Die Schweiz setzt verstärkt auf erneuerbare Energie. Während Solar- und Windkraft oft im Fokus stehen, spielen drei andere Quellen bereits heute eine zentrale Rolle: Wasserkraft, Geothermie und Fernwärme.
Sie liefern zuverlässig Strom und Wärme – klimafreundlich, effizient und mit grossem Potenzial für die Zukunft. Doch wie genau funktionieren sie? Welche Vorteile bieten sie? Und warum könnten sie schon bald noch wichtiger werden?
Wasserkraft: Die Natur als Kraftwerk
Wie funktioniert Wasserkraft?
Wasserkraft ist der wichtigste erneuerbare Energieträger der Schweiz: Rund 60 Prozent unseres Stroms stammen aus Wasserkraftwerken. Die Energie des fliessenden oder gestauten Wassers treibt Turbinen an, die Strom erzeugen – völlig emissionsfrei.
Warum ist Wasserkraft so wichtig?
- CO₂-frei und erneuerbar: Keine direkten Emissionen, unabhängig von fossilen Brennstoffen.
- Hohe Versorgungssicherheit: Wasser kann gespeichert werden, Strom ist planbar.
- Lange Lebensdauer & hoher Wirkungsgrad: Wasserkraftwerke laufen oft über 100 Jahre.
Wo liegen die Herausforderungen?
Fast alle nutzbaren Flüsse sind bereits für die Stromproduktion erschlossen. Neue Staudämme sind deshalb schwer umsetzbar, vor allem aus ökologischen Gründen. Dennoch bleibt Wasserkraft eine tragende Säule der Schweizer Energieversorgung.
Geothermie: Energie aus der Tiefe der Erde
Wie funktioniert Geothermie?
Die Erde ist ein riesiger Wärmespeicher. Geothermie, auch Erdwärme genannt, nutzt diese Energie – entweder mit oberflächennahen Wärmepumpen oder durch Tiefengeothermie, bei der heisses Wasser aus mehreren Kilometern Tiefe gefördert wird.
Warum lohnt sich Geothermie?
- Unabhängig von Wetter und Jahreszeit: Die Erdwärme ist immer verfügbar.
- Platzsparend und emissionsfrei: Keine grossen Anlagen nötig, keine CO₂-Emissionen.
- Ideal für Heizung und Stromproduktion: Besonders in Kombination mit Fernwärmenetzen eine nachhaltige Lösung.
Wo liegen die Herausforderungen?
Während oberflächennahe Geothermie weit verbreitet ist, steckt Tiefengeothermie in der Schweiz noch in der Testphase. Das Pilotprojekt in Haute-Sorne im Jura soll zeigen, ob diese Technologie sicher und wirtschaftlich einsetzbar ist. Läuft alles nach Plan, könnte sie bis 2050 zwei Terawattstunden Strom liefern – etwa zwei Drittel der Leistung des ehemaligen AKW Mühleberg.
Fernwärme: Effiziente Wärme für ganze Quartiere
Wie funktioniert Fernwärme?
Fernwärme versorgt ganze Stadtviertel oder Gemeinden mit nachhaltiger Wärme – etwa aus Abwärme von Kehrichtverbrennungsanlagen, Industrieprozessen oder Geothermie.
Ein Beispiel ist die Zürcher Gemeinde Fehraltorf, wo ein neues Fernwärmenetz entsteht. Haushalte, Schulen und Betriebe werden hier bald mit Wärme aus Holz und Abwärme versorgt.
Warum ist Fernwärme sinnvoll?
- Klimafreundlich und effizient: Statt Wärme ungenutzt verpuffen zu lassen, wird sie für Haushalte genutzt.
- Günstiger als Einzelheizungen: Besonders für Mehrfamilienhäuser und Gewerbe rentabel.
- Spart riesige Mengen CO₂: In Zürich sollen bis 2040 rund 60 Prozent des Stadtgebiets mit Fernwärme versorgt werden, was Zehntausende Tonnen CO₂ einspart.
Wie viel kannst du mit erneuerbarer Wärme sparen?
Ob sich ein Wechsel auf Fernwärme oder eine andere erneuerbare Heizlösung lohnt, kannst du einfach berechnen. Mit dem Heizkostenrechner von EnergieSchweiz erhältst du eine individuelle Einschätzung.
