Wird die gesamte Schweizer Personenschifffahrt bald klimaneutral? Foto: France68, istock

Wenn Schweizer Schiffe verstummen

Wenn Schweizer Schiffe verstummen

Les bateaux suisses abandonnent le diesel pour l’électrique et l’hydrogène

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Zwei Schiffsprojekte auf dem Ägerisee und dem Vierwaldstättersee zeigen, wie die Schweizer Passagierflotte klimaneutral wird. Die Technologien sind unterschiedlich, das Ziel ist dasselbe: null Emissionen auf dem Wasser.

Auf dem Ägerisee ist Zukunft bereits Gegenwart geworden. Die MS Ägerisee, ein 24 Meter langes Kursschiff mit 130 Plätzen, gleitet seit Mai 2025 rein elektrisch über den See – leise, ohne Abgase, gespeist von Wasserkraft aus der Region. Im Winter zuvor erhielt das Schiff in einem achtwöchigen Umbau neue Innereien: Statt der alten Dieselmotoren arbeiten nun zwei Batteriepakete, zusammen 2,5 Tonnen schwer.

Das Schiff spart seither rund 38 Tonnen CO₂ pro Jahr. Möglich macht das eine ausgereifte Technik: Zwei Batteriepakete mit zusammen rund 280 Kilowattstunden liefern genug Energie für etwa 70 Kilometer Reichweite bei 11 km/h. Das entspricht drei Rundfahrten täglich, wozu kurze Zwischenladungen am Steg genügen. Dank nur 700 Kilogramm Mehrgewicht durch die neuen Batterien erfüllt das Schiff weiterhin alle Sicherheitsvorschriften. Finanziert wurde das Projekt gemeinsam: Die Ägerisee-Schifffahrt, die Gemeinden Unter- und Oberägeri sowie die Zuger Kantonalbank trugen den Umbau.

Wasserstoff als Alternative für grössere Schiffe

Auf dem Vierwaldstättersee geht die Schifffahrtsgesellschaft SGV einen anderen Weg. Die MS Saphir, ein 49 Meter langes Ausflugsschiff für 300 Passagiere, wird seit Oktober 2025 auf einen Wasserstoff-Brennstoffzellen-Antrieb umgerüstet. Die Technik kombiniert eine Brennstoffzelle, die Wasserstoff in Strom umwandelt, mit einer grossen Batterie von 737 Kilowattstunden. Ab Sommer 2026 soll die Saphir als erstes Wasserstoffschiff der Schweiz wieder Fahrgäste befördern – und dabei jährlich rund 50’000 Liter Diesel einsparen, was etwa 130 Tonnen CO₂ entspricht.

Die Investition ist erheblich: 4 bis 5 Millionen Franken kostet der Umbau, inklusive einer Wasserstofftankstelle. Der grüne Wasserstoff kommt aus Bürglen im Kanton Uri, wo eine 2-Megawatt-Elektrolyseanlage mit Wasserkraft bis zu 260 Tonnen Wasserstoff pro Jahr produzieren soll. Das Bundesamt für Verkehr unterstützt das Projekt im Rahmen des Programms «Energieeffizienter öffentlicher Verkehr 2050».

Eine schweizweite Aufbruchstimmung

Die beiden Projekte sind keine Einzelfälle. Auf dem Zürichsee fährt seit 2025 die EMS Uetliberg, das grösste Elektroschiff der Schweiz, und spart jährlich 300 Tonnen CO₂. Zwei weitere Schiffe der Zürichsee-Schifffahrt folgen bis 2027. Auf dem Lago di Lugano verkehrt seit 2021 die 90-jährige MNE Ceresio vollelektrisch, am Bodensee seit 2023 der Elektro-Katamaran MS Insel Mainau. Auf dem Brienzer- und dem Thunersee setzen die BLS-Schiffe auf Hybridantriebe.

«In 20 Jahren werden wir keine Diesel-Passagierschiffe mehr haben», prognostizierte Werftchef Ruedi Stadelmann bereits 2020 gegenüber dem «Blick». Die technischen Lösungen sind vorhanden, die Frage ist nur noch: Batterie, Wasserstoff oder Hybrid? Die Antwort hängt von Schiffsgrösse, Streckenlänge und Ladeinfrastruktur ab. Kleinere Seen setzen auf Batterien, grössere Schiffe auf Wasserstoff oder Hybridkonzepte.

Die Bewegung ist längst im Gang. Bis 2040, schätzen Branchenexperten, könnte die gesamte Schweizer Personenschifffahrt klimaneutral sein. Was heute noch eine Umstellung bedeutet, wird dann selbstverständlich sein: Schiffe, die leise gleiten statt laut tuckern. Und die dabei sauber bleiben.

Auf dem Ägerisee ist Zukunft bereits Gegenwart geworden. Die MS Ägerisee, ein 24 Meter langes Kursschiff mit 130 Plätzen, gleitet seit Mai 2025 rein elektrisch über den See – leise, ohne Abgase, gespeist von Wasserkraft aus der Region. Im Winter zuvor erhielt das Schiff in einem achtwöchigen Umbau neue Innereien: Statt der alten Dieselmotoren arbeiten nun zwei Batteriepakete, zusammen 2,5 Tonnen schwer.

Das Schiff spart seither rund 38 Tonnen CO₂ pro Jahr. Möglich macht das eine ausgereifte Technik: Zwei Batteriepakete mit zusammen rund 280 Kilowattstunden liefern genug Energie für etwa 70 Kilometer Reichweite bei 11 km/h. Das entspricht drei Rundfahrten täglich, wozu kurze Zwischenladungen am Steg genügen. Dank nur 700 Kilogramm Mehrgewicht durch die neuen Batterien erfüllt das Schiff weiterhin alle Sicherheitsvorschriften. Finanziert wurde das Projekt gemeinsam: Die Ägerisee-Schifffahrt, die Gemeinden Unter- und Oberägeri sowie die Zuger Kantonalbank trugen den Umbau.

Wasserstoff als Alternative für grössere Schiffe

Auf dem Vierwaldstättersee geht die Schifffahrtsgesellschaft SGV einen anderen Weg. Die MS Saphir, ein 49 Meter langes Ausflugsschiff für 300 Passagiere, wird seit Oktober 2025 auf einen Wasserstoff-Brennstoffzellen-Antrieb umgerüstet. Die Technik kombiniert eine Brennstoffzelle, die Wasserstoff in Strom umwandelt, mit einer grossen Batterie von 737 Kilowattstunden. Ab Sommer 2026 soll die Saphir als erstes Wasserstoffschiff der Schweiz wieder Fahrgäste befördern – und dabei jährlich rund 50’000 Liter Diesel einsparen, was etwa 130 Tonnen CO₂ entspricht.

Die Investition ist erheblich: 4 bis 5 Millionen Franken kostet der Umbau, inklusive einer Wasserstofftankstelle. Der grüne Wasserstoff kommt aus Bürglen im Kanton Uri, wo eine 2-Megawatt-Elektrolyseanlage mit Wasserkraft bis zu 260 Tonnen Wasserstoff pro Jahr produzieren soll. Das Bundesamt für Verkehr unterstützt das Projekt im Rahmen des Programms «Energieeffizienter öffentlicher Verkehr 2050».

Eine schweizweite Aufbruchstimmung

Die beiden Projekte sind keine Einzelfälle. Auf dem Zürichsee fährt seit 2025 die EMS Uetliberg, das grösste Elektroschiff der Schweiz, und spart jährlich 300 Tonnen CO₂. Zwei weitere Schiffe der Zürichsee-Schifffahrt folgen bis 2027. Auf dem Lago di Lugano verkehrt seit 2021 die 90-jährige MNE Ceresio vollelektrisch, am Bodensee seit 2023 der Elektro-Katamaran MS Insel Mainau. Auf dem Brienzer- und dem Thunersee setzen die BLS-Schiffe auf Hybridantriebe.

«In 20 Jahren werden wir keine Diesel-Passagierschiffe mehr haben», prognostizierte Werftchef Ruedi Stadelmann bereits 2020 gegenüber dem «Blick». Die technischen Lösungen sind vorhanden, die Frage ist nur noch: Batterie, Wasserstoff oder Hybrid? Die Antwort hängt von Schiffsgrösse, Streckenlänge und Ladeinfrastruktur ab. Kleinere Seen setzen auf Batterien, grössere Schiffe auf Wasserstoff oder Hybridkonzepte.

Die Bewegung ist längst im Gang. Bis 2040, schätzen Branchenexperten, könnte die gesamte Schweizer Personenschifffahrt klimaneutral sein. Was heute noch eine Umstellung bedeutet, wird dann selbstverständlich sein: Schiffe, die leise gleiten statt laut tuckern. Und die dabei sauber bleiben.

Sur le lac d’Aegeri (ZG), le futur est devenu réalité. Depuis mai 2025, le MS Ägerisee, bateau de ligne long de 24 mètres d’une capacité de 130 passagers, sillonne les eaux à propulsion 100% électrique. Silencieux et sans émissions, il fonctionne grâce à l’énergie hydroélectrique produite dans la région. L’hiver précédent, le navire a fait l’objet d’une transformation de huit semaines, au cours de laquelle il a été entièrement modernisé: les anciens moteurs diesel ont été remplacés par deux blocs de batteries d’un poids total de 2,5 tonnes.

Cette conversion permet d’économiser environ 38 tonnes de CO₂ par an. D’une capacité totale de 280 kilowattheures, les batteries offrent une autonomie d’environ 70 kilomètres à 11 km/h – de quoi assurer trois rotations quotidiennes, avec de courtes recharges à quai entre chaque trajet. Le surpoids de 700 kilos lié aux nouvelles batteries n’affecte pas le respect des normes de sécurité. Le projet a été financé collectivement: la compagnie de navigation du lac d’Aegeri, les Communes d’Unterägeri et d’Oberägeri ainsi que la Banque cantonale de Zoug ont pris en charge les travaux de transformation.

L’hydrogène, une alternative pour les grands navires

Sur le lac des Quatre-Cantons, la société de navigation SGV a choisi une approche différente. Le MS Saphir, un bateau de promenade de 49 mètres pouvant accueillir 300 passagers, est en cours de conversion vers une propulsion à pile à combustible à hydrogène depuis octobre 2025. Le système combine une pile à combustible, qui transforme l’hydrogène en électricité, avec une grande batterie de 737 kilowattheures. Dès l’été 2026, le Saphir reprendra du service en tant que premier bateau à hydrogène de Suisse. Cette conversion permettra d’économiser environ 50’000 litres de diesel chaque année, soit environ 130 tonnes de CO₂.

L’investissement est important: la conversion, y compris la station de ravitaillement, coûtera entre 4 et 5 millions de francs. À Bürglen, dans le canton d’Uri, l’hydrogène vert sera produit par une installation d’électrolyse de 2 MW. Alimentée par l’énergie hydraulique, elle pourra générer jusqu’à 260 tonnes par an. Le projet bénéficie du soutien de l’Office fédéral des transports dans le cadre du programme «Stratégie énergétique 2050 des transports publics».

Un vent de renouveau dans toute la Suisse

Ces deux projets ne sont que la partie visible d’un mouvement plus large. Sur le lac de Zurich, l’EMS Uetliberg, le plus grand bateau électrique de Suisse, navigue depuis 2025 et permet d’économiser 300 tonnes de CO₂ par an. Deux autres bateaux de la Société de navigation sur le lac de Zurich suivront d’ici à 2027. Sur le lac de Lugano, le MNE Ceresio, âgé de 90 ans, est passé au tout-électrique en 2021, tandis que sur le lac de Constance, le catamaran électrique MS Insel Mainau a été mis en service en 2023. Quant aux lacs de Brienz et de Thoune, les bateaux BLS utilisent des systèmes hybrides lorsqu’ils les traversent.

«Dans vingt ans, il n’y aura plus de bateaux de passagers au diesel», prédisait Ruedi Stadelmann, directeur du chantier naval, au quotidien «Blick» en 2020. Les solutions techniques existent, mais quelle option privilégier: batterie, hydrogène ou système hybride? Tout dépend de la taille du navire, de la longueur des trajets et de l’infrastructure de recharge. Sur les petits lacs, on privilégie les batteries. Pour les grands bateaux, on mise plutôt sur l’hydrogène ou sur des concepts hybrides.

Le mouvement est déjà bien lancé. D’ici à 2040, estiment les experts, toute la navigation de passagers en Suisse pourrait devenir neutre en carbone. La transition qui semble aujourd’hui radicale deviendra la norme: des bateaux propres, glissant silencieusement sur l’eau, sans le moindre bruit de moteur.

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Erste Veröffentlichung: 
6.3.2026
  |  Letztes Update: 
6.3.2026
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