Die Lebensmittelproduktion hat grossen Einfluss auf Umwelt und Klima. Ein dabei oft übersehener, aber zentraler Faktor ist die sogenannte graue Energie. Dies ist die gesamte Energie, die entlang der Wertschöpfungskette der Produkte benötigt wird. Sie umfasst unter anderem den Strom- und Wärmebedarf bei Anbau, Herstellung und Verarbeitung, den Treibstoffverbrauch beim Transport, die Energie für Verpackung, Lagerung und Verkauf sowie für die Zubereitung zu Hause oder im Restaurant.
Wenn Früchte und Gemüse in beheizten Gewächshäusern produziert werden, macht die Heizenergie den grössten Teil der grauen Energie aus. Daher ist die Energiebilanz von Tomaten, Gurken und anderen Gemüsesorten, die in der Schweiz ausserhalb der Saison in fossil beheizten Gewächshäusern produziert werden, oftmals schlechter als diejenige der gleichen Gemüsesorten aus dem Freilandanbau in Südeuropa. Der Transport der Lebensmittel per Lastwagen ist weniger energieintensiv als die Beheizung der Gewächshäuser in der Schweiz.
Regionalität bedeutet also nicht automatisch Nachhaltigkeit. Früchte und Gemüse aus der Region sind vor allem dann besonders umwelt- und klimafreundlich, wenn sie während ihrer Saison geerntet werden. Unten haben wir fünf Gerichte zusammengestellt, die du diesen Juni mit Saisongemüse kochen kannst.
Broccoli-Bowl mit knusprigem Tofu
Broccoli hat im Juni in der Schweiz Hochsaison und beinhaltet B-Vitamine, Kalzium, Eisen und Folsäure. Wie wäre es also mit einer gesunden, leichten und nährstoffreichen Broccoli-Bowl, die sowohl warm als auch kalt schmeckt? Dünste oder brate dazu den Broccoli leicht an, kombiniere ihn mit knusprig gebratenem Tofu, Reis oder Linsen und einer Joghurtsauce mit Knoblauch.
Gemüse-Momos mit Lauch, Kohl, Rüebli und Erbsen
Die seit Jahren auf praktisch jedem Festival verkauften Teigtaschen aus der Himalaya-Küche sind schneller zubereitet, als du vielleicht denkst. Für die Momo-Füllung kannst du die Saisongemüse Lauch, Rüebli und Chinakohl fein schneiden, mit saisonalen und regionalen Erbsen mischen und gut würzen. Für den Teig brauchst du nur Mehl, Wasser und etwas Salz. Dämpfe die gefüllten Teigtaschen anschliessend oder brate sie in der Pfanne an. Momos lassen sich auch gut einfrieren.
Gazpacho mit Gurken
Mit Gurken, die in der Schweiz derzeit Saison haben, kannst du innert Kürze eine erfrischende Gazpacho zubereiten. Es gibt Tausende von Gazpacho-Rezepten, deren Resultate sich in Bezug auf Geschmack, Textur und Nährwerte teilweise stark unterscheiden. Zum Grundrezept gehören jedoch immer Gurken und Tomaten. Püriere die beiden Saisongemüse, füge etwas Olivenöl und wenig Wasser sowie je nach Geschmack eine pürierte Peperoni und Knoblauch – die in der Schweiz ebenfalls im Juni Saison haben – hinzu. So entsteht in wenigen Minuten ein sommerliches Gericht, das sich hervorragend vorbereiten und danach im Kühlschrank aufbewahren lässt. Zu Gazpacho passt knuspriges Vollkornbrot.
Spinat-Gnocchi
Mit saisonalem Blattspinat, Kartoffeln, Mehl und Eiern aus der Schweiz kannst du Gnocchi-Teig aus grösstenteils regionalen Zutaten herstellen. Der blanchierte Spinat verleiht den Gnocchi eine schöne grüne Farbe und liefert zusätzlich Vitamine, Mineralstoffe, Antioxidantien und Ballaststoffe.
Shakshuka mit frischem Saisongemüse
Dieses Gericht mit Eiern in Tomatensauce ist längst nicht mehr nur in der Küche des Mittleren Ostens und Nordafrikas ein Klassiker. Shakshuka ist auch von den Karten europäischer Brunch-Lokale kaum mehr wegzudenken. Zu Hause kannst du Shakshuka deutlich günstiger zubereiten und Zutaten deiner Wahl hinzufügen. Du kannst beispielsweise viele Saisongemüse, wozu derzeit unter anderem Lauch, Zwiebeln, Auberginen, Cherry- und Datteltomaten oder Zucchetti zählen, in der Tomatensauce mitkochen. Falls du bereits etwas hart gewordenes Brot zu Hause hast, kannst du dies in die aromatische Shakshuka-Sauce tunken.
Durch das Vermeiden von Food-Waste kannst du die Umwelt- und Klimabilanz deiner Ernährung übrigens weiter verbessern. Werfen wir Essen weg, werden Ressourcen wie Wasser, Böden und fossile Energieträger vergebens belastet oder verbraucht. Deshalb solltest du dich vor dem Einkaufen immer fragen, wie oft in den kommenden Tagen wie viele Personen zu Hause essen werden, was aktuell im Kühlschrank steht und wie du bereits gekaufte Lebensmittel mit Frischprodukten ergänzen könntest. Menüpläne und darauf basierende Einkaufszettel helfen dabei, bewusster einzukaufen.
