Wir alle duschen. Viele täglich, viele mehrmals täglich. Und da die meisten von uns Warmduscher sind, wird dabei Energie verbraucht, viel Energie. Mehrere tausend Kilowattstunden pro Jahr.
Aber keine Angst: Du musst jetzt nicht schon nach unten scrollen und einen Kommentar dazu verfassen, dass dir jetzt das Duschen verboten wird. Nein. Vielmehr sind wir auf eine Schweizer Firma gestossen, die ein simples Verfahren entwickelt hat, wie man die Energie, die dabei verbraucht wird, zu grossen Teilen zurückgewinnen kann. Es hört auf den Namen Joulia.
Herr Schmid, wer ist Joulia?
Reto Schmid: Die Joulia SA hat sich ganz dem Thema Wärmerückgewinnung aus dem Duschwasser verschrieben. Sie wurde 2010 in Biel gegründet und entwickelt, produziert und vertreibt spezielle Duschrinnen. Der Name bezieht sich auf James Prescott Joule, den englischen Bierbrauer und Physiker, nach dem «Joule», die physikalische Einheit für Energie, benannt wurde.
Sie versetzen uns zurück in den Physikunterricht!
Richtig. Ein Joule steht für die Arbeit, die verrichtet wird, wenn eine Tafel Schokolade (100 Gramm) um einen Meter angehoben wird. Und für die Produktion des Warmwassers einer Acht-Minuten-Dusche müssen wir dies über 12,5 Millionen Mal tun.
Wie funktioniert Joulia genau?
Wir verlängern die Kaltwasserleitung auf dem Weg zum Duschenmischer und legen diese spezielle Leitung aus Kupfer dann direkt in den Duschabfluss. Wenn nun warm geduscht wird, tropft das noch warme Duschwasser genau über diese Kaltwasserleitung, wärmt diese von zehn auf 25-30°C vor, sodass wir dann am Duschmischer viel weniger Heisswasser zumischen müssen. Dies spart bis zu 50 Prozent der Energie, CO2 und auch entsprechend Geld ein.
Wie viel Energie kann man sparen?
In einem Vier-Personen-Haushalt lassen sich damit zwischen 1000 bis 2500 kWh/Jahr einsparen, je nach Joulia-Modell und Grösse des Wärmetauschers.
