Kaum leuchten die ersten Lichterketten, füllen sich die Einkaufsstrassen. Doch muss Weihnachten wirklich einen Konsum-Marathon bedeuten? Wir zeigen, wie die Adventszeit auch nachhaltig und entspannt gelingt.
Weihnachtsbaum mieten
Für viele gehört der geschmückte Tannenbaum einfach zu Weihnachten. Doch jedes Jahr werden in der Schweiz über eine Million Christbäume gefällt, dabei gibt es längst nachhaltigere Alternativen.
Wer seinen Baum mietet, statt ihn zu kaufen, schont die Umwelt und schafft vielleicht ein neues Weihnachtsritual für die Familie. Anbieter wie «Happy Tree» setzen auf lokal kultivierte Bäume mit intakten Wurzeln im biologisch abbaubaren Naturfaser-Topf. Nach den Festtagen werden die Bäume wieder eingepflanzt und können weiterwachsen.
Deko aus der Natur
Und wie wäre es, wenn wir dieses Jahr die Weihnachtsbaumdeko auch gleich selber machen? Beim Spaziergang gesammelte Tannenzweige, Zapfen oder getrocknete Orangenscheiben bringen natürlichen Duft und Gemütlichkeit nach Hause. Auch selbst gemachter Schmuck aus Bio-Bienenwachs oder kleine Ornamente aus Lehm mit Abdrücken von Blättern und Zweigen sehen wunderschön aus und machen den Baum oder die Festtafel ganz besonders. Auf der WWF-Website gibt es dazu auch Bastelanleitungen.
Zeit statt Dinge schenken
Es muss nicht immer teuer sein. Ein gemeinsames Abendessen, ein Spaziergang im Winterwald oder ein Konzertbesuch schaffen Erinnerungen, die länger bleiben als jedes materielle Geschenk. Statt den Einkaufsstress auf sich zu nehmen, lohnt es sich, Zeit miteinander zu verbringen. Eine Einladung zum Brunch, ein Gutschein für einen Ausflug oder einfach ein Abend voller Gespräche können mehr Freude bereiten als jedes Päckli unter dem Baum.
Weihnachtsessen
Wer an Weihnachten nachhaltig kochen will, muss auf Genuss keineswegs verzichten. Im Winter gibt es eine grosse Auswahl an saisonalem und regionalem Gemüse, wie etwa Randen, Pastinaken, Wirz, Rosenkohl oder Kürbis. Diese lassen sich wunderbar zu festlichen Gerichten verarbeiten. Wer Fleisch servieren möchte, sollte auf bio-zertifizierte Stücke aus tierfreundlicher Haltung achten.
Auch kleine Gewohnheiten machen einen Unterschied: Mehrwegbeutel statt Plastik, Hahnenwasser statt Mineralwasser und eine gute Menüplanung, damit nichts im Abfall landet. Reste lassen sich am nächsten Tag wunderbar in Suppen, Quiches oder Currys verwandeln. So wird das Festessen nicht nur köstlich, sondern auch klimafreundlich.
Geschenke plastikfrei einpacken
Auch ein bewusst gepacktes Päckli kann helfen. Denn besonders zwischen Weihnachten und Neujahr türmen sich die Abfallberge, vor allem aufgrund von Geschenkverpackungen. Dabei gehts auch anders: Mit Recyclingpapier, alten Zeitungen oder schönen Stoffresten lassen sich Geschenke stilvoll und nachhaltig verpacken. Besonders beliebt ist die japanische Falttechnik Furoshiki, bei der Geschenke in wiederverwendbare Tücher gewickelt werden. Wer kleine Glasflaschen, Dosen oder Kartonschachteln wiederverwendet, spart zusätzlich Material und gibt den Verpackungen ein zweites Leben.
Kerzen aus Bienenwachs
In der Schweiz werden besonders in der Adventszeit unzählige Kerzen angezündet, viele davon bestehen aus Paraffin, einem Erdölprodukt mit langen Transportwegen. Umweltfreundlicher sind Kerzen aus Raps- und Bienenwachs. Rapswachs gilt als besonders nachhaltig, weil es oft regional produziert wird. Wer ganz auf Nachhaltigkeit setzen will, verwendet nachfüllbare Teelichter oder giesst aus Wachsresten neue Kerzen. Denn das spart Abfall und sorgt trotzdem für stimmungsvolles Licht mit gutem Gewissen.
