Was ist das Gelbe Band?
Entdecken Sie ein Gelbes Band um einen Baum oder Strauch, dann bedeutet dies, dass das Ernten nicht nur erlaubt, sondern sogar erwünscht ist. Sie dürfen sich also bedienen.
Was sollte beachtet werden, wenn ein Baum ein Gelbes Band trägt?
Das Deutsche Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft hat folgende Verhaltensregeln zusammengestellt, die beim Ernten beachtet werden sollten:
- Ernten Sie ausschliesslich von Bäumen und Sträuchern, die ein gelbes Band tragen.
- Seien Sie achtsam gegenüber der Natur und dem Eigentum anderer. Gehen Sie behutsam mit den Obstbäumen um.
- Ernten Sie nur, was – ohne Benutzung von Leitern o. ä. – in Reichweite hängt oder lesen Sie die Früchte vom Boden auf.
- Achten Sie beim Betreten der Obstwiese auf Bodenunebenheiten, herumliegende Äste oder andere mögliche Gefahrenstellen.
- Ernten Sie nur so viel, wie Sie tatsächlich verbrauchen können.
- Prüfen Sie, ob das Obst noch gut ist und waschen Sie es vor dem Verzehr gründlich ab.
Was bringt das Gelbe Band?
Dahinter steckt die Idee, Food Waste zu reduzieren. Besonders Bäume und Sträucher im öffentlichen Raum oder auf Privatgrundstücken werfen oft in kurzer Zeit mehr ab als gebraucht wird. Mit dem Resultat, dass ein Grossteil davon verfault. Private und Gemeinden können mit dem Gelben Band signalisieren, dass das Ernten erwünscht ist – und damit verhindern, dass die eigentlich brauchbaren Lebensmittel verderben. In manchen Gebieten machen auch Obstbauern und -bäuerinnen Gebrauch vom Gelben Band.
Woher kommt das Gelbe Band?
Die Idee des Gelben Bands stammt aus Deutschland. Der Landkreis Esslingen führte die Initiative erstmals 2019 durch. Bereits im Jahr darauf zogen weitere Regionen Deutschlands nach – und Esslingen erhielt den Bundespreis «Zu gut für die Tonne» des deutschen Bundeslandwirtschaftsministeriums. Die Aktion zieht Jahr für Jahr weitere Kreise, insbesondere im deutschsprachigen Raum und darüber hinaus – bis nach Luxemburg und Frankreich.
Wo gibt es das Gelbe Band in der Schweiz?
In der Schweiz ist das Gelbe Band noch nicht so weit verbreitet. Wobei immer wieder Berichte über Pilotprojekte und Initiativen erscheinen. Laut Schweizer Bauernzeitung stehen die Obst- und Gemüsebauern der Schweiz dem Gelben Band relativ skeptisch gegenüber. Einzelne Gemeinden hingegen zeigen Offenheit. Die Gemeinde Rickenbach etwa plant eine zweijährige Pilotphase mit dem Gelben Band. In der Gemeinde Laufen gibt es zwar keine Gelben Bänder, dafür aber eine Website mit den Standorten von zur Ernte freigegebenen Obstbäumen. Und auf der Website meinobstgarten.ch können Privatpersonen ihre Obstbäume zum Ernten zur Verfügung stellen. Und direkt über der Grenze, im Liechtensteinischen Ruggell, wird das Gelbe Band diesen Sommer erstmals eingesetzt.
Wo gibt es darüber hinaus die Möglichkeit, im öffentlichen Raum zu ernten?
Die Website mundraub.org ist eine gleichgesinnte Initiative, auf der Privatpersonen die Standorte von Sträuchern und Bäumen teilen, die im öffentlichen Raum stehen und somit geerntet werden können. Vom Bärlauch bis zum Zwetschgenbaum ist dort alles zu finden – auch an zahlreichen Standorten in der Schweiz.
