Was ist Matcha?
Matcha ist ein fein gemahlener grüner Tee aus Japan. Anders als bei normalem Grüntee wird das ganze Blatt getrunken. Daher enthält Matcha viele Antioxidantien und Chlorophyll. Die Herstellung ist aufwendig: Die Teepflanzen wachsen im Schatten. Danach werden die Blätter gedämpft, getrocknet und zu feinem Pulver gemahlen.
Woher kommt Matcha?
Matcha kommt ursprünglich aus China, wird jedoch seit Hunderten von Jahren auch in Japan getrunken. Die Matcha-Teezeremonie bleibt bis heute bestehen. Traditionell trinkt man Matcha mit Wasser vermischt. Matcha Latte, wie er heute in aller Welt getrunken wird, existiert je nach Quelle erst seit ein oder zwei Jahrzehnten – und wurde nicht in Japan erfunden.
Warum wurde Matcha zum Hype?
Granola, Glace, Kuchen, Soda: Matcha ist schon lange nicht mehr nur ein Tee, sondern wird in unterschiedlichsten Produkten verwendet. Auch dadurch steigt die Nachfrage laufend. Gerade im deutschsprachigen Raum wurde Matcha durch den Hit «Iced Matcha Latte» von Shirin David auch einem grösseren Publikum bekannt.
In den letzten Monaten ist der Matcha zudem zu einem ironisch aufgeladenen Symbol geworden: In Contests, in denen sogenannte «performative males» anhand ihrer performativen, progressiven Männlichkeit bewertet werden, wird der Matcha Latte gerne als Accessoire eingesetzt.
Wie gross ist die Matcha-Nachfrage?
Die Produktion der Teeblätter, die für Matcha verwendet werden, hat sich von 2008 bis 2023 fast verdreifacht. Das führt zu Knappheit, was die Teebauern und Teebäuerinnen an ihre Grenzen bringt: «Wir sind völlig überfordert», sagt ein Teebauer gegenüber SRF. Das hat damit zu tun, dass Matcha in Japan selbst nicht täglich getrunken wird, sondern eher in Form von Teezeremonien. Wer regelmässig Coffeeshops besucht, weiss hingegen: Hierzulande und in vielen anderen Ländern ist Matcha Latte mittlerweile zum selbstverständlichen Kaffee-Ersatz geworden. Die BBC berichtet gar, dass das Matcha-Pulver auch durch den Tourismus in Japan immer knapper wird. 37 Millionen Menschen besuchen das Land – jährlich.
Ist Matcha nachhaltiger als Kaffee?
Der Teebauer aus dem SRF-Bericht gibt an, trotz hoher Nachfrage nicht mehr Tee als bisher produzieren zu wollen, um den Rohstoff und die Ressourcen nicht zu sehr zu strapazieren. Denn die Produktion von Matcha ist ressourcenintensiv. Hinzu kommt die Klimaerwärmung, die die Produktion durch steigende Temperaturen erschwert. Zu bedenken sind auch die langen Transportwege – daher gibt es nun erste Versuche, die Matcha-Teepflanze auch in Deutschland anzubauen.
Insgesamt hat Matcha jedoch einen tieferen ökologischen Fussabdruck als Kaffee. Unter anderem, weil in der Produktion sehr viel weniger Wasser aufgewendet wird. Zudem wird beim Matcha das gesamte Blatt konsumiert, im Gegensatz zu Kaffee, bei dem ein grosser Teil der Pflanze nicht verwendet wird. Wer hochwertigen, biologisch angebauten Matcha kauft, unterstützt zudem nachhaltige Produktionsweisen.
Was kann ich tun, wenn ich Matcha nur auswärts konsumiere?
Beispielsweise kannst du beim nächsten Café-Besuch mal nachfragen, woher das Matchapulver bezogen wird und ob dabei beispielsweise auf Bio-Qualität geachtet wird.
