Strandferien, Städtetrip, Festival oder Campen in der Natur: Derzeit sind Tausende Schweizerinnen und Schweizer daran, Kurztrips, Sommer- oder schon Herbstferien zu planen und buchen. Vor allem während der warmen Monate zieht es viele Reiselustige ins europäische Ausland. Laut einer Studie des Versicherungsunternehmens Allianz Partners vom Spätsommer 2024 gehören unsere Nachbarländer – allen voran Italien – zu den meistbesuchten Reisezielen.
Gemäss der Allianz-Studie ist das Auto das Haupttransportmittel für Kurztrips und Ferien ausserhalb der Schweiz. Doch die Anreise mit dem Zug ist in vielerlei Hinsicht eine deutlich umwelt- und klimafreundlichere Alternative zum Auto oder Flugzeug. Ein zentraler Grund dafür ist der deutlich geringere CO₂-Ausstoss pro zurückgelegtem Kilometer. Besonders in Ländern wie der Schweiz, Frankreich und Deutschland, wo heute viele Züge mit Ökostrom betrieben werden, ist die Klima- und Umweltbelastung von Zugreisen deutlich tiefer. Fahren beispielsweise zwei Personen mit einem benzinbetriebenen Personenwagen, der pro 100 Kilometer durchschnittlich 6,5 Liter Benzin verbraucht, von Zürich nach Rimini, wird gemäss dem CO₂-Rechner von myclimate und dem Umweltrechner der SBB bis zu dreimal mehr CO₂ pro Kopf ausgestossen als bei der Anreise mit dem Zug.
Zugreisen generieren viel weniger Schadstoffe als Autos, Cars und Flugzeuge
Hinzu kommt, dass Züge im Durchschnitt energieeffizienter unterwegs sind als Autos, Reisebusse oder Flugzeuge. Durch den geringeren Rollwiderstand auf Schienen und den gleichmässigen Fahrbetrieb verbrauchen sie weniger Energie. Auch in Bezug auf andere Umweltaspekte schneiden Züge besser ab: Elektrisch betriebene Züge verursachen kaum Luftschadstoffe wie Feinstaub oder Stickoxide. Darüber hinaus benötigen Bahninfrastrukturen im Vergleich zu Autobahnen oder Flughäfen weniger Fläche. So können natürliche Lebensräume für Tiere erhalten bleiben.
Ein weiterer Pluspunkt der Bahn ist ihre hohe Transportkapazität. Während in einem Auto oft nur eine oder zwei Personen unterwegs sind, kann ein Zug mehrere Hundert Fahrgäste gleichzeitig befördern. Dies reduziert neben CO₂-Emissionen pro Kopf auch den Bedarf an Fahrzeugen und den Ressourcenverbrauch für Herstellung und Wartung. Auch für Reisende bedeutet die Anreise mit der Bahn gerade in Städten oftmals Zeitersparnis, da Staus und die nervenaufreibende Parkplatzsuche entfallen. Mit dem Nachtzug kommt man morgens am Reiseziel an, gibt das Gepäck in der Unterkunft ab oder deponiert es für ein paar Stunden in einem Schliessfach und kann gleich loslegen mit dem Erkunden der Feriendestination.
So schädlich ist Overtourism für Natur und Einheimische
Neben der Anreise in die Ferien stellt Overtourism, also der übermässige Zustrom von Touristinnen und Touristen in bestimmte Regionen, eine zusätzliche Herausforderung für die Nachhaltigkeit im Tourismus dar. In vielen beliebten Ferienzielen belastet der Massentourismus bereits heute die Umwelt stark: Naturräume wie Strände, Wälder, Naturparks oder Berglandschaften werden übernutzt, was nicht selten zur Zerstörung von Lebensräumen, erhöhter Erosion oder einem hohen Abfallaufkommen führt. Auch die lokale Infrastruktur kann an ihre Grenzen gelangen, so etwa bei der Wasser- und Stromversorgung oder der Abwasserentsorgung. Der erhöhte Verkehrsaufwand generiert mehr Emissionen und trägt zur Luftverschmutzung bei.
Overtourism hat auch soziale Auswirkungen. Die Lebensqualität der einheimischen Bevölkerung leidet vermehrt unter Lärm und überfüllten öffentlichen Räumen, während die Lebenshaltungskosten steigen. Besonders in Städten wird begehrter Wohnraum knapp, wenn Wohnungen über Plattformen wie Airbnb an Touristinnen und Touristen statt an Einheimische vermietet werden. Wirtschaftlich generiert Overtourism zwar kurzfristig Wertschöpfung, doch die Gewinne daraus sind meist ungleich verteilt und nur bedingt nachhaltig. Viele Einnahmen fliessen an internationale Reiseveranstalter oder Hotelketten ab, sodass die Bevölkerung nur geringfügig profitiert. In der Hochsaison steigen die Preise stark an und in der Nebensaison kommt es zu wirtschaftlichen Flauten.
In der Bildstrecke oben findest du einen Überblick an Reisezielen, die nicht von Massentourismus betroffen sind und ab Schweizer Bahnhöfen einfach mit dem Zug erreicht werden können.
