Hitzeperioden werden häufiger, länger und heisser. Das zeigen Berichte des Bundesamts für Umwelt (BAFU) und MeteoSchweiz. Und: In Städten liegt die Temperatur meist höher als im ländlichen Umland. In den Sommermonaten erhöhe sich die Hitzebelastung für die Bevölkerung zusätzlich. Hauptgrund für die Überhitzung in den Städten sind die vielen versiegelten Flächen, die die Sonnenstrahlung absorbieren und die Umgebung aufheizen.
Gegen diesen sogenannten Wärmeinseleffekt können die Städte jedoch vorgehen. Das Stichwort heisst: Klimaanpassung. Die Stadt Zürich zeigt in einer Ausstellung, die soeben bis September 2024 verlängert wurde, mit welchen Massnahmen die Stadt im Sommer gekühlt werden soll. Dazu gehören etwa der Fokus auf zusätzliche Begrünung sowie die Berücksichtigung von natürlichen Kaltluftströmen bei der Bauplanung.
Wie aber gehen die anderen grössten Schweizer Städte mit der Hitze um? Was tun sie, um den steigenden Temperaturen entgegenzuwirken? Welchen Fokus legen sie auf ihren Websites und in der Kommunikation mit der Bevölkerung? Ein Massnahmen-Rundgang durch Genf, Basel-Stadt, Lausanne, Bern und Luzern.
Genf: «Cool City» für alle
Das kantonale Projekt zur Hitzeminderung hat in Genf den vielsagenden Namen «Cool City». Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Anpassung öffentlicher Räume, damit die Stadtbewohner und Stadtbewohnerinnen sich in der Stadt trotz Hitze wohlfühlen können. Konkret sollen sogenannte Frischeinseln geschaffen werden. In einem Pilotprojekt wurde etwa ein Parkplatz zu einer grünen, urbanen Oase umfunktioniert. Messungen bestätigen: Die Temperaturen konnten – im Vergleich zur Umgebung – auf diesem Platz gesenkt werden.
Basel-Stadt: 80 Seiten Massnahmen
Der Kanton Basel-Stadt verfolgt eine Doppelstrategie in Sachen Klimawandel, so steht es auf dessen Website. Die Strategie bestehe aus präventiven Massnahmen im Klimaschutz sowie sogenannter Adaptation – also der Einstellung auf die unausweichlichen Folgen des Klimawandels, wozu auch Massnahmen zur Hitzeminderung gehören. 2021 veröffentlichte der Regierungsrat einen 150 Seiten starken Bericht zur Thematik, wovon auf 80 Seiten eine Vielzahl von Massnahmen beschrieben werden – inklusive individuellem Umsetzungsstand.
Lausanne: Solidarität und Baumkronen
Wer «Hitze» und «Lausanne» googelt, stösst zunächst einmal auf die «Hitzeschlacht von Lausanne», das Viertelfinalspiel Österreich – Schweiz (7:5) bei der Fussball-WM 1954. Demnach erlitt der österreichische Goalie während des Spiels einen Sonnenstich. Aber nun zum «Plan climat lausannois», also zum Klimaplan von Lausanne: Solidarität gehört hier zu den grossen Stichworten. Das Ziel sei, die Lebensqualität aller Bevölkerungsschichten zu verbessern. Beispielsweise soll die Baumkronenfläche im Stadtgebiet bis 2040 um 50 Prozent erhöht werden.
Bern: Die Bevölkerung hilft mit
In Bern spricht man nicht von Hitzeminderung, sondern von «Klimaoptimierung». Die Stadt will alle mit ins Boot holen und setzt mit Tipps und Know-how auf die Mitarbeit von «Profis und Privaten». Neben einem umfassenden Massnahmenkatalog für die eigenen Strategien, gibt die Stadt auch Umsetzungshilfen für Menschen, die im privaten Umfeld Klimaanpassungs-Projekte durchführen wollen: «Das ausführliche Praxishandbuch Natur braucht Stadt – Mehr Biodiversität in Bern dient als handfeste Grundlage für alle, die selbst einen naturnahen Lebensraum schaffen möchten.» Sicherlich auch nützlich für Menschen in anderen Städten.
Luzern: Das Klima verändert sich, Luzern auch
Bilden sie sich die Hitze nur ein? Auf der Klimaanpassungs-Website der Stadt Luzern können sich Bewohnerinnen und Bewohner zunächst einmal einfach darüber informieren, ob sie überhaupt an einem hitzebelasteten Ort in der Stadt leben. 21 Massnahmen zur Hitzeminderung werden zur Zeit umgesetzt oder sind in Planung. Eine mögliche Massnahme sind hellere Strassenbeläge, die nun in einer Testphase auf ihr Potential geprüft werden.