Silvia Frey, Gründerin der NGO «Kyma». Foto: Ursula Meisser

Diese Meeresschützerin will Ökozid im Schweizer Strafrecht verankern

Diese Meeresschützerin will Ökozid im Schweizer Strafrecht verankern

Cette protectrice de la mer veut inscrire l’écocide dans le droit pénal suisse

«L'opinione pubblica dovrebbe sapere cosa significa ecocidio»

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Es ist Zeit für Veränderung, findet Silvia Frey. Mit ihrer NGO Kyma und einer Petition kämpft sie dafür, dass die Zerstörung der Natur in der Schweiz strafrechtliche Konsequenzen hat.

Silvia Frey, wir haben kürzlich einen Artikel über Ökozid als Straftatbestand sowie den Schweizer Status quo publiziert. Nun hat die von Ihnen gegründete NGO Kyma eine Ökozid-Petition gestartet. Warum ist die Zeit reif für ein Ökozid-Gesetz in der Schweiz?

Silvia Frey, wir haben kürzlich einen Artikel über Ökozid als Straftatbestand sowie den Schweizer Status quo publiziert. Nun hat die von Ihnen gegründete NGO Kyma eine Ökozid-Petition gestartet. Warum ist die Zeit reif für ein Ökozid-Gesetz in der Schweiz?

Silvia Frey, nous avons récemment publié un article sur l’écocide en tant que crime ainsi que sur la situation actuelle en Suisse. Aujourd’hui, l’ONG Kyma, que vous avez fondée, a lancé une pétition contre l’écocide. Pourquoi le moment est-il venu d’adopter une loi contre l’écocide en Suisse?

Silvia Frey, recentemente abbiamo pubblicato un articolo sull'ecocidio come reato penale e sullo status quo svizzero. Ora l'ONG Kyma, da lei fondata, ha lanciato una petizione sull'ecocidio. Lei pensa che sia il momento giusto per una legge sull'ecocidio in Svizzera?

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Die Schweiz ist bei internationalen Vereinbarungen – etwa zu Biodiversitäts- oder Klimaschutz – in der Regel immer bei den Unterstützenden und Progressiven. Es gibt aber eine Kluft, wenn man die Umsetzung im Inland anschaut. Wir haben noch nicht einmal die Ziele der Anzahl Schutzgebiete erreicht, die wir schon vor einigen Jahren hätten erreichen sollen. Es ist gut, wenn sich die offizielle Schweiz stark macht in den internationalen Gremien, aber die Umsetzung im Inland ist genauso wichtig.

Was würde es für die Schweiz bedeuten, wenn Ökozid als Straftatbestand ins Gesetz aufgenommen würde?

Ökozid zu verankern, würde heissen, dass die Natur strafrechtlichen Schutz bekommen würde. Das wurde in der Schweiz immer mal wieder diskutiert in den letzten Jahren, aber auch immer wieder weggewischt. Es hätte immense Konsequenzen. Zum Beispiel müssten Richter und Richterinnen entsprechend ausgebildet werden, um diesen Tatbestand beurteilen zu können. Trotzdem denke ich, dass es die Zukunft ist. Wir sind ein wirtschaftsliberales Land, aber wir werden umdenken müssen. Und natürlich wären damit nicht alle Umweltprobleme aus der Welt geschafft – aber die Signalwirkung wäre riesig.

Signalwirkung wofür?

Ich bin seit 25 Jahren im Meeresschutz aktiv und dort spricht man oft vom Wertewandel. Unser profitorientiertes System stimmt nicht. Wenn wir das nicht angehen, wird es auch keine grundlegende Veränderung geben. Ökozid muss ein Thema werden. Es ist mir auch ein Anliegen, dass auch der Begriff salonfähig wird und die breite Öffentlichkeit weiss, worum es bei diesem Begriff geht. Dass es ein globales Problem ist, an dem wir mitbeteiligt sind und unter dem wir letztlich leiden.

Haben Sie konkrete Beispiele dafür, welche Handlungen in der Schweiz unter einem Ökozid-Gesetz bestraft werden könnten?

Pestizideinsatz ist potenzieller Ökozid. Man weiss, dass Pestizide direkt mit dem Artenschwund zusammenhängen. Dabei würde die Pestizidindustrie zur Rechenschaft gezogen werden, nicht diejenigen, die die Pestizide einsetzen.

Welche Länder nehmen hier eine Vorbildfunktion ein?

Frankreich hat sein Ökozid-Gesetz gerade verschärft. Es ist schwierig, aber machbar. Die Länder, die vorausgehen, machen nicht alles perfekt, aber sie gehen voraus. Auch die Südpazifikstaaten sind sehr interessiert daran, dass das Thema mehr Relevanz bekommt, weil sie direkt betroffen sind: Ihnen gehen buchstäblich die Länder unter. In der Schweiz empfinden wir das noch nicht so sehr als Bedrohung, wir können noch wegschauen, diese Länder eben nicht. Auch das EU-Parlament hat bekräftigt, dass seine Mitgliedsstaaten Ökozid in die nationalen Gesetzgebungen aufnehmen sollen. Das ist ein starkes Signal.

Ökozid würde mehrheitlich Unternehmen betreffen, nicht Privatpersonen, oder?

Privatpersonen wären nicht betroffen, jedoch Einzelpersonen in Machtpositionen. Es ist schön und wichtig, wenn alle etwas tun, um nachhaltiger zu leben. Aber es nützt nichts, wenn Firmen und Politik Umweltrisiken in Kauf nehmen. Es muss Hand in Hand gehen. Ich hoffe, dass nicht zu viele Leute den Mut verlieren und nichts mehr tun, weil Konzerne und auch Regierungen wenig tun. Ich bin überzeugt, dass wir rechtlich mehr Grenzen setzen müssen. Die Aktivitäten grosser Konzerne sollten kritischer hinterfragt und beurteilt werden.

Sie kämpfen seit 25 Jahren für Umweltschutz. Sie wissen bestimmt, wie man hoffnungsvoll und motiviert bleibt.

Rausgehen! Augen und Ohren öffnen und spüren, wie schön alles ist und dass wir das nicht aufs Spiel setzen sollten. Häufig fokussiert man sich auf die Sachen, die kaputtgehen. Das ist auch wichtig, aber die Mischung macht es aus. Es ist so wichtig, die Schönheit der Natur zu erkennen, sodass man auch motiviert ist, wirklich etwas zu tun. Ausserdem ist es wirklich so: Es ist noch nicht zu spät. Wir haben bestimmte Tierarten verloren und gewisse Umweltbereiche sind stark beschädigt. Die Umweltprobleme sind gross. Aber das, was wir jetzt haben, können wir noch retten. Auch der Bericht des Klimarates zeigt: Wenn wir mutig sind und überzeugt und konsequent, dann schaffen wir es, das Schiff nicht zu kentern. Aber wir müssen uns bewusst sein, dass es massive Änderungen braucht. Es ist wichtig, dass die Leute wissen, dass Hoffnung besteht. Zu guter Letzt ist natürlich eine Sache wichtig: Abstimmen gehen!

Ihre Petition läuft noch ein gutes Jahr. Was wäre das Beste, das daraus entstünde?

Dass die Schweiz sich engagiert, Ökozid ins Gesetz aufzunehmen, indem sie eine parlamentarische Arbeitsgruppe bildet, die prüft, wie die Aufnahme umsetzbar wäre. Das wäre ein Riesenschritt vorwärts.

Die Schweiz ist bei internationalen Vereinbarungen – etwa zu Biodiversitäts- oder Klimaschutz – in der Regel immer bei den Unterstützenden und Progressiven. Es gibt aber eine Kluft, wenn man die Umsetzung im Inland anschaut. Wir haben noch nicht einmal die Ziele der Anzahl Schutzgebiete erreicht, die wir schon vor einigen Jahren hätten erreichen sollen. Es ist gut, wenn sich die offizielle Schweiz stark macht in den internationalen Gremien, aber die Umsetzung im Inland ist genauso wichtig.

Was würde es für die Schweiz bedeuten, wenn Ökozid als Straftatbestand ins Gesetz aufgenommen würde?

Ökozid zu verankern, würde heissen, dass die Natur strafrechtlichen Schutz bekommen würde. Das wurde in der Schweiz immer mal wieder diskutiert in den letzten Jahren, aber auch immer wieder weggewischt. Es hätte immense Konsequenzen. Zum Beispiel müssten Richter und Richterinnen entsprechend ausgebildet werden, um diesen Tatbestand beurteilen zu können. Trotzdem denke ich, dass es die Zukunft ist. Wir sind ein wirtschaftsliberales Land, aber wir werden umdenken müssen. Und natürlich wären damit nicht alle Umweltprobleme aus der Welt geschafft – aber die Signalwirkung wäre riesig.

Signalwirkung wofür?

Ich bin seit 25 Jahren im Meeresschutz aktiv und dort spricht man oft vom Wertewandel. Unser profitorientiertes System stimmt nicht. Wenn wir das nicht angehen, wird es auch keine grundlegende Veränderung geben. Ökozid muss ein Thema werden. Es ist mir auch ein Anliegen, dass auch der Begriff salonfähig wird und die breite Öffentlichkeit weiss, worum es bei diesem Begriff geht. Dass es ein globales Problem ist, an dem wir mitbeteiligt sind und unter dem wir letztlich leiden.

Haben Sie konkrete Beispiele dafür, welche Handlungen in der Schweiz unter einem Ökozid-Gesetz bestraft werden könnten?

Pestizideinsatz ist potenzieller Ökozid. Man weiss, dass Pestizide direkt mit dem Artenschwund zusammenhängen. Dabei würde die Pestizidindustrie zur Rechenschaft gezogen werden, nicht diejenigen, die die Pestizide einsetzen.

Welche Länder nehmen hier eine Vorbildfunktion ein?

Frankreich hat sein Ökozid-Gesetz gerade verschärft. Es ist schwierig, aber machbar. Die Länder, die vorausgehen, machen nicht alles perfekt, aber sie gehen voraus. Auch die Südpazifikstaaten sind sehr interessiert daran, dass das Thema mehr Relevanz bekommt, weil sie direkt betroffen sind: Ihnen gehen buchstäblich die Länder unter. In der Schweiz empfinden wir das noch nicht so sehr als Bedrohung, wir können noch wegschauen, diese Länder eben nicht. Auch das EU-Parlament hat bekräftigt, dass seine Mitgliedsstaaten Ökozid in die nationalen Gesetzgebungen aufnehmen sollen. Das ist ein starkes Signal.

Ökozid würde mehrheitlich Unternehmen betreffen, nicht Privatpersonen, oder?

Privatpersonen wären nicht betroffen, jedoch Einzelpersonen in Machtpositionen. Es ist schön und wichtig, wenn alle etwas tun, um nachhaltiger zu leben. Aber es nützt nichts, wenn Firmen und Politik Umweltrisiken in Kauf nehmen. Es muss Hand in Hand gehen. Ich hoffe, dass nicht zu viele Leute den Mut verlieren und nichts mehr tun, weil Konzerne und auch Regierungen wenig tun. Ich bin überzeugt, dass wir rechtlich mehr Grenzen setzen müssen. Die Aktivitäten grosser Konzerne sollten kritischer hinterfragt und beurteilt werden.

Sie kämpfen seit 25 Jahren für Umweltschutz. Sie wissen bestimmt, wie man hoffnungsvoll und motiviert bleibt.

Rausgehen! Augen und Ohren öffnen und spüren, wie schön alles ist und dass wir das nicht aufs Spiel setzen sollten. Häufig fokussiert man sich auf die Sachen, die kaputtgehen. Das ist auch wichtig, aber die Mischung macht es aus. Es ist so wichtig, die Schönheit der Natur zu erkennen, sodass man auch motiviert ist, wirklich etwas zu tun. Ausserdem ist es wirklich so: Es ist noch nicht zu spät. Wir haben bestimmte Tierarten verloren und gewisse Umweltbereiche sind stark beschädigt. Die Umweltprobleme sind gross. Aber das, was wir jetzt haben, können wir noch retten. Auch der Bericht des Klimarates zeigt: Wenn wir mutig sind und überzeugt und konsequent, dann schaffen wir es, das Schiff nicht zu kentern. Aber wir müssen uns bewusst sein, dass es massive Änderungen braucht. Es ist wichtig, dass die Leute wissen, dass Hoffnung besteht. Zu guter Letzt ist natürlich eine Sache wichtig: Abstimmen gehen!

Ihre Petition läuft noch ein gutes Jahr. Was wäre das Beste, das daraus entstünde?

Dass die Schweiz sich engagiert, Ökozid ins Gesetz aufzunehmen, indem sie eine parlamentarische Arbeitsgruppe bildet, die prüft, wie die Aufnahme umsetzbar wäre. Das wäre ein Riesenschritt vorwärts.

Lors d’accords internationaux – sur la protection de la biodiversité ou du climat, par exemple – la Suisse apporte généralement toujours son soutien et figure parmi les progressistes. Mais il y a une lacune dans la mise en œuvre au niveau national. Nous n’avons même pas encore réalisés les objectifs que nous aurions dû atteindre il y a quelques années déjà en matière de zones protégées. C’est une bonne chose que la Suisse s’engage activement au niveau international, mais la mise en œuvre à l’intérieur du pays est tout aussi importante.

Qu’est-ce que cela signifierait pour la Suisse si l’écocide était inscrit dans la loi en tant que crime?

Inscrire l’écocide dans la loi signifierait que la nature serait protégée par le droit pénal. Cette question a été débattue à plusieurs reprises en Suisse ces dernières années, mais a toujours été balayée. Les conséquences seraient immenses. Par exemple, les juges devraient être formés en conséquence pour pouvoir juger ces faits. Je pense néanmoins que c’est l’avenir. Nous sommes un pays libéral sur le plan économique, mais nous devrons changer notre façon de penser. Bien sûr, cela ne résoudrait pas tous les problèmes environnementaux, mais ce serait un signal fort.

Un signal fort pour?

Cela fait 25 ans que je suis active dans la protection des océans et on y parle souvent de changement de valeurs. Notre système axé sur le profit n’est pas viable. Si nous n’abordons pas cette question, il n’y aura pas de changement fondamental. L’écocide doit devenir un sujet majeur. Il me tient également à cœur que le terme devienne connu et que le grand public sache de quoi il s’agit. Que c’est un problème global auquel nous contribuons et dont nous finissons par souffrir.

Avez-vous des exemples concrets d’actions qui pourraient être punies en Suisse en vertu d’une loi contre l’écocide?

L’utilisation de pesticides est un exemple d’écocide potentiel. On sait qu’ils sont directement liés à la disparition de la biodiversité. Dans ce contexte, c’est l’industrie des pesticides qui serait tenue pour responsable, et non ceux qui les utilisent.

Quels sont les pays qui jouent un rôle de modèle dans ce domaine?

La France vient de renforcer sa législation sur l’écocide. C’est difficile, mais faisable. Les pays qui prennent les devants ne font pas tout parfaitement, mais ils montrent l’exemple. Les États du Pacifique Sud sont également très intéressés par cette question, car ils sont directement concernés: leurs pays sont littéralement en train de disparaître. En Suisse, nous ne ressentons pas encore cette menace de manière aussi pressante, nous pouvons encore détourner le regard, mais ces pays ne le peuvent tout simplement pas. Le Parlement européen a également confirmé que ses États membres devaient inscrire l’écocide dans leur législation nationale. C’est un signal fort.

L’écocide concernerait principalement les entreprises, pas les particuliers, n’est-ce pas ?

Les particuliers ne seraient pas concernés, mais les individus occupant des postes de pouvoir le seraient. C’est bien et important que tout le monde fasse quelque chose pour vivre de manière plus durable. Mais cela ne sert à rien si les entreprises et les politiques prennent des risques environnementaux. Cela doit aller de pair. J’espère qu’il n’y aura pas trop de gens qui vont se décourager et cesser d’agir parce que les grandes entreprises et même les gouvernements ne font pas grand-chose. Je suis convaincue que nous devons fixer davantage de limites juridiques. Les activités des grands groupes devraient être examinées et évaluées de manière plus critique.

Vous vous battez depuis 25 ans pour la protection de l’environnement. Vous savez certainement comment garder espoir et rester motivée.

Sortez! Ouvrez vos yeux et vos oreilles et ressentez la beauté de tout ce qui nous entoure et réalisez que nous ne devrions pas mettre cela en péril. Souvent, on se focalise sur les choses qui se détériorent et c’est important, mais c’est l’équilibre qui compte. C’est très important de reconnaître la beauté de la nature afin d’être motivé à agir. De plus, c’est vrai: il n’est pas trop tard. Nous avons perdu certaines espèces animales et certains écosystèmes sont gravement endommagés. Les problèmes environnementaux sont importants. Mais ce que nous avons maintenant, nous pouvons encore le sauver. Le rapport du Groupe d’experts intergouvernemental sur l’évolution du climat montre également que si nous faisons preuve de courage, de conviction et de constance, nous parviendrons à ne pas faire chavirer le navire. Mais nous devons prendre conscience que des changements massifs sont nécessaires. Il est important que les gens sachent qu’il y a de l’espoir. Enfin, une chose est bien sûr essentielle: allez voter!

Votre pétition a encore une bonne année devant elle. Quelle serait la meilleure chose qui pourrait en résulter?

Que la Suisse s’engage à inscrire l’écocide dans sa législation en formant un groupe de travail parlementaire chargé d’examiner comment cette inscription pourrait être mise en œuvre. Ce serait un énorme pas en avant.

Quando si tratta di accordi internazionali, ad esempio sulla biodiversità o sulla protezione del clima, la Svizzera è sempre tra i sostenitori e i progressisti. Ma c'è un divario quando si guarda all'attuazione nel nostro Paese. Non abbiamo nemmeno raggiunto gli obiettivi di numero di aree protette che avremmo dovuto raggiungere qualche anno fa. È positivo quando la Svizzera ufficiale prende una posizione forte negli organismi internazionali, ma l'attuazione a livello nazionale è altrettanto importante.

Cosa significherebbe per la Svizzera se l'ecocidio venisse inserito nella legge come reato penale?

L’aggiunta dell'ecocidio nella legge significherebbe che la natura verrebbe protetta dal diritto penale. In Svizzera se ne è discusso più volte negli ultimi anni, ma è un tema che è sempre stato accantonato. Avrebbe conseguenze immense. Ad esempio, i giudici dovrebbero essere formati di conseguenza per poter giudicare questo reato. Tuttavia, penso che sia il futuro. Siamo un Paese economicamente liberale, ma dovremo rivedere le cose. E naturalmente non eliminerebbe tutti i problemi ambientali, ma l'effetto segnale sarebbe enorme.

Effetto segnale per cosa?

Sono attiva nella salvaguardia dell'ambiente marino da 25 anni e spesso si parla di cambiamento dei valori. Il nostro sistema orientato al profitto non è corretto. Se non affrontiamo questo problema, non ci sarà alcun cambiamento fondamentale. L'ecocidio deve diventare un problema. Per me è anche importante che il termine diventi socialmente accettabile e che l’opinione pubblica sappia di cosa si tratta. Che si tratta di un problema globale in cui siamo coinvolti e di cui alla fine soffriamo tutti.

Ha qualche esempio concreto di quali azioni potrebbero essere punite in Svizzera con una legge sull'ecocidio?

L'uso dei pesticidi è un potenziale ecocidio. È noto che i pesticidi sono direttamente collegati alla perdita di specie. Sarebbe l'industria dei pesticidi a essere ritenuta responsabile, non coloro che usano i pesticidi.

Quali paesi stanno dando l'esempio?

La Francia ha appena inasprito la legge sull'ecocidio. È difficile, ma fattibile. I Paesi che stanno facendo da apripista non stanno facendo tutto alla perfezione, ma stanno tracciando la strada da seguire. Anche i Paesi del Pacifico meridionale sono molto interessati affinché la questione diventi più rilevante, perché sono direttamente coinvolti: infatti, alcuni di questi Paesi stanno letteralmente andando in fallimento. In Svizzera non sentiamo ancora la minaccia, possiamo ancora voltarci dall'altra parte, mentre questi Paesi non possono farlo. Anche il Parlamento europeo ha affermato che gli Stati membri devono includere l'ecocidio nella legislazione nazionale. Questo è un segnale forte.

L'ecocidio riguarderebbe la maggior parte delle aziende, non i privati, giusto?

I privati non ne risentirebbero, ma le persone in posizione di potere sì. È bello e importante che ognuno faccia qualcosa per vivere in modo più sostenibile. Ma non serve a niente se le aziende e i politici accettano i rischi ambientali. Devono andare di pari passo. Spero che non siano in molti a perdere il coraggio e a non fare niente perché le aziende e i governi fanno poco. Sono convinta che sia necessario fissare più limiti legali. Le attività delle grandi aziende dovrebbero essere esaminate e valutate in modo più critico.

Da 25 anni si batte per la tutela dell'ambiente. Lei sa certamente come mantenere la speranza e la motivazione.

Uscite! Aprite gli occhi e le orecchie, percepite la bellezza che ci circonda e ditevi che non dobbiamo metterla a rischio. Spesso le persone si concentrano sulle cose che sono danneggiate. Anche questo è importante, ma è il mix tra le due cose che lo rende tale. È così importante riconoscere la bellezza della natura per essere motivati a fare davvero qualcosa. Ed è davvero così: non è troppo tardi. Abbiamo perso alcune specie di animali e alcune aree ambientali sono gravemente danneggiate. I problemi ambientali sono grandi. Ma possiamo ancora salvare ciò che ci resta ora. Lo dimostra anche il rapporto del Consiglio sul clima: se siamo coraggiosi, convinti e coerenti, riusciremo a non far affondare la nave. Ma dobbiamo essere consapevoli che sono necessari cambiamenti radicali. È importante che la gente sappia che c'è speranza. Infine, una cosa è naturalmente importante: andate a votare!

La sua petizione dura ancora per più di un anno. Quale sarebbe la cosa migliore che ne potrebbe risultare?

Che la Svizzera si impegni a includere l'ecocidio nella legge, formando un gruppo di lavoro parlamentare per esaminare come tale inclusione possa essere attuata. Sarebbe un enorme passo avanti.

Erste Veröffentlichung: 
14.7.2023
  |  Letztes Update: 
20.7.2023

Aktuell: Tiefseebergbau

In diesen Tagen finden Verhandlungen zum Tiefseebergbau an der Internationalen Meeresbodenbehörde ISA in Jamaika statt. Die Behörde will bis Ende Juli darüber entscheiden, ob sie Lizenzen für den Rohstoffabbau auf dem Meeresboden vergibt. Für Silvia Frey ist klar: Der kommerzielle Abbau von Rohstoffen in der Tiefsee würde einem Ökozid entsprechen. Das fragile Ökosystem könnte irreversibel geschädigt werden. Mehrere Länder, darunter die Schweiz, haben sich bereits für ein Moratorium – das heisst: für einen Aufschub – für Tiefseebergbau ausgesprochen.

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