Wie, «die Natur» ist jetzt eine Künstlerin auf Spotify?
Ganz recht, die Natur höchstselbst ist nun offiziell als Künstlerin auf Spotify gelistet. Und sie hat schon knapp drei Millionen monatliche Hörerinnen und Hörer. Die Initianten erklären das Projekt wie folgt: Die Natur habe schon immer eine Rolle in der Musik gespielt, etwa in Form von Meereswellen, Wind, Regenstürmen bis hin zum Vogelgesang. Oder sind Naturgeräusche nicht die Urform der Musik? Man könnte auch einen Schritt weitergehen: Ohne Natur gäbe es überhaupt keine Musik. Nun erhält sie die Anerkennung, die ihr gebührt.
Welche Künstler und Künstlerinnen haben Songs «feat. NATURE» gemacht?
Künstlerinnen und Künstler aus aller Welt haben sich der Initiative angeschlossen und neue Tracks veröffentlicht oder Hits neu gemixt. Erkennbar sind die Songs am Zusatz «feat. Nature». Dazu gehören: David Bowie x Brian Eno, Ellie Goulding, Aurora, Anuv Jain, MØ, London Grammar, Bomba Estéreo, UMI mit V von BTS und einige mehr. (Zur Playlist mit allen Songs, in denen die Natur die Anerkennung erhält, die ihr zusteht.)
Ellie Goulding kommentierte ihre Teilnahme an der Initiative folgendermassen: «Ich bin wirklich begeistert davon, wie dieses Projekt die einzigartige Kraft der Musik nutzt, um Menschen zu vereinen und Veränderungen anzustossen. Unser ‹feat. Nature-Remix› meines Tracks ‹Brightest Blue› verwendet Klänge aus Ökosystemen in ganz Kolumbien, einer der schönsten und artenreichsten Umgebungen unseres wunderbaren Planeten.»
Brian Eno steuerte einen Song mit David Bowie bei: «Mein ganzes Leben lang habe ich mich gefragt – wie kann ich etwas an die Orte zurückgeben, von denen ich Ideen genommen habe? Musik begann ursprünglich mit den Klängen der natürlichen Welt. Im Nature-Remix von ‹Get Real›, einem Track, den ich vor 30 Jahren mit David Bowie geschrieben habe, dringen die Tiere in das Lied ein – es ist, als ob es überall undicht geworden wäre und diese Tiere durch jedes Fenster und jede Ritze zwischen den Türen hereinkommen. Sie wirken irgendwie bedrohlich – plötzlich hat sich die Natur in die Kunst eingeschlichen.»
Was soll das bringen?
Auf der einen Seite natürlich: Geld. Das heisst, je mehr die Songs «feat. Nature» gestreamt werden, desto mehr Geld wird für die Natur gesammelt. Auf der anderen Seite soll die Initiative inspirieren, sich für den Schutz der Umwelt einzusetzen und den Wert der Natur in einem anderen Licht zu sehen.
Wohin gehen die Einnahmen?
Die Tantiemen und Umsätze werden von der Organisation «Earth Percent» gesammelt und an Biodiversitätsschutz- und Restaurierungsprojekte in bedrohten Ökosystemen weltweit verteilt. Projekte in Ökosystemen mit der höchsten Biodiversität sollen priorisiert werden, wobei eine erste Analyse folgende Regionen identifiziert hat: Madagaskar und die Inseln des Indischen Ozeans, Indo-Burma, Indien und Myanmar, Sundaland, die Philippinen, die tropischen Anden sowie der Atlantische Regenwald. Die Verteilung der Mittel erfolgt laut Initiative unter der Leitung eines Expertenbeirats, der aus weltweit führenden Biologen und Biologinnen, Umweltaktivisten und -aktivistinnen, Vertretern und Vertreterinnen indigener Völker und Experten und Expertinnen für Naturschutzfinanzierung besteht.
Wer steckt hinter dem Projekt?
Die Initiative mit dem Titel «Sounds Right» wurde vom Museum für die Vereinten Nationen in Zusammenarbeit mit weiteren Partnerorganisationen entwickelt.
