Die Mehrheit der Schweizerinnen und Schweizer kauft sich alle ein bis zwei Jahre ein neues Smartphone. Und fast jede dritte Person besitzt zwei oder mehr Smartphones. Umso wichtiger ist es zu wissen, welche Smartphones wie nachhaltig produziert werden.
Worauf du beim Smartphone-Kauf achten kannst
Das wohl wichtigste Kriterium ist die Lebensdauer des Telefons. Diese wird nicht nur durch die Qualität der verwendeten Materialien und deren Verarbeitung beeinflusst, sondern auch durch die Möglichkeit, einzelne Teile des Smartphones wie Akku oder Display auszutauschen.
In Smartphones werden auch Seltene Erden und Metalle verarbeitet. Es ist wichtig zu wissen, ob diese Materialien umwelt- und sozialverträglich abgebaut wurden. Der Abbau von Seltenen Erden beispielsweise ist nicht nur teuer, sondern auch sehr umweltschädlich und setzt oft Radioaktivität frei. Eine weitere Möglichkeit ist, darauf zu achten, wie hoch der Anteil an recycelten Materialien im Smartphone ist.
Nicht zuletzt spielt auch der Energieverbrauch des Smartphones eine Rolle. Jedoch: Rund 80 Prozent der CO₂-Emissionen eines Smartphones entstehen bei dessen Produktion.
Wie finde ich ein nachhaltiges Smartphone?
Am einfachsten ist es, kein neues, sondern ein gebrauchtes Smartphone zu kaufen. Der grösste Schweizer Onlinehändler Digitec Galaxus empfiehlt auf Anfrage von 20 Minuten: «Am besten nutzt man die Filter: So kann man [auf digitec.ch] unter ‹Angebot› beispielsweise ‹gebraucht› auswählen – und sich dann ein gebrauchtes Handy bestellen», schreibt Mediensprecher Stephan Kurmann. Auch andere Anbieter wie Revendo oder Refurbed setzen auf gebrauchte Smartphones als nachhaltige Alternative.
Allen, die ein neues Smartphone bevorzugen, empfiehlt Kurmann: «Das Fairphone ist bekannt für seine modulare Bauweise, die Reparaturen erleichtert und die Lebensdauer des Geräts verlängert.» Alternativ könne man sich auch für ein Dumbphone statt für ein Smartphone entscheiden. Dieses sei dank kleinerem Display, geringerer Prozessorleistung und längerer Akkulaufzeit in der Regel energiesparender als ein Smartphone.
Welche neuen Smartphones sind am nachhaltigsten?
Wer kompromisslos auf Nachhaltigkeit setzen will, kommt am Fairphone nicht vorbei. Während andere Anbieter nach drei bis vier Jahren keine Updates mehr anbieten, steht Langlebigkeit beim populärsten nachhaltigen Smartphone an erster Stelle. Neben dem langen Update-Zeitraum werden auch recycelte und umweltfreundlich gewonnene Materialien verwendet – und das Display oder die Kamera lassen sich leicht austauschen. Der Schraubenzieher für die Reparatur wird mitgeliefert.
Und wie sieht es mit der Leistung des nachhaltigen Handys aus? «Ich komme von einem iPhone 13, und generell kann man das FP 5 zusammenfassen mit ‹alles minimal schlechter›, aber dafür eben fair produziert und langlebig», heisst es in einer Kunden-Review bei Digitec.
Alternativen zum Fairphone sind das Shiftphone aus Deutschland und das HMD Fusion aus Finnland. Beide Hersteller setzen, wie das Fairphone, vor allem auf Langlebigkeit. Die Hersteller des Shiftphone betreiben zudem eine eigene Fabrik in China und können so nachhaltige Produktionsbedingungen garantieren.
Sie versprechen «das modularste Smartphone der Welt» und liefern nicht nur den Schraubenzieher mit, sondern lassen die Garantie auch bei Heimreparaturen bestehen. Das Shiftphone ist in der Schweiz bei aldernativ.ch erhältlich.
Das HMD Fusion verspricht wie das Fairphone und das Shiftphone Modularität, allerdings sind die Produktionsbedingungen weniger transparent und Updates gibt es nur zwei Jahre lang.
Apple, Samsung, Huawei: Wer ist am nachhaltigsten?
Wer auf keinen Fall auf die Bestseller von Apple, Samsung oder Huawei verzichten kann: Auch wenn alle drei in Sachen Nachhaltigkeit bei Weitem nicht mit dem Fairphone oder Shiftphone mithalten können, gilt Apple als der nachhaltigste der drei Hersteller.
Nicht vergessen: Es kann auch ein Secondhand-iPhone sein.
