein vielschichtiges Problem. Einerseits: Wenn man den Einsatz von PFAS in einem Produkt ersetzen kann – etwa in Teppichbeschichtungen oder in Kosmetika oder in wasserdichten Jacken, die man auch mit Wachs behandeln kann –, dann sollte man das unbedingt tun. Gleichzeitig wissen wir auch, dass es bei medizinischen Produkten, Feuerlöschern oder Halbleiterchips, auf die wir alle angewiesen sind, keine gute Alternative gibt und vielleicht auch in Jahrzehnten keine geben wird. Mit Oxyle versuchen wir deshalb, die Kontamination nah an der Quelle zu behandeln – während der Produktion. Und nicht erst, wenn das Wasser bereits in den Kläranlagen oder im Grundwasser landet. Wobei wir auch dort Altkontaminationen behandeln, bei denen hohe Konzentrationen die Menschen beeinträchtigen können.

Wasser wird wohl eines der grossen Probleme sein, mit dem die Menschheit konfrontiert sein wird. Wie sehen Sie das?

Ich finde, über Wasser wird nicht oft genug gesprochen in Hinblick auf die Klimakrise oder Cleantech. Wir reden meist über CO₂-Emissionen oder steigende Temperaturen, was ebenfalls sehr wichtige Themen sind. Aber Wasser ist ein integraler Bestandteil davon. Wenn man heute PFAS im Wasser hat, ist eine der am häufigsten eingesetzten Techniken die Verbrennung des Wassers. Dies führt zu hohen CO₂-Emissionen. Ganz zu schweigen davon, dass wir diese Chemikalien beim Verbrennen in die Luft freisetzen. Wasser ist nicht von der Klimakrise zu trennen. Es steht im Mittelpunkt der Krise. Wie wir kontaminiertes Wasser behandeln und bewirtschaften, wird ein entscheidender Teil der Lösung sein.

Denken Sie, wir betrachten Wasser, auch sauberes Wasser, als zu selbstverständlich?

Ja. Wasser ist ein Menschenrecht. Genau deshalb denken wir selten über seinen Wert nach. Doch wenn etwas kostenlos und unbegrenzt erscheint, ist es leicht zu übersehen, wie kostbar es wirklich ist. Gleichzeitig sollte man es nicht bepreisen, weil der Zugang so wichtig ist. Wenn ich also sage, Wasser sollte bepreist werden, dann meine ich nicht jedes Wasser. Toxisches Wasser, das für den menschlichen Verzehr ungeeignet ist, sollte absolut bepreist werden, weil jemand dieses Wasser behandeln muss. Es ist kein Wasser mehr, es ist chemisches Wasser. PFAS-belastetes Wasser sollten wir nicht Wasser nennen – sondern chemische Mischung.

Oxyle gewann den Green Business Award. Auf dem Foto zu sehen: Cédric Habermacher (Direktor von Green Business Switzerland), Fajer Mushtaq, Reto Knutti (ETH-Klimaforscher und Jurymitglied) und Doris Leuthard (Jurypräsidentin). Foto: Yannick Romagnoli

Docteur Fajer Mushtaq, avec votre start-up Oxyle, vous luttez contre la pollution de l’eau par les PFAS, aussi appelés «polluants éternels». Vous venez de recevoir le Green Business Award pour votre travail. Qu’est-ce qui vous a poussée à vous intéresser à la question de l’eau?

Le problème de la pollution de l’eau me préoccupe depuis l’enfance. J’ai grandi à Delhi, où l’accès à l’eau n’était pas toujours garanti, surtout l’été. J’ai toujours su que je voulais agir sur cette problématique. Lorsque, dans le cadre de ma thèse de doctorat à l’EPFZ, j’ai pu choisir librement mon sujet, j’ai opté pour le thème de l’eau. Le travail que nous menons aujourd’hui avec Oxyle s’appuie sur ces recherches.

J’imagine que votre activité peut sembler abstraite pour certaines personnes. Que répondez-vous lorsque des inconnus vous demandent ce que vous faites dans la vie?

Avant, c’était effectivement assez abstrait. Mais je pense que les PFAS, que l’on appelle aussi polluants éternels, sont désormais un vrai sujet d’actualité, puisqu’on en parle souvent dans les médias. Il est donc plus facile d’expliquer ce que nous faisons chez Oxyle. Ma réponse est la suivante: nous développons des solutions de traitement de l’eau qui détruisent complètement les PFAS, y compris les plus difficiles à éliminer.

Comment faites-vous concrètement?

Nous détruisons les PFAS grâce à une technologie combinant lumière UV et médiateurs chimiques, qui permet de briser les liaisons chimiques des PFAS. Ces derniers sont ainsi transformés en produits de dégradation, comme le fluorure. Cette technologie est généralement considérée comme très coûteuse et difficile à déployer à grande échelle. Oxyle va donc plus loin et ne propose pas seulement une technologie, mais une solution complète, adaptée aux besoins des clients, rentable et évolutive.

Vous êtes donc passée du monde de la recherche à celui de l’entrepreneuriat. Comment avez-vous vécu ce changement de rôle?

Passer huit heures par jour dans un laboratoire, parfois même le week-end, avec une blouse et des lunettes de protection, c’est très différent de ce que je fais aujourd’hui. Le laboratoire ne me manque pas vraiment. Ce qui me plaisait en tant que scientifique, c’était de créer quelque chose de nouveau. Pas tant l’expérience en soi, mais plutôt le fait d’avoir une idée, de la tester, puis de construire quelque chose de concret. C’est ce qui me passionne, et c’est exactement ce que je fais aujourd’hui en tant que CEO. Je teste chaque jour de nouvelles idées avec mes clients et mon équipe.

Les PFAS ne se trouvent pas seulement dans l’eau, mais aussi dans notre corps.

Certains PFAS s’accumulent dans l’organisme et y restent pendant des années, tandis que d’autres sont rapidement éliminés. Une exposition prolongée peut faire que des PFAS s’accumulent durablement dans le corps, ce qui est préoccupant quand on y pense. Pourtant, même si cette question me préoccupe et que l’idée de boire de l’eau contenant des PFAS me dérange, je sais que je n’ai souvent pas d’autre choix. C’est pourquoi il est essentiel de réfléchir à des solutions structurelles. Le traitement de l’eau contaminée, comme celui que nous développons, en est une.

En vous décernant le prix, Doris Leuthard, ancienne conseillère fédérale et présidente du jury du Green Business Award, a déclaré: «Une chose est sûre: en plus des solutions politiques visant à empêcher l’utilisation des PFAS, il faut aussi des approches comme celle d’Oxyle, qui permettent de dégrader durablement les substances chimiques déjà présentes dans l’environnement.» Ne faudrait-il pas plutôt s’attaquer au problème à la source?

C’est un problème complexe. D’une part, si l’on peut remplacer l’utilisation des PFAS dans certains produits – par exemple dans les revêtements de tapis, les cosmétiques ou les vestes imperméables, que l’on peut aussi traiter avec de la cire –, il faut le faire. Mais pour certains produits dont nous dépendons tous, comme les dispositifs médicaux, les extincteurs ou les puces semi-conductrices, il n’existe pas d’alternative, et il n’y en aura peut-être pas avant des décennies. Avec Oxyle, nous essayons donc de traiter la contamination au plus près de la source, pendant la phase de production – et pas seulement lorsque l’eau se retrouve déjà dans les usines de traitement ou dans les nappes phréatiques. Nous intervenons aussi sur des contaminations anciennes, là où de fortes concentrations peuvent affecter la population.

L’eau sera probablement l’un des grands défis auxquels l’humanité sera confrontée. Comment voyez-vous la situation?

Je trouve qu’on ne parle pas assez de l’eau lorsqu’il est question de crise climatique ou de technologies propres. On évoque surtout les émissions de CO₂ ou la hausse des températures, qui sont des sujets très importants. Mais l’eau en fait aussi partie. Aujourd’hui, une des techniques les plus utilisées pour éliminer les PFAS contenus dans l’eau est l’incinération à haute température. Cela génère de fortes émissions de CO₂, sans parler des substances chimiques libérées dans l’air durant ce processus. L’eau est indissociable de la crise climatique – elle en est même au cœur. La manière dont nous traitons et gérons les eaux contaminées jouera un rôle essentiel dans la réponse à cette crise.

Pensez-vous que nous prenons l’eau, y compris l’eau propre, pour acquise?

Oui. L’eau est un droit humain, et c’est précisément pour cela que nous pensons rarement à sa valeur. Quand une chose paraît gratuite et illimitée, il est facile d’oublier à quel point elle est précieuse. Pour autant, elle ne devrait pas être commercialisée, car l’accès à l’eau est fondamental. L’eau toxique, qui est impropre à la consommation humaine, a quant à elle un coût, car elle doit être traitée. Ce n’est d’ailleurs plus vraiment de l’eau. L’eau contaminée par les PFAS ne devrait pas être appelée «eau», mais plutôt «mélange chimique».

Oxyle a remporté le Green Business Award. Sur la photo (de gauche à droite): Cédric Habermacher (directeur de Green Business Switzerland), Fajer Mushtaq, Reto Knutti (chercheur en climatologie à l’EPFZ et membre du jury) et Doris Leuthard (présidente du jury). Photo: Yannick Romagnoli
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Erste Veröffentlichung: 
13.3.2026
  |  Letztes Update: 
13.3.2026

Per- und Polyfluoralkylsubstanzen (PFAS)

PFAS sind eine Gruppe von über 10’000 künstlichen Chemikalien, die industriell hergestellt werden. Man nennt sie Ewigkeitschemikalien, weil sie sich in der Natur und im menschlichen Körper nicht abbauen. Sie sind in vielen Alltagsprodukten enthalten und landen über Produktionsabwässer, Regenwasser und Deponien im Grundwasser und in Flüssen. Mit herkömmlichen Wasserfiltern lassen sie sich nur schwer entfernen. PFAS werden mit verschiedenen Gesundheitsproblemen in Verbindung gebracht.

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