Stürme reissen Bäume aus dem Boden, Dauerregen führt zu Überschwemmungen und enorme Hitze entfacht Feuer, das grosse Flächen unserer Erde verbrennt: In einer Welt, in der die Landwirtschaft den ständigen Stürmen der globalen Erwärmung standhalten muss, sind innovative Ansätze gefragt.
Eine Methode, die sich diesen Herausforderungen stellt und immer mehr an Popularität gewinnt, ist die Permakultur. Doch was bedeutet dieser Begriff genau und wie funktioniert er?
Die Kunst der ewigen Blüte
Permakultur, kurz für permanente Agrikultur, ist ein Konzept, das auf den Prinzipien der Natur basiert. Es zielt darauf ab, nachhaltige und selbsttragende Ökosysteme zu schaffen, die Mensch und Umwelt zugutekommen. Im Mittelpunkt eines jeden Permakulturgartens stehen die Bewahrung von Natur und Umwelt sowie die Realisierung von ethischen Prinzipien.
Das Prinzip der Permakultur
Permakultur basiert auf drei ethischen Prinzipien: Sorge um die Erde, Sorge um die Menschen und gerechtes Teilen von Ressourcen. Diese Prinzipien leiten alle Entscheidungen, von der Pflanzenauswahl bis zur Art und Weise, wie Wasser und Ressourcen genutzt werden.
Das erste Prinzip, die Sorge um die Erde, bedeutet, den Garten so zu gestalten, dass er die Gesundheit und Vielfalt des Bodens, der Pflanzen und Tiere fördert. Das zweite Prinzip, die Sorge um die Menschen, manifestiert sich in reich gedeckten Tischen aus eigenem Anbau wie einem achtsamen Umgang mit sich selbst und allen Mitmenschen.
Und schliesslich ermutigt das dritte Prinzip – der gerechte Anteil – zur Teilung von Überschüssen und zur Begrenzung des Konsums.
Die Magie der natürlichen Prozesse
In einem Permakulturgarten geschieht alles auf magische Weise – obwohl diese Magie eine rationale Erklärung hat: Von der kunstvollen Kompostierung bis zur harmonischen Fruchtfolge, jede Technik im Arsenal der Permakultur zielt darauf ab, die natürlichen Prozesse zu verstärken. Hier wird der Boden nicht ausgebeutet, sondern genährt. Schädlinge werden nicht bekämpft, sondern durch geschickte Mischkultur in Schach gehalten.
Nun gibt er praktische Tipps:
1. Beobachte deinen Garten
Lerne deinen Garten kennen – welche Bereiche sind trocken, nass, sonnig oder schattig? Nutze diese Kenntnisse, um die passenden Pflanzen für jeden Standort auszuwählen.
2. Schliesse Nährstoffkreisläufe in deinem Garten
Kompostieren ist ein einfacher Weg, organische Abfälle in nährstoffreiche Erde zu verwandeln. Wurmkompostierung ist besonders effektiv und liefert hochwertigen Dünger. Pass bei gekaufter Erde auf, denn die ist oft nicht so gut, auch wenn sie vielleicht gut aussieht.
3. Das Gute kommt von oben
Sammle Regenwasser für die Bewässerung deines Gartens. Eine Mulchschicht hilft, die Feuchtigkeit im Boden zu bewahren und unterstützt ein gesundes Bodenleben.
4. Nutze Symbiosen
Kombiniere Pflanzen in Mischkulturen, die einander unterstützen: Zu Tomaten passen Rucola, Basilikum, Ringelblumen, Radieschen, Kohl oder Salat. Neben Erdbeeren macht sich mehrjähriger Lauch besonders gut und unter Obstbäume solltest du Meerrettich, Rhabarber, Liebstöckel, Alant, Eibisch, Zitronenmelisse oder Wermut pflanzen.
5. Schaffe Wildniszonen
Biete Lebensräume für Nützlinge durch das Anlegen von Wildniszonen mit Totholz und Steinhaufen. Pflanze zudem Wildobststräucher, um die Biodiversität zu fördern und hänge Nistkästen für Vögel auf.
