Die Zahl der vegetarisch und vegan lebenden Menschen in der Schweiz steigt langsam, aber kontinuierlich an. 2022 waren 5,3 Prozent der Schweizer Bevölkerung Vegetarier und 0,7 Prozent ernährten sich rein pflanzlich, also vegan. Daneben stehen die sogenannten Flexitarier. Das sind jene, die etwa aus Umweltgründen öfter, aber nicht komplett auf Fleisch und tierische Produkte verzichten.
Und dann gibt es auch jene, die ihre Essgewohnheiten nicht anpassen wollen. Vielleicht, weil das Wort vegan zum Reizwort geworden ist? Vielleicht, weil «Ersatzprodukt» nicht unbedingt appetitanregend klingt? So oder so. Hier sind gute Nachrichten: Viele bekannte internationale und nationale Gerichte waren schon immer vegan. Einige davon haben wir im Anschluss gesammelt.
Pflanzenbasiert der Umwelt zuliebe
Denn Tatsache ist: Was wir essen, wirkt sich extrem auf das Klima aus. Schätzungsweise 21 bis 37 Prozent unserer Treibhausgasemissionen gehen auf die Kappe der Lebensmittelindustrie: Landwirtschaft, Landnutzung, Lagerung, Transport, Verpackung, Verarbeitung, Einzelhandel und Verbrauch. Der IPCC-Bericht, aus dem diese Zahlen stammen, hat allerdings nicht nur schlechte Nachrichten: «Der Verzehr gesunder und nachhaltiger Ernährung bietet grosse Chancen für die Verringerung der Treibhausgas-Emissionen aus Lebensmittelsystemen und die Verbesserung der Gesundheit.» Übersetzt heisst das so viel wie: Wer sich umweltfreundlicher ernährt, ernährt sich automatisch gesünder. Empfohlen werden Getreide, Hülsenfrüchte, Obst und Gemüse, Nüsse und Samen sowie wenig tierische Lebensmittel. Auch das Bundesamt für Umwelt beschreibt die grosse Wirkung, die die Ernährung auf die Umwelt hat: «Grosses Potenzial liegt darin, Lebensmittel ressourcenschonender zu produzieren und auf nachhaltigere, mehr pflanzenbasierte Produkte zu setzen.»
Aber genug der Tatsachen. Und hin zum Genuss. Und zu den Gerichten, die auch Kritiker und Skeptiker der pflanzlichen Ernährung überzeugen dürften. Gerichte, die schon vegan waren, als es noch gar kein Wort dafür gab. Und im Anschluss noch ein paar mehr, die sich durch das unbemerkte Weglassen oder Austauschen der einen oder anderen Zutat ganz einfach «veganisieren» lassen. Ganz ohne Ersatzprodukte. (Übrigens: Die Autorin Katharina Seiser hat sogar ein ganzes Kochbuch geschrieben – voller Rezepte aus aller Welt, die schon immer vegan waren).
Gerichte, die schon immer vegan waren:
Pasta Napoli – Der Klassiker, der wahrscheinlich schon im Grundrepertoire eines jeden Haushalts zu finden ist. (Sehr viele Pasta-Sorten – etwa Spaghetti – sind übrigens vegan. Pasta, die mit Ei gemacht ist, ist als solche gekennzeichnet.)
Pasta aglio e olio – Knoblauch, Öl, so simpel, so pflanzlich.
Pasta alla Norma – Hier übernimmt die Aubergine die Hauptrolle.
Rösti – Der Schweizer Klassiker neben Käsegerichten. Könnte ein Streitfall sein, weil die eine oder andere Person mit Sicherheit auf Butter besteht. Aber Rösti ist einfach gut, egal, ob in Öl oder in Butter gebraten.
Pommes frites – Wer noch immer behauptet, vegan sei langweilig und fad, hat vergessen, dass das beste Gericht des vergangenen Sommers die Portion Pommes an diesem lauen Sommerabend war.
Falafel – Yes, Falafel waren schon immer vegan. Genauso wie Hummus!
Pizza Marinara – reduced to the max, quasi. Wer schon einmal eine gute Marinara gegessen hat, wird den Käse nicht vermissen. (Pizzateig ist übrigens vegan.)
Bruschetta – Wie bei der Marinara sind auch bei den Bruschette die Tomaten und der Knoblauch im Vordergrund. Was braucht man denn schon mehr? (Obacht: Einige Brotsorten sind nicht vegan, aber viele sind es.)
Taboulé – Diesen Salat mit Couscous gibt es in vielen Variationen und sie alle sind vegan.
Curry – Hier könnten jetzt sämtliche Currys stehen, etwa aus der thailändischen oder aus der indischen Küche. Gerade indische Gerichte sind oft schon immer so was von vegan.
Ratatouille – Sogar die Disney-Ratte hats geliebt.
Guacamole mit Nachos – Ist zwar ein Snack, aber ein sehr guter!
Gerichte, die sich easy-peasy «veganisieren» lassen:
Kartoffelstock – Für die vegane Version dieses Crowdpleasers ganz einfach vegane Butter und Milch verwenden und schon ist es vollbracht. Auch ein netter Trick für die laktosefreien Freunde.
Risotto – Wenn die Bouillon vegan ist, dann hat man es schon fast geschafft. Und ganz ehrlich: Ein gutes Risotto hat Käse oder Butter nicht einmal nötig.
Pasta Pesto – Noch ein Klassiker aus der italienischen Küche (die von Natur aus oft sehr veggie-freundlich ist). Wer das Pesto selbst macht: Käse weglassen und basta. Genauso gut wie mit Käse.
Risi Bisi – Klassischerweise mit Speck- oder Schinkenstückchen, die man einfach weglassen kann. Genauso lecker, versprochen.
Kürbissuppe – Wobei eigentlich alle Gemüsesuppen absolut einfach «veganisisierbar» sind. Rahm mit Kokosmilch ersetzen – oder ganz weglassen.
Was kommt bei euch auf den Teller, wenn ihr ohne tierische Produkte kocht? Teilt es in den Kommentaren!
